Ping Identity Verbraucherumfrage 2018

Wer Daten nicht schützt, den verlassen die Kunden!

| Redakteur: Peter Schmitz

Laut einer Umfrage unter 753 deutschen Erwachsenen würden 40 Prozent der Befragten nach einer Daten­schutzverletzung die Interaktion mit der jeweiligen Marke komplett beenden.
Laut einer Umfrage unter 753 deutschen Erwachsenen würden 40 Prozent der Befragten nach einer Daten­schutzverletzung die Interaktion mit der jeweiligen Marke komplett beenden. (Bild: Pixabay / CC0)

Die Hälfte aller deutschen Verbraucher würden nach einer Datenschutzverletzung die Online-Interaktion mit einer Marke einstellen; 42 Prozent würde einen Online-Service, der kürzlich gehackt wurde, nicht nutzen. Das zeigen die Ergebnisse einer globalen Verbraucherumfrage des IAM-Anbieters Ping Identity.

Die Verbraucherumfrage 2018 „Wie ticken Verbraucher im Zeitalter der Datenschutzverletzungen?“ (pdf, engl.) des IAM-Anbieters Ping Identity bietet Einblicke in die Denkweise und das Verhalten der Verbraucher und zeigt, wie sie sich im Fall einer Datenschutzverletzung gegenüber betroffenen Marken verhalten.

Um herauszufinden, was Verbraucher mit Blick auf den Schutz ihrer persönlichen Daten von Marken erwarten, befragte Ping über 3.000 Personen in den USA, sowie in Großbritannien, Frankreich und Deutschland (753). Die Studie belegt, dass viele Verbraucher nach einer Datenschutzverletzung drastische Veränderungen bei der Interaktion mit dem betroffenen Unternehmen und der Sicherung ihrer persönlichen Daten vornehmen.

So würden beispielsweise 47 Prozent der Befragten in Deutschland nach einer Datenschutzverletzung mit der jeweiligen Marke nicht mehr online interagieren. Nur ein geringfügig kleinerer Teil (40 Prozent) würde die Interaktion sogar komplett einstellen. Fast die Hälfte (42 Prozent) würde sich auch bei Online-Services oder -Apps, die kürzlich gehackt wurden, nicht mehr anmelden. Ebenfalls fast die Hälfte (46 Prozent) hat als Reaktion auf aktuelle Datenschutzverletzungen Änderungen bei der Sicherung der eigenen persönlichen Daten vorgenommen, während sich 45 Prozent der Verbraucher heute um den Schutz ihrer persönlichen Daten größere Sorgen machen, als noch vor einem Jahr.

Die jüngere Generation setzt mehr Vertrauen in Marken.

Die größten Unterschiede bei der Sicherheitswahrnehmung und den entsprechenden Praktiken konnte Ping in den Altersgruppen „Unter 35“ und „Über 55“ feststellen. Während die jüngere Generation beim Datenschutz größeres Vertrauen in Marken setzt und eher bereit ist, mehr für den Schutz ihrer persönlichen Daten auszugeben, geht die ältere Generation deutlich vorsichtiger mit ihren sensiblen Informationen um. Entsprechend unwahrscheinlicher ist es, dass dieser Personenkreis in Folge einer Datenschutzverletzung finanzielle Einbußen erleidet.

50 Prozent der Teilnehmer unter 35 aus Deutschland sind sich sicher oder sehr sicher, dass Anbieter von Online-Apps und -Services in der Lage sind, ihre persönlichen Daten zu schützen. Bei den über 55-Jährigen sind es nur 24 Prozent. 57 Prozent der Teilnehmer unter 35 sind bereit, ihre Kontodaten auf einer Website oder in einer App einzugeben. Bei den älteren Befragten sind es nur 43 Prozent. 37 Prozent der unter 35-Jährigen sind nicht bereit, überhaupt dafür zu bezahlen, dass ihre persönlichen Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Bei den über 55-Jährigen sind es 78 Prozent.

Bei Amerikanern ist die Bereitschaft, sensible Daten an Marken weiterzugeben, fast doppelt so hoch.

Auch beim sicherheitsrelevanten Verhalten der Verbraucher ließen sich regionale Unterschiede feststellen. Amerikaner sind hinsichtlich ihrer persönlichen Daten unbesorgter; Franzosen sind eher nicht davon überzeugt, dass Marken ihre persönlichen Daten schützen können; Briten werden am seltensten Opfer einer Datenschutzverletzung, und bei den Deutschen ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, dass sie sich nach einer Datenschutzverletzung wie dem Cambridge Analytica-Skandal von Facebook Connect abwenden.

  • Amerikaner geben ihre Sozialversicherungsnummer am bereitwilligsten an Marken weiter (16 Prozent im Vergleich zu 9 Prozent in Frankreich, 6 Prozent in Deutschland und 4 Prozent in Großbritannien).
  • Die Franzosen sind, wie gesagt, eher nicht davon überzeugt, dass Anbieter von Online-Apps und -Services ihre persönlichen Daten schützen können (38 Prozent sind sich sicher oder sehr sicher, im Vergleich zu 48 Prozent in den USA und Großbritannien und 42 Prozent in Deutschland).
  • Bei den britischen Teilnehmern ist die Häufigkeit von Datenschutzverletzungen mit 15 Prozent geringer als in den USA (27 Prozent), Frankreich (21 Prozent) oder Deutschland (17 Prozent). Allerdings mussten 42 Prozent der britischen Teilnehmer, die von einer Datenschutzverletzung betroffen waren, auch finanzielle Einbußen hinnehmen. In den USA waren es 24 Prozent, in Deutschland 38 Prozent und in Frankreich 43 Prozent.

„Während die Verbraucher eindeutig großen Wert auf Sicherheit legen, zeigen die Daten auch, dass es Grenzen gibt, wie viel Aufwand sie betreiben oder wie viel sie bereit sind, dafür zu zahlen“, sagte Garrett Bekker, Principal Security Analyst, 451 Research. „Dies deutet darauf hin, dass die Last auf die Anbieter und Dienstleister fallen sollte, um ein sicheres Online-Erlebnis zu bieten – und das zu Recht. Die Verbraucher gehen auch nicht in ein Restaurant und erwarten, dass sie mehr bezahlen, um sicherzustellen, dass sie nicht krank werden. Und wenn sich die Verbraucher nicht sicher fühlen, zeigen die Daten die Kosten für die Anbieter im Hinblick auf verlorene Kunden auf.“

Über die Umfrage: Ping Identity hat mit dem Forschungs-Partner 451 Research in den USA sowie in Großbritannien, Frankreich und Deutschland ein repräsentatives Teilnehmer-Panel von 3.264 Erwachsenen befragt. Diese waren älter als 18 Jahre und nutzen zumindest eine Website/einen Online-Services der folgenden Kategorien: Shopping, Banking, Film/TV, Musik, Behördenservices und Reise oder Apps wie Uber und Lyft. Zudem mussten die Teilnehmer in den letzten zwölf Monaten auf einer Website oder in einer App mindestens eine der folgenden Angaben gemacht haben: Anschrift, Geburtsdatum, Rufnummer, Kreditkartennummer, Bankverbindung, Sozialversicherungsnummer oder Führerscheinnummer. Die regionale Verteilung der Befragten stellt sich folgendermaßen dar: USA: 1.004, Großbritannien: 753, Frankreich: 754, Deutschland: 753. Die Umfrage wurde zwischen dem 21. und dem 25. Mai 2018 online durchgeführt. Die Fehlerspanne beträgt +/- 1,7 Prozentpunkte.

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