Suchen

Risiken der vernetzten Welt – Teil 2

Wenn Informationstechnik das Heilpersonal überfordert

Seite: 3/3

Firma zum Thema

Fitnesswahn hilft Angreifern auf die Sprünge

Wie könnten die Angreifer ihre Opfer finden? Zum Beispiel durch Anwendungen und Geräte, die zur Selbstvermessung verwendet werden. Der Virenjäger Symantec hat diesbezügliche Angebote untersucht. Das Online-Magazin slate.com zitiert aus der Studie: „Symantec hat Sicherheitsrisiken in einer großen Anzahl von Selbstvermessungs-Geräten und -Anwendungen gefunden. Eines der signifikantesten Ergebnisse ist, dass alle am Körper tragbaren Geräte zur Aktivitätsüberwachung dieser Untersuchung so angreifbar sind, dass mit ihnen Bewegungsprofile erstellt werden könnten.“

Nicko van Someren, Chief Technology Officer von Good Technology stellt fest: „Unglücklicherweise sehen wir mit jeder neuen Technologiewelle neue Sicherheitsbedrohungen – und die tragbaren Computer machen da keine Ausnahme.“ Bereits jetzt ließe sich beobachten, wie das ‚Internet der Dinge‘ mit seinen vernetzten Geräten Angriffsflächen schafft. Somit schwingt bei Wearables auch immer das das Thema Privatsphäre mit.

Wie gehen wir damit um? Politik, Wirtschaft, die Beteiligten aus dem Gesundheitswesen und der Bundesverband der Verbraucherzentralen werden nicht müde, zu beschwören, der Patient müsse ‚Herr seiner Daten‘ sein. Wie aber Ältere oder Unfallpatienten in der Praxis von diesem Recht Gebrauch machen sollen, verrät keiner. Die Realität ist vielmehr: Keiner ist „Herr seiner Daten“.

Von geltendem Recht Gebrauch machen

Ausführlicher erläutert das Big-Data-Unternehmen Datarella aus München die Zusammenhänge auf seiner Internetseite unter dem Stichwort „Datenschutz“. Die Schwierigkeit mit den Daten ist, dass sie so reichhaltig und so individuell sind, dass es stets möglich ist, auf einzelne Personen zurückzugreifen. Eine Anonymisierung, z.B. indem man die User-Kennung oder die IP-Adresse löscht, ist nicht möglich.

Wie ein Fingerabdruck können wir über die Spur identifiziert werden, die wir in den Daten hinterlassen. Diesem Problem lässt sich kaum durch noch mehr Datenschutzregulierungen beikommen. Schon heute erschweren die verpflichtende Zweckgebundenheit und Datensparsamkeit die Forschung mit medizinischen Daten derart, dass kaum sinnvoll damit gearbeitet werden kann.“

Datarella empfiehlt, die Verwendung der Daten zu verbieten: „Abhilfe bringt nur ein umfassender Rechtschutz. Jeder Mensch, der seine Daten mit der Forschung teilt muss sich sicher sein können, dass daraus keine Nachteile erwachsen. Versicherungen und Arbeitgeber dürfen keinen Vorteil aus der Offenheit der Menschen ziehen dürfen.“

Das könne vergleichbar zum Antidiskriminierungsgesetz ausgestaltet werden. „Schon heute dürfen Krankenversicherungen beispielsweise keinen Unterschied in den Prämien nach dem Geschlecht der Versicherten machen.“ Im dritten Teil dieses Artikels zur Sicherheit im Gesundheitswesen beschäftigen wir uns mit der Frage, ob der Ruf nach dem Gesetzgeber tatsächlich mehr Sicherheit für die Patienten bringt.

(ID:43191563)