Experton Group über Microsofts aktualisierte Smartphone Plattform

Was ist dran am (neuen) mobilen Betriebssystem Windows Phone „Mango“?

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Microsoft muss Gas geben

Ein Kommentar/Einschätzung von Axel Oppermann:

Wenn Microsoft mit seinem Betriebssystem für Smartphones kurz- und mittelfristig an Bedeutung gewinnen will, muss das Unternehmen schlichtweg Gas geben. Gleiches gilt insbesondere für den Markt für Tablet PCs.

Während Release-Zyklen von 2,5 Jahren bei Serverprodukten (und zukünftig für Client OS oder Office) zwar vor dem Hintergrund einer stetigen Weiterentwicklung wertvoll sind, ist das von Microsoft vorgelegte Tempo für IT-Verantwortliche teilweise zu schnell. Anders sieht es im Segment für Smartphones aus. In diesem Markt, der aus Sicht von Microsoft gerade über den Privatanwender gewonnen wird, bedeutet Geschwindigkeit sehr viel – wenn nicht sogar alles. Und hier lässt sich Microsoft „gefühlt“ – und verglichen zum Wettbewerb – viel Zeit. Doch nicht nur die Anforderungen des Kunden sind hier entscheidend, sondern insbesondere die Agilität der Wettbewerber. Der Kuchen für mobile Geräte wird aktuell neu verteilt, und Apple oder die OEMs mit den Android-Geräten sitzen in der ersten Reihe.

„Time-to-Market“ verschlafen

Es ist verwunderlich, dass bei einem Unternehmen mit so starken personellen und finanziellen Ressourcen, das unternehmerische „Time-to-Market“-Management in diesem Bereich eine deutliche Schieflage aufweist.

Oberstes Ziel muss es sein, die zeitliche Optimierung des Innovationsstroms zu forcieren. Hierzu gilt es auch, potente OEMs zu gewinnen. Zwar ist ZTE eine gute Wahl und Acer ein etablierter Partner von Microsoft, aber gerade letztgenannter Anbieter ist im Geschäft mit Telekommunikations-anbietern und Smartphones bisher eher zu vernachlässigen. Wo bleiben z.B. die Partnerschaften mit einer Motorola, Sharp oder sogar Huawei – und die wirklich große strategische Allianz mit RIM/Blackberry?

Wo bleibt der „Wow-Effekt“?

Weiteres primäres Ziel muss es sein, die „Marketingmaschine“ anzuschmeißen. Um beim „Consumer“ erfolgreich zu sein, bedarf es einem „Wow-Effekt“ – einem „haben-wollen- Effekt“. Dies kann Microsoft auch mit der stärkeren Integration von Facebook, Twitter, IM & Co. nicht erreichen. Spannend für Business-User wird allerdings die stärkere Office-Integration.

Im dritten Schritt muss Microsoft intensiver auf die etablierten Partner – insbesondere im Channel zugehen. Diese müssen in den Vertrieb und die direkte Kundenansprache zentral involviert werden. Kurzum: Microsoft muss (noch mehr) Gas geben, als es die aktuelle Aussagen widerspiegeln.

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