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Gerücht um Datenschutzänderungen bei LinkedIn Wirbel um social advertising bei LinkedIn

Redakteur: Peter Schmitz

Ein Gerücht macht die Runde: Das US-amerikanische Soziale Business-Netzwerk LinkedIn will angeblich Namen und Bilder seiner Mitglieder für Werbung nutzen. Stimmt nicht sagt das Unternehmen.

Ein Gerücht behauptet, das Business-Netzwerk LinkedIn will Namen und Bilder seiner Mitglieder für Werbung nutzen. Entsprechende Pläne wurden aber schon im August 2011 zurückgezogen.
Ein Gerücht behauptet, das Business-Netzwerk LinkedIn will Namen und Bilder seiner Mitglieder für Werbung nutzen. Entsprechende Pläne wurden aber schon im August 2011 zurückgezogen.

Ein Gerücht geht durch das Netz, wonach das amerikanische Business-Netzwerk LinkedIn (quasi das US-Pendant zum deutschen Xing) seine Datenschutzbestimmungen heimlich geändert habe und sich jetzt das Recht einräume, den Namen und alle Bilder eines angemeldeten Benutzers für deren Werbung zu verwenden.

Zum aktuellen Zeitpunkt entspricht dieses Gerücht nicht der Wahrheit. LinkedIn hat seine Nutzungsbedingungen weder kurzfristig verändert, noch nutzt es derzeit Mitgliederbilder in Anzeigen.

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Fakten und Hintergründe

Schon am 10. Juni 2011 hatte LinkedIn in seinem Unternehmensblog auf die anstehenden Änderungen in den Datenschutzrichtlinien hingewiesen.

Die Datenschutzrichtlinie wurde dann am 16. Juni 2011 zuletzt überarbeitet und unter anderem um Punkt 2 Absatz 6 erweitert, der das social advertising näher spezifiziert.

Am 23. Juni 2011 hatte das Unternehmen einen Test der neuen sozialen Werbung gestartet und dies in seinem Blog auch beschrieben.

Der Test lief für mehrere Wochen, in denen das Unternehmen auch Mitglieder-Feedback gesammelt hat. Am 11. August 2011 gab das Unternehmen in einem Blogpost bekannt, dass es aufgrund des klaren Mitglieder-Votums darauf verzichten will, Profilbilder in social ads zu verwenden.

Das Gerücht hält sich hartnäckig

Wie ist es also zu erklären, dass sich das Gerücht auch ein halbes Jahr nach Abschaltung der entsprechenden Funktionen bei LinkedIn noch immer hält und auch die Security-Insider-Redaktion zunächst auf dieses Gerücht hereingefallen sind, wie die erst vor wenigen Tagen erstellten Screenshots zu den entsprechenden Privacy-Einstellungen zeigen?

Eine Rücksprache mit LinkedIn konnte Licht ins Dunkel bringen: Wenn sich ein Mitglied längere Zeit nicht in sein Konto einloggt, kann es passieren, dass das Update der Oberfläche sich um ein paar Stunden verzögert.

So ist es möglich, dass Mitglieder, die längere Zeit nicht ihr Konto verändert haben, bei einem erneuten Login den entsprechenden Link und die Kontoeinstellungen noch sehen und auswählen können, obwohl die Settings von LinkedIn bereits seit Sommer 2011 deaktiviert wurden.

Statement von LinkedIn

Gudrun Herrmann, Pressesprecherin bei LinkedIn Deutschland dazu im Gespräch mit Security-Insider:

„LinkedIn ist optimiert für die kostenlose Mitgliedschaft. Die Mehrzahl der Funktionen und Innovationen, die wir entwickeln, geben wir an alle Mitglieder weiter, ohne dass wir dafür Geld verlangen. Der einfache Grund: Wir glauben daran, dass der Mehrwert, den wir unseren Mitgliedern bieten, der entscheidende Faktor für unseren Erfolg ist. Wenn unsere Mitglieder sich erfolgreich vernetzen, indem sie z.B. leicht neue Geschäftskontakte finden können, sind auch wir erfolgreicher.“

Auf die Änderungen in der Datenschutzrichtlinie hin angesprochen ergänzt Frau Herrmann weiter: „Mitglieder haben die Möglichkeit, über sogenannte „Status Updates“ Ihr Netzwerk über persönliche Neuigkeiten, Karriereschritte und Vorlieben zu informieren. LinkedIn behält sich mit seinen Satzungsbedingungen vor, diese Informationen eventuell in der Zukunft für Marketingzwecke zu verwenden – allerdings nur im Kreise des persönlichen Netzwerks unserer Mitglieder. Falls dies geschehen sollte, informieren wir unsere Mitglieder rechtzeitig, damit diese die Wahl haben, ob sie ihre Daten zur Verfügung stellen möchten. Ein Testpilot zu diesem Zweck fand bereits im Juni und Juli 2011 statt, wurde aber im August 2011 auf Wunsch unserer Mitglieder wieder eingestellt. Sowohl zu Beginn der Testphase als auch zur Einstellung wurden unsere Mitglieder darüber informiert.“

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