Application Delivery Controller im WWW-Einsatz Weboptimierung mit ADN und CDN schafft Elastizität für Traffic-Spitzen

Autor / Redakteur: Georg Hess / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Immer wieder brechen Webseiten aufgrund unerwarteter Besucherströme zusammen oder webbasierte Anwendungen sind wegen erhöhter Nachfrage nicht verfügbar. Zudem können DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) Websites derart mit Fake-Anfragen überfluten, dass diese Abstürzen. Doch gegen beide „Traffic-Spitzen“ kann man sich wappnen.

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Der Riverbed Stingray Traffic Manager kann helfen, Web-Applikationen oder Websites schneller, stabiler und sicherer zu machen.
Der Riverbed Stingray Traffic Manager kann helfen, Web-Applikationen oder Websites schneller, stabiler und sicherer zu machen.
(Bild: Riverbed)

Idealerweise wären Webseiten und webbasierte Anwendungen so entwickelt, dass sie mit Traffic-Spitzen – egal ob geplant bzw. gewollt oder nicht – umgehen könnten. Dennoch lässt es sich vom ökonomischen Standpunkt her nicht rechtfertigen, immer für einen eventuell möglichen Ausnahmezustand zu planen und entsprechende Ressourcen vorzuhalten. Flexible und kosteneffiziente Alternativen sind nötig.

Doch wie kann ein Unternehmen nun effektiv mit Nutzungswellen umgehen? Application Delivery Controller (ADC) sind hier eine gute Lösung, um die existierende Infrastruktur zu maximieren, Traffic zu beschleunigen und zu priorisieren, Sicherheit zu gewährleisten und Kontrollpunkte zur Verfügung zu stellen.

Besonders Software-basierte ADC sind für heutige Ansprüche geeignet, denn sie bieten einen schnellen und zuverlässigen Zugriff auf öffentliche Webseiten und private, webbasierte Anwendungen. So können sie nahtlos in privaten, öffentlichen und hybriden Cloud-Umgebungen eingesetzt werden.

Eine einfache Skriptsprache, ein intuitives Konfigurations-Management und ein robustes API (Application Programming Interface), sodass die Lösung als Anwendung verwaltet und wie ein Dienst bereitgestellt werden kann, sind zudem von Vorteil.

Ein ADC, der diese Vorgaben erfüllt, eignet sich besser als ein Hardware-Load-Balancer, um Multi-Tier-Anwendungen in einer virtuellen oder cloud-basierten Umgebung zu beschleunigen. Denn gerade wenn Anwendungen in die Cloud verlagert und dynamischer werden, müssen Performance-Lösungen mit diesen Veränderungen Schritt halten. So können beispielsweise Anwendungen im Rechenzentrum behalten werden und zu Zeiten großer Nachfrage oder Nutzung kann ein Cloud Provider mit zusätzlichen Ressourcen einspringen.

Optimierte Webseiten und priorisierter Traffic

Die Optimierung der Webseite und der Inhalte (Web-Content Optimization, WCO) ist ein Muss für jede Webseitenentwicklung, in der ein kontinuierlich gutes Nutzererlebnis Priorität hat – egal über welches Endgerät. Die stetig wachsenden Mengen an komplexen und dynamischen Web-Inhalten machen diesen Ansatz immer wichtiger.

Es ist allerdings ein großer Zeitaufwand, jede individuelle Seite so zu optimieren, dass sie schneller lädt, besonders, wenn der Inhalt sowohl auf PCs als auch auf mobilen Endgeräten dargestellt wird. Automatisierte Tools, die eine Webseite in Echtzeit optimieren, können hier eine gute Lösung darstellen, da sie die Anzahl der Rundläufe zwischen Web Server und Web Browser reduzieren und den Inhalt auf den Nutzer und das Endgerät anpassen.

