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Risikofaktoren für Identity Management-Projekte Warum viele Identity Management-Projekte scheitern

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Peter Schmitz

Längst beschäftigen sich immer mehr Unternehmen mit Identity Management-Projekten. Die Anforderungen durch Governance, Risk Management und Compliance sind ein wichtiger Treiber dafür, aber auch die administrativen Herausforderungen, Sicherheitsprobleme oder der Wunsch, den Benutzern ein Single Sign-On zu ermöglichen. Trotzdem scheitern eine Vielzahl von Projekten oder liefern nicht das gewünschte Ergebnis.

Viele Identity Management-Projekte haben große Ziele und scheitern doch.
Viele Identity Management-Projekte haben große Ziele und scheitern doch.
( Archiv: Vogel Business Media )

Ungenügende Ergebnisse oder fehlgeschlagene Projekte passieren natürlich nicht nur beim Identity Management, sondern bei vielen IT-Projekten. Aber im Identity Management gibt es doch eine erstaunlich hohe Zahl an Projekten, die nicht befriedigend verlaufen. Das führt dann auch dazu, dass laut der aktuellen Marktstudie der Analysten von Kuppinger Cole + Partner mehr als jedes zwanzigste Unternehmen in diesem Jahr seine Provisioning-Lösungen ersetzen will.

Dabei lassen sich Risiken minimieren, wenn man sich der Risikofaktoren für solche Projekte bewusst ist. Der wichtigste Risikofaktor ist dabei ein sehr einfacher: Der strategische Rahmen, die definierte Vision und klare Ziele fehlen. Identity Management ist aber kein taktisches Projekt, sondern eher eine strategische Initiative, die sich in viele Teilprojekte und auch dauerhafte Prozesse gliedert.

Der erste Schritt in ein solches Projekt muss daher sein, sich mit der Vielfalt des Themas, den Trends und den taktischen wie strategischen Optionen zu beschäftigen. Unsere Beratungspraxis zeigt, dass danach oft schon über eine ganz andere Vorgehensweise nachgedacht wird. Diese ersten Schritte und eine Bestandsaufnahme müssen in eine klare Zieldefinition, längerfristige Vision und definierte Roadmap münden.

Der zweite große Risikofaktor ist, dass die Identity Management-Projekte hinsichtlich ihrer organisatorischen Komplexität unterschätzt werden – und das gleich in zweierlei Hinsicht. Zum einen sind Identity Management-Projekte übergreifende Projekte, die viele Unternehmensbereiche tangieren. Zum anderen handelt es sich um Projekte, bei denen Organisation und Prozesse eine wesentlich größere Rolle als die reine Technologie spielen.

Wer die Projekte als Technologieprojekte versteht, wird aber genau daran scheitern. Solche Projekte sind aber komplexer als reine IT-Projekte. Viele Probleme entstehen beispielsweise durch Konflikte zwischen verschiedenen Interessensgruppen im Unternehmen. Wenn man sich der Problematik bewusst ist, kann man aber die meisten Herausforderungen durch entsprechende Projektsteuerung vermeiden.

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