Fachkräftemangel in der IT-Sicherheit Eine gesunde Unternehmenskultur als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung

Ein Gastbeitrag von Felix Anrich und Randolph Moreno Sommer 4 min Lesedauer

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Angesichts wachsender Cyberbedrohungen und fortschreitender Digitalisierung ist der Bedarf an IT-Spezialisten größer denn je. Unternehmen müssen nicht nur Top-Talente rekrutieren, sondern auch langfristig halten. Ein attraktives Gehalt genügt oft nicht: Eine gesunde Arbeitskultur und positives Arbeitsklima werden zu entscheidenden Faktoren für dauerhafte Mitarbeiterbindung.

In einem umkämpften Arbeitsmarkt wie der IT-Sicherheit reicht ein attraktives Gehalt allein oft nicht aus. Ein positives Arbeitsklima hilft dabei, Fachkräfte dauerhaft zu halten.(Bild:  Rawpixel.com - stock.adobe.com)
In einem umkämpften Arbeitsmarkt wie der IT-Sicherheit reicht ein attraktives Gehalt allein oft nicht aus. Ein positives Arbeitsklima hilft dabei, Fachkräfte dauerhaft zu halten.
(Bild: Rawpixel.com - stock.adobe.com)

Gerade in der IT-Branche, wo der Wettbewerb um hochqualifizierte Mitarbeitende besonders intensiv ist, können interne Konflikte und eine giftige Arbeitsatmosphäre die Motivation und Loyalität der Teammitglieder stark beeinträchtigen. Unzufriedenheit und eine fehlende emotionale Bindung an das Unternehmen führen dazu, dass IT-Spezialisten oft bereit sind, bei der nächsten Gelegenheit zur Konkurrenz zu wechseln. Um dies zu verhindern, müssen Unternehmen gezielt in den Aufbau einer nachhaltigen und unterstützenden Unternehmenskultur investieren. Wie das gelingt, erfahren Sie nachfolgend.

Die Grundvoraussetzung für eine gute Arbeitsatmosphäre

Es gibt verschiedene Bedürfnisse, die für Menschen am Arbeitsplatz wichtig sind. Diese bezeichnen Experten als Systemgesetze. Darunter fallen beispielsweise Anerkennung, Respekt und Wertschätzung, aber auch das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen sollte ausgeglichen sein. Wird im Unternehmen kontinuierlich gegen eines oder gleich mehrere dieser Systemgesetze verstoßen, entstehen beim Betroffenen negative Gefühle wie Wut, Ärger, Angst oder Trauer. Diese Emotionen stellen einen guten Nährboden für eine schlechte Arbeitsatmosphäre dar. Langfristig drohen ein Rückgang der Produktivität, steigende krankheitsbedingte Fehlzeiten sowie Kündigungen.

Solche Verstöße gegen die Systemgesetze zu erkennen und aufzulösen ist Aufgabe der Führungskräfte. Sie sollten entsprechend geschult werden, um den Mitarbeitenden beratend zur Seite stehen zu können. Langfristig verbessert sich so nachweislich die Arbeitsatmosphäre, was sich wiederum positiv auf die Motivation der Angestellten und deren Gesundheit auswirkt.

Die 5 häufigsten Verstöße gegen Systemgesetze am Arbeitsplatz und wie sie behoben werden können

1. Die Führungskraft kommuniziert nicht transparent

Auch wenn die Arbeitsatmosphäre und die Systemgesetze in jedem Unternehmen individuell betrachtet werden müssen, gibt es dennoch Verstöße, die sich häufen. Dazu gehört fehlende Anerkennung, die durch mangelnde Kommunikation verursacht wird. Die Mitarbeitenden fühlen sich dann orientierungslos und ausgeschlossen. Diese Gefühle können Führungskräfte mit regelmäßigen Meetings, in denen Informationen transparent weitergegeben werden, begegnen. Auch Feedback­gespräche sind ein gutes Instrument, um den Mitarbeitenden Anerkennung auszudrücken.

2. Die Führungskraft würdigt die Erfolge der Mitarbeitenden nicht

Ähnlich verhält es sich mit fehlender Wertschätzung und mangelndem Respekt, beispielsweise wenn das Personal das Gefühl hat, Erfolge werden von den Führungskräften nicht gesehen und angemessen gewürdigt. Abhilfe schafft die regelmäßige Anerkennung von individuellen und auch Teamleistungen. Zudem wird auf diese Weise das Zusammengehörigkeitsgefühl im Unternehmen gestärkt.

3. Die Führungskraft sorgt nicht für genügend Ausgleich

Ein weiterer Verstoß gegen die Systemgesetze ist eine permanente Überlastung der Mitarbeitenden. Wenn Angestellte dauerhaft mehr geben als nehmen, führt das zu Frust und Erschöpfung. Die Unternehmen sind hier in der Verantwortung, auf die Gesundheit und die Work-Life-Balance ihres Personals zu achten, etwa indem sie für angemessene Formen der Entlastung durch Pausen oder anderen Ausgleich sorgen.

4. Die Führungskraft behandelt Mitarbeitende ungleich

Ebenfalls problematisch ist unfaires Verhalten von Führungskräften gegenüber Mitarbeitenden. Das schließt sowohl die Ungleichbehandlung einzelner Mitarbeiter ein als auch das Ignorieren von Anliegen der Angestellten. Hier ist ein einheitlicher und transparenter Führungsstil gefragt, bei dem alle Mitarbeitenden gleichbehandelt werden. So wird das Grundbedürfnis nach Respekt und Gleichbehandlung erfüllt, was zu einer positiven Arbeitsatmosphäre beiträgt.

5. Die Führungskraft ist kaum präsent

Der Führung kommt im Arbeitsleben allgemein eine große Bedeutung zu, denn fehlende Führung verletzt das Grundbedürfnis der Angestellten nach Sicherheit. Dabei ist es insbesondere problematisch, wenn sich Führungskräfte unklar positionieren oder gar nicht verfügbar sind. Abhilfe schafft eine aktive Präsenz der Vorgesetzten, um bei Anliegen schnell greifbar zu sein. Auch regelmäßige Einzelgespräche können dabei helfen, Unsicherheiten in der Belegschaft rechtzeitig zu erkennen.

Über die Autoren: Felix Anrich und Randolph Moreno Sommer sind die Gründer und Geschäftsführer von FAIRFAMILY. Sie beraten mittelständische Unternehmen im Bereich Personal und Führung – für mehr Stabilität, Gewinn und Wachstum. Mit ihrer Expertise aus über 5.000 Beratungen in den letzten 7 Jahren unterstützen sie Unternehmen dabei, ihr volles Potenzial auszuschöpfen und konzentrieren sich dabei auf 4 TOP Arbeitgeber-Strategien: Gehalt und Benefits, Recruiting, Produktivität und Führung.


Fachkräftemangel in der IT-Security


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