Externe Cloud-Archive versus Offline-Speicherung

Warum Tape für den Storage-Markt wichtig bleibt

| Autor / Redakteur: Eric Bassier* / Dr. Jürgen Ehneß

Traditioneller Anblick beim Backup: Tapes.
Traditioneller Anblick beim Backup: Tapes. (Bild: © kubais - stock.adobe.com)

Old-school, altbacken oder gar veraltet? Das Backup auf Band begegnet einem noch allenthalben, doch aktuell scheint sich alles in Richtung Cloud zu verlagern. Sind die Tage des Tapes also gezählt?

Spricht man heute über Datenspeicherung, geht es in der Regel um Cloud-Lösungen. Die Cloud als Speicherort ist nach wie vor angesagt, denn die Vorteile gegenüber traditionellen Storage-Lösungen liegen auf der Hand. Doch es wäre zu kurz gegriffen, die gegenwärtigen Storage-Strategien bloß als Wahl zwischen dem einen und dem anderen Speichermedium zu betrachten. Vielmehr sollte es darum gehen, wie beide – Cloud und Tape – miteinander kombiniert werden können, um die bestmögliche Lösung zu erhalten.

Wenn das gute alte Tape und die moderne Cloud koexistieren, gewährleistet dies zuverlässige Speicherlösungen. Die Cloud mag trendy sein. Doch als Bollwerk gegen zunehmende und immer raffiniertere Cyberangriffe behält Tape – als Offline-Medium – seinen Stellenwert und wird aus diesem Grund auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.

Tape hat nicht den besten Ruf

Seit Jahren wird Tape hauptsächlich für Offsite-Backups und Langzeitarchivierung verwendet. Dieser Einsatz von Tape ist mit Herausforderungen verbunden: Die Speicherlösungen haben den Ruf, unhandlich sein. Die praktische Handhabung von Tape kann beispielsweise durch Staubablagerungen problematisch sein und somit die Qualität der gespeicherten Daten beeinträchtigen. Als weiteres Manko gilt, dass die Daten für eine Wiederherstellung erst einmal aus dem Tresor geholt, in die Library geladen und anschließend durchsucht werden müssen – ein mühsamer Prozess.

Aus diesen Gründen wandern die Daten vieler Unternehmen in die Public Cloud. Diese bietet eine effiziente Offsite-Speicherlösung für das Desaster-Recovery, was die Wiederherstellung der Daten vereinfacht. Die virtualisierten Anwendungen können schnell hochgefahren werden, wodurch im Ernstfall der Service für den Nutzer nur kurz unterbrochen wird. All dies sind aber kein Gründe, sich von Tape als Speicherumgebung grundsätzlich zu verabschieden. Angesichts der steigenden Anzahl von Cyberangriffen und der Bedeutung des Datenschutzes scheint eine Storage-Strategie, die beide Ansätze kombiniert, der Königsweg zu sein.

Neue Formen der Cyberkriminalität

Cyberangriffe stehen heute in den meisten Unternehmen auf der Tagesordnung. In der jüngeren Vergangenheit sorgten die Ransomeware Samsam, mit deren Hilfe Krankenhäuser und Stadtverwaltungen erpresst wurden, die Malware Notpetya, die weltweit Konzerne lahmlegte, sowie der Hack der Equifax-Website für Schlagzeilen. Um die Relevanz dieser Bedrohung zu begreifen, muss man sich nur vergegenwärtigen, dass bis zum Jahr 2021 durch Cyber-Kriminalität verursachte Schäden in Höhe von jährlich sechs Billionen US-Dollar erwartet werden.

Viele Jahre galt die 3-2-1- Regel als Erfolgsmethode für eine sichere Datenspeicherung. Diese Richtlinie empfiehlt, Daten in dreifacher Ausführung aufzubewahren, und zwar auf zwei verschiedenen Arten von Speichermedien, von denen sich eines außerhalb des Unternehmens befinden sollte. Doch angesichts der Schwere der heutigen Cyber-Bedrohungen und der potenziellen Kosten für die Wiederherstellung von Daten muss sich dieses Erfolgsrezept weiterentwickeln, um mit den Cyber-Kriminellen Schritt zu halten.

Die neue Regel lautet daher 3-2-1-1. Sie empfiehlt wie bisher drei Datenkopien und darüber hinaus eine weitere Offline-Datensicherung. Denn auch wenn Anbieter von Backup-Software aus geschäftlichen Gründen zögern mögen, auf Tape umzusatteln: Sie haben das Wissen im Umgang mit Tape, weshalb dieses Verfahren ein praktikabler Ansatz für die Datenspeicherung in einer von Sicherheitslücken geprägten Welt ist.

Tape schützt vor Angriffen

Tape kristallisiert sich in der heutigen Storage-Welt als ernstzunehmendes Offline-Speichermedium heraus. Auf Linear Tape Open (LTO) gespeicherte Daten und Dateien sind nicht mit einem Netzwerk verbunden und daher außer Reichweite für Angriffe aus dem Cyberspace. Die auf LTO gespeicherten Datenkopien gehen nur dann online, wenn der Notfall eintritt und mit ihnen gearbeitet werden muss, wofür sie jederzeit dem Archiv entnommen werden können.

Die Offline-Speicherung in einer Tape-Library bietet also eine sichere Umgebung für sensible Daten und schützt Unternehmen davor, netzwerkbasierenden Cyber-Attacken zum Opfer zu fallen. In einem modernen Sicherheitsszenario werden Backups auf Tape kopiert, das dann vor Ort als sichere Offline-Kopie zum Schutz vor Malware in einer Library gelagert wird. Kosten für Depotdienste Dritter fallen weg; die Lösung hat also erhebliche finanzielle Vorteile, und das auch, weil Tape ein sehr kostengünstiges Speichermedium ist.

Zeitgemäße Reaktion

Zusammengefasst geht es bei der Speicherung auf Tape nicht mehr um Offsite-, sondern um Offline-Storage. Der Schutz von Daten vor Ransomware und anderen Malware-Angriffen erfordert diese Art der Datensicherung als zeitgemäße Reaktion auf das zunehmende Cyber-Risiko. Nach wie vor ist Tape eine effektive und kostengünstige Methode, um den aktuellen Herausforderungen zu begegnen.

Da der Speicherbedarf in den vergangenen Jahren enorm gestiegen ist, hat sich die Bedeutung von Tape als Speichermedium verändert. Als Offline-Medium bietet es unverändert den besten Schutz vor Sicherheitsbedrohungen und kann perfekt an den langfristigen Speicherbedarf angepasst werden. Dies hilft zukunftsorientierten Unternehmen, wachsendem Speicherbedarf auf der einen und wachsendem Sicherheitsbedürfnis auf der anderen Seite zu entsprechen.

Der Autor: Eric Bassier, Senior Director Product Management und Product Marketing bei Quantum.
Der Autor: Eric Bassier, Senior Director Product Management und Product Marketing bei Quantum. (Bild: Quantum)

*Der Autor: Eric Bassier, Senior Director Product Management und Product Marketing bei Quantum

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