Die „dunkle Seite“ des Mitmachnetzes

Wie Social-Media-Daten kommerziell genutzt werden

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Das Mitmachnetz birgt eine Fülle auswertbarer, unstrukturierter Informationen.
Das Mitmachnetz birgt eine Fülle auswertbarer, unstrukturierter Informationen. (© Sergey Nivens - Fotolia.com)

Dass Facebook, Twitter, Blogs und Foren auch kommerziell verwertet werden, ist kein Geheimnis. Zu den großen Playern in diesem Segment zählen unter anderem IBM und Salesforce. Die Kollegen von IT-BUSINESS zeigen die beiden Seiten der Medaille.

Am Anfang war eine kaputte Waschmaschine, die erst vor kurzem gekauft wurde. Nehmen wir an, der Besitzer verschafft nun seinem Ärger mit einem Tweet Luft. Er twittert beispielsweise: „Typisch Montag – nagelneue Miele-Waschmaschine kaputt :-(“. Anhand dieses Beispiels lässt sich zeigen, inwieweit soziale Netzwerke inzwischen zwei Seiten haben: Die ursprüngliche Nutzung seitens der Privatleute wie den Waschmaschinenbesitzer, die Twitter, Facebook, Blogs et cetera zum Zeitvertreib nutzen, ist die eher unproblematische Seite.

Die (dunkle) Seite der geschäftlichen Nutzung gewinnt derzeit rasend an Bedeutung. Hier werden die Social-Media-Daten ausgewertet und kommerziell genutzt, was viele User nicht wissen. Um beim Beispiel zu bleiben: In diese Schublade fällt ein Waschmaschinenhersteller, der über Twitter-Schnittstellen genau jener Person kurze Zeit später ein passendes Waschmaschinenangebot beiläufig per Werbe-Tweet sendet. Seine Social-Business-Abteilung oder -Agentur scannt dazu über offene Schnittstellen im Mitmachnetz laufend nach entsprechenden Keyworts wie "Waschmaschine, kaputt“.

Tonalitätenanalyse

Oder wenn ein Autohersteller, der beim Marktstart eines neuen Modells die Reaktion der Netzgemeinde einschätzen will, fällt das unter Social Business. Seine Social-Business-Profis scannen hierbei das Netz (so genanntes „Social Monitoring“) nach dem Produktnamen als Keyword und ermitteln über semantische Analysealgorithmen unter anderem die Tonalität. Gängig sind hier die Kategorien „negativ“, „ambivalent“, „neutral“, und „positiv“. Postet jemand aus der Netzgemeinde als Kommentar zu einem viralen Youtube-Werbevideo beim Marktstart etwas wie „Häßlichstes Auto der Welt“, kann man inzwischen davon ausgehen, dass sein Kommentar in eine Social-Media-Analyse-Statistik eingeht. In diesem Fall in eine so genannte Sentiment-Analyse.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zur ambivalenten Einstellung der Nutzer.

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