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Sicherheitsrisiko Industriespionage Wirtschaftsspione nehmen den Mittelstand ins Visier

Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Peter Schmitz

Auch kleine und mittelständische deutsche Unternehmen werden immer häufiger Opfer von Industriespionage und Datenklau. Doch nicht immer ist es allein die IT und das Computernetzwerk, die große Angriffsflächen bieten. Der Faktor Mensch wird von den meisten Unternehmen gern übersehen oder unterschätzt.

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Mitarbeiter, die vertrauliche Unternehmens-Informationen aus Versehen, manchmal vielleicht wissentlich oder gar gegen Geld weitergeben, sind die Achillesferse jeder Sicherheitsstrategie.
Mitarbeiter, die vertrauliche Unternehmens-Informationen aus Versehen, manchmal vielleicht wissentlich oder gar gegen Geld weitergeben, sind die Achillesferse jeder Sicherheitsstrategie.
(Bild: Amir Kaljikovic - Fotolia.com)

Die Zahl der Fälle von Internetkriminalität und Wirtschaftsspionage ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden wurden allein 2013 rund 60.000 Fälle registriert.

Seit 2007 attestiert die Wiesbadener Behörde sogar einen Anstieg der Fallzahlen von über 50 % mit einem geschätzten Schaden von 4,3 Mrd. Euro im Jahr. Folgeschäden und Verlust an Technologievorsprung nicht mitgerechnet.

Unternehmen haben Angst um das eigene Renommee

Gleichzeitig gäbe es ein riesiges Dunkelfeld, weil die meisten Unternehmen aus Angst um ihr Renommee den Gang zu den Behörden scheuen oder sogar Aufsehen erregende Ermittlungen in der eigenen Belegschaft fürchten. Der Schaden für die Gesamtwirtschaft habe in der EU nach den konservativen Schätzungen von Europol im Jahr 2012 über 750 Mrd. Euro betragen. Damit steigt Wirtschaftsspionage neben Umweltrisiken und Finanzrisiken zu den größten Gefährdungen für Unternehmen auf.

„Die meisten Firmen tun auch heute noch zu wenig zum Schutz der eigenen Systeme“, sagt ein Pressesprecher des Bundesamtes für die Sicherheit in der Informationstechnologie, kurz BSI. Die Behörde ist in Deutschland für die Computersicherheit zuständig und warnt beispielsweise in ihren Veröffentlichungen vor akuten Gefahren aus dem Netz. Viel mehr kann die öffentliche Einrichtung für Firmen allerdings nicht leisten.

„Gerade im internationalen Geschäft sehen viele Unternehmen nur das, was man ihnen zeigt, oder nur das, was sie sehen wollen. Aber oft trügt der Schein“, sagt Frank Schurgers. Er ist Geschäftsführer von Integris International, einer Beratungsfirma, die sich auf das Erkennen und Minimieren von Sicherheitsrisiken im internationalen Geschäft spezialisiert hat.

Nicht nur Global Player haben Betriebsgeheimnisse

Schurgers bietet seinen Kunden daher umfassende Analysen und Lösungen, die Sicherheitslücken auch jenseits der IT diskret und kompetent ausfindig machen. Die erschreckende Zahl von 800.000 Netzangriffen, die laut Telekom jeden Tag auf deutsche Firmen und Privatanwender einprasseln, vermittelt einen Eindruck der schwierigen Lage.

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