Eine umfassende WCO-Lösung sollte die Kernelemente von Web-Anwendungen adressieren und unter anderem HTML und CSS kombinieren, um weniger HTTP-Transaktionen zwischen Browser und Server zu generieren. Außerdem sind auch Bilder ein guter Ansatzpunkt zur Optimierung: Image-Spriting etwa, um mehrere Bilder in einer Transaktion zu übertragen, und Image-Resampling, um Bilder in reduzierter Auflösung und damit geringerer Größe zu übertragen. Zusätzlich tragen auch das Aufsplitten von Inhalten auf mehrere Domains (Domain Sharing) und der Transfer von Inhalten zu Content Delivery Networks (CDN) zur Optimierung bei.

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Bandbreitenengpässen entgegenwirken und Latenzen verringern

Ein besseres Management der Aktivitäten im Web, beispielsweise indem diese gruppiert, priorisiert und zusammen verarbeitet werden, kann dazu führen, dass die Daten weniger große Runden drehen müssen. So wird die Latenz verringert, die dadurch entsteht, dass Seiten geographisch gesehen nicht nah beieinander liegen.

Mithilfe von Traffic Managern in ADCs können die Menge der Anfragen, die Gestaltung der Bandbreite, das Routing und für die Komprimierung Regeln festgelegt werden, um einen besseren Service zu liefern. Das Verwalten und Priorisieren von Traffic kann also eine Lösung sein, um mit regulären oder unerwarteten Nutzungsspitzen umzugehen. Solche Tools funktionieren, indem sie den wichtigsten Traffic identifizieren und sicherstellen, dass diese Anfragen einen außergewöhnlichen Online-Dienst bekommen. Gleichzeitig wird unwichtigerer Traffic, der keinen Umsatz generiert, bearbeitet und überwacht, nur eben mit geringerer Priorität.

Dynamische Caching-Seiten helfen außerdem dabei sicherzustellen, dass es an kritischen Punkten im Transaktionsprozess keine Verzögerung gibt, beispielsweise bei einer Online-Bestellung oder Bezahlung. Denn es ist nicht gut wenn ein Kunde seinen Warenkorb gefüllt hat, und sich dann beim Bezahl-Prozess selbst über eine langsame Seite ärgert. An dieser Stelle besteht das Risiko, dass der Kunde den Einkauf abbricht und sich einfach anderswo im Netz umsieht, denn die Konkurrenz ist immer nur einen Klick entfernt.

Zusätzlich können dynamische Cache-Seiten genutzt werden, um wiederkehrenden Besucher schnellere Ladezeiten zu bieten, indem aufgrund des früheren Nutzungsverhaltens auf der Seite bestimmte Aktionen priorisiert werden.

Fazit

Bisher waren ADCs primär auf die Skalierbarkeit und Verfügbarkeit von Anwendungen innerhalb des Rechenzentrums fokussiert. Die Entwicklung hin zu immer neuen Cloud-Architekturen und Software-Defined Data Centers (SDDC) sowie die Vielzahl an unterschiedlichen Endgeräten, die Unternehmen heute unterstützen müssen, steigert den Bedarf an ADCs, die eine Reihe von neuen Performance-Problemen angehen.

Unternehmen nutzen das Internet und die Cloud immer mehr, deshalb ist es essenziell die Anforderungen der Nutzer in Bezug auf konstante Verfügbarkeit und außergewöhnliche Performance zu erfüllen.

Georg Hess, Director Sales Region DACH, Stingray Business Unit, Riverbed
Georg Hess, Director Sales Region DACH, Stingray Business Unit, Riverbed
(Bild: Riverbed)

Unternehmen können jedoch nicht immer jede Nutzungsspitze vorhersagen. Deshalb gibt es Schritte und Technologien, die sie implementieren können um den Einfluss dieser Spitzen auf den einzelnen Nutzer zu minimieren und das Nutzererlebnis so auch in Zeiten erhöhten Traffics zu gewährleisten.

Über den Autor

Georg Hess, Director Sales Region D-A-CH, Stingray Business Unit bei Riverbed.

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