Sicherheitsreport 2014 der Deutschen Telekom

Web-Nutzer misstrauen Unternehmen beim Datenschutz

| Redakteur: Stephan Augsten

Deutsche Internet-Nutzer sorgen sich um ihre Daten, befassen sich aber aktiv wenig mit deb Datenschutzbestimmungen.
Deutsche Internet-Nutzer sorgen sich um ihre Daten, befassen sich aber aktiv wenig mit deb Datenschutzbestimmungen. (Bild: Deutsche Telekom)

Betrugsdelikte im Internet und der Missbrauch bzw. die Weitergabe von persönlichen Daten durch Unternehmen nehmen künftig zu, glauben drei Viertel der Deutschen. Damit rangieren diese Risiken nur knapp hinter der Sorge um Altersarmut und Pflegebedürftigkeit, zeigt der Sicherheitsreport 2014 der Deutschen Telekom.

Immer mehr Bundesbürger sorgen sich um den Schutz und die Sicherheit ihrer Daten, heißt es im Sicherheitsreport 2014, den das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt hat. Rund 70 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass Unternehmen ihre Kundendaten auch an andere Firmen weitergeben.

Die Internetnutzer unter den Befragten haben insbesondere ein ungutes Gefühl, wenn es darum geht, zahlungsrelevante Informationen wie Kreditkartennummer (94 Prozent) oder Bankverbindung (93 Prozent) preiszugeben. Auf den Plätzen drei und vier folgen mit einigem Abstand Handy- und Festnetznummer (74 bzw. 70 Prozent mit einem unguten Gefühl). Derweil haben nur 44 Prozent der User ein Problem damit, ihre E-Mail-Adresse herauszugeben.

Trotz des allgemeinen Unbehagens werden die Datenschutzbestimmungen der Internet-Anbieter nur sporadisch gelesen, seien es nun Online-Shops oder soziale Netzwerke. Zusammengenommen gaben 53 Prozent der befragten Internetnutzer an, die entsprechenden Rahmenwerke nie oder nur selten zu lesen. Etwa ein Viertel der Nutzer befasst sich ab und zu mit den Datenschutzbestimmungen, immerhin noch 17 Prozent sehen darin eine Pflichtlektüre.

Von den Nutzern, die die Datenschutzbestimmungen nur sporadisch lesen, empfinden zwei Drittel die entsprechenden Erklärungen schlicht als zu ausführlich. 55 Prozent der Lektüreverweigerer halten die Ausführungen für zu kompliziert, 39 Prozent verweisen außerdem auf ihr Vertrauen in die gesetzlich geregelten Mindestanforderungen an den Datenschutz.

Thomas Kremer, Telekom-Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance, nimmt die Firmen in die Verantwortung: „Unternehmen müssen ihre Kunden in Sachen Datenschutz mehr unterstützen.“ Die Internet-Anbieter müssten für mehr Transparenz sorgen und ihre Datenschutzregelungen für jedermann verständlich formulieren. Angesichts der Globalisierung fordert er „eine europäische Datenschutzgrundverordnung, die den Bürgern in Europa einen einheitlichen und verlässlichen Schutz im digitalen Umfeld bietet.“

Der Sicherheitsreport 2014 der Deutschen Telekom stützt sich auf 1.503 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung im Alter ab 16 Jahren. Die Studie beleuchtet auch den „Sorgenkatalog“ der Bundesbürger im Allgemeinen.

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