Secunia veröffentlicht regionalen Schwachstellen-Report Q1/2014

Windows XP trotzt dem Support-Ende

| Redakteur: Stephan Augsten

Fast 60 Prozent aller Sicherheitslücken im ersten Quartal 2014 fanden sich in Drittanbieter-Software.
Fast 60 Prozent aller Sicherheitslücken im ersten Quartal 2014 fanden sich in Drittanbieter-Software. (Bild: Secunia)

Ob nun aus Gewohnheit oder mangels finanzieller Mittel: Gut ein Fünftel der deutschsprachigen PC-Nutzer war am 8. April 2014, dem Tag des Support-Endes von Windows XP, noch immer mit dem überholten Microsoft-Betriebssystem unterwegs. Dies geht aus dem aktuellen Länderreport des Schwachstellen-Experten Secunia hervor.

Microsoft hat sich wahrlich Mühe gegeben, PC-Nutzer noch vor dem Support-Ende von Windows XP zu einem Wechsel auf ein aktuelleres Betriebssystem zu bewegen. Mit Windows Vista, Windows 7 und Windows 8.1 stehen drei Alternativen zur Verfügung, so dass für jeden eingefleischten Windows-Nutzer etwas dabei sein dürfte.

Trotzdem vertrauten Anfang April noch 21 Prozent der Privatanwender auf Windows XP, wie dem Secunia Country Report DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) für das erste Quartal 2014 zu entnehmen ist. Schätzungen zufolge setzen etwa 20 bis 25 Prozent der Unternehmen ebenfalls weiterhin Windows XP ein – hier gestaltet sich ein Wechsel der Produktivsysteme allerdings auch deutlich schwieriger.

Ob die Anwender sich den Wechsel nicht zutrauen, die Kosten scheuen oder schlichtweg den Status quo bevorzugen, sei einmal dahingestellt. Fakt ist, dass sich die Anwender damit Sicherheitsprobleme ins Haus holen, wie Kasper Lindgaard, Head of Research bei Secunia, unterstreicht: „Für Hacker bedeutet das Ende des offiziellen Herstellersupports von Windows XP einen guten Tag, denn dadurch entstehen vermehrt Sicherheitslücken, die sie für ihre Angriffe ausnutzen.“

Allzu sicher dürfen sich allerdings auch die Nutzer aktuellerer OS-Versionen nicht fühlen, insbesondere wenn sie Drittanbieter-Programme einsetzen: Dem Secunia-Report zufolge stammte jede zehnte Anwendung auf einem durchschnittlichen Computer in der DACH-Region von einem Drittanbieter. Diese Programme waren im ersten Quartal 2014 für rund 60 Prozent der gefundenen Schwachstellen verantwortlich.

Nur eine der zehn wichtigsten unsicheren Software-Installationen kommt aus dem Hause Microsoft: die XML Core Services. Zu den übrigen neun zählen Oracle Java JRE 1.7.x/7.x und die Multimedia-Anwendungen VLC Media Player 2.x sowie Apple Quick Time 7.x. Populär aber anfällig sind auch IrfanView 4.x, Adobe Reader X 10.x, Apple iTunes 11.x, CDBurnerXP 4.x sowie die Microsoft.NET-Frameworks 3.x und 2.x.

Die Secunia Country Reports für das erste Quartal 2014 basieren auf Daten von mehreren Millionen Nutzern, die den Personal Software Inspector (Secunia PSI) nutzen. Die Analyse umfasst unter anderem die durchschnittliche Anzahl der installierten Programme auf privaten PCs, gepatcht und nicht gepatcht.

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