Windows Server-Sicherung ersetzt NT Backup

Windows Server 2008 mit neuem On-Board Backup-Tool

25.08.2009 | Autor / Redakteur: Manuela Reiss / Peter Schmitz

Windows Server-Sicherung kann einen kompletten Server, ohne Drittanbieter-Tools, schnell wiederherstellen. Aber das On-Board-Tool von Windows Server 2008 hat auch Nachteile.
Windows Server-Sicherung kann einen kompletten Server, ohne Drittanbieter-Tools, schnell wiederherstellen. Aber das On-Board-Tool von Windows Server 2008 hat auch Nachteile.

Fehlende Funktionen sorgen für Kritik

Ziel der neuen Backup-Technologie ist primär Backup-to-Disk oder auch Backup-to-DVD. Unterstützt werden sowohl interne Festplatten als auch Wechselmedienlaufwerke sowie optische Medien (DVDs) und freigegebene Ordner im Netzwerk. Sicherungen auf Bänder sind hingegen nicht mehr möglich. Dies stellt eine wesentliche Einschränkung dar, die vielfach kritisiert wird.

Da die Unterstützung von Bandlaufwerken aber weiterhin implementiert ist, ist es immerhin Drittanbietern möglich, Lösungen zu entwickeln und als Add-on anzubieten, die Backups auf Bänder ermöglichen.

Als weitere Einschränkung bietet Windows Server 2008 keine Onboard-Lösung mehr, mit der eine Online-Sicherung der Exchange-Datenbanken möglich ist. Windows Server-Sicherung unterstützt einerseits keine Online-Backups und enthält andererseits auch keinen Exchange VSS Requestor, der ein Backup der Exchange-Datenbanken per Schattenkopie initiieren könnte. Es kann alte Sicherungsdateien lesen und von diesen auch Daten wiederherstellen, neue Sicherungen nach dem alten Verfahren können jedoch nicht erstellt werden.

Als Alternative kann beispielsweise der (kostenpflichtige) Microsoft System Data Protection Manager (DPM), die Datensicherungslösung für Dateiserver, eingesetzt werden, mit dem VSS-Snapshot-basierende Sicherungen auch von Exchange, Sharepoint und SQL-Servern möglich sind.

Fazit

Viele Administratoren werden sich über die neuen Sicherungsmöglichkeiten von Windows Server 2008 freuen. Mit Windows Server-Sicherung ist es nun im Notfall möglich, einen Server einschließlich Betriebssystem, Applikationen, Treiber, Datenbanken und Patches oder auch einen Domänencontroller aus einem imagebasierten-Backup schnell wiederherzustellen. Diese Möglichkeit boten bislang nur Tools von Drittanbietern. Damit ist es nun allerdings auch nicht mehr möglich ausgewählte Dateien oder Ordner zu sichern.

Wer bislang allerdings seine Sicherungen auf Magnetbänder speichert, wird entweder auf andere Sicherungsmedien umrüsten müssen, denn Bänder werden bei Windows Server 2008 von der integrierten Sicherung nun nicht mehr unterstützt, oder auf die Nutzung der integrierten Backup-Lösung verzichten müssen.

Administratoren, die bislang mit NT Backup ihre Exchange-2003-Datenbanken gesichert haben, werden eine weitere Funktion schmerzlich vermissen: Windows Server-Sicherung unterstützt nicht mehr die Online-Sicherung der Exchange-Datenbanken. Hierfür ist nun der Einsatz zusätzlicher (kostenpflichtiger) Tools erforderlich.

 

NT-Backups mit WSS lesen

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