Best Practices für Detection and Response Angriffe auf Endpoints erkennen, bevor der Schaden eintritt

Autor / Redakteur: Dipl.-Phys. Oliver Schonschek / Peter Schmitz

Werden Attacken auf Endgeräte erst spät erkannt, kann der Schaden für das betroffene Unternehmen immens sein. Der Endpoint-Schutz muss deshalb um den Bereich der Erkennung und Abwehr von Angriffen erweitert werden. Um Anzeichen für Attacken möglichst zu erkennen, bevor sie den Endpoint erreichen, sollten die Möglichkeiten von XDR (Extended Detection & Response) genutzt werden.

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XDR (Extended Detection and Response) erkennt Angriffe auf Endpoints frühzeitig.
XDR (Extended Detection and Response) erkennt Angriffe auf Endpoints frühzeitig.
(Bild: Darwin Laganzon / Pixabay )

Viele Unternehmen sagen, sie kennen die Gefahr durch die zunehmenden Cyberrisiken, aber die Praxis zeigt, dass sie ihren eigenen Cyberschutz falsch einschätzen. Man vertraut darauf, nicht selbst zum Angriffsziel zu werden, und wenn doch, hat man ja für Schutzmaßnahmen bei seinen Endpoints gesorgt.

Trotzdem sind die Angreifer immer wieder erfolgreich. Fast jedes dritte mittelständische Unternehmen (30%) der Chemiebranche ist bereits Opfer einer Cyberattacke geworden, acht Prozent sogar mehrfach, berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dabei ist die Chemiebranche keine Ausnahme, im Gegenteil.

Ein weiteres Beispiel: Fast jedes vierte mittelständische Unternehmen (23 Prozent) der Lebensmittelindustrie hat bereits eine erfolgreiche Cyberattacke erlebt, sechs Prozent waren schon mehrfach betroffen. Ähnliche Situationen findet man in vielen Branchen, darunter auch die Logistik.

Dabei ist es nicht nur die Zahl der erfolgreichen Angriffe, die meist noch deutlich höher liegt, als solche Umfragen vermuten lassen. Zuerst einmal muss man sich bewusst machen, dass die Cyberangriffe auf die Endpoints erfolgreich waren, teilweise sogar mehrfach.

Trotz der Schutzmaßnahmen haben die Online-Kriminellen Erfolg. Offensichtlich werden die bestehenden Schutzfunktionen ausgetrickst, die Angreifer gelangen in die Systeme, auf die Endpoints und an die Daten.

Angreifer müssen so schnell wie möglich entdeckt und gestoppt werden

Wichtig ist es zu verstehen, dass Angriffe nicht vollständig verhindert werden können. Der Schutzwall, den ein Unternehmen um seine Endpoints und Daten zieht, bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Deshalb ist es entscheidend, dass die Endpoint Security auch mit dem Erfolg der Cyberattacken rechnet und aktiv nach Eindringlingen auf den Endgeräten sucht.

Leider fallen viele erfolgreiche Cyberangriffe erst sehr spät auf, dann wenn sie bereits zu großem Schaden geführt haben, zum Beispiel, wenn die erbeuteten Kundendaten plötzlich im Internet auftauchen und sich Kunden darüber beschweren. Oder wenn die Ransomware die Daten bereits verschlüsselt hat.

Doch nicht die betroffenen Kunden sollen erfolgreiche Attacken melden, nicht die verschlüsselten Daten sollen Anzeichen dafür sein, sondern die Cybersicherheit muss mehr für Erkennung und Abwehr tun, durch spezielle Funktionen im Bereich Detection und Response.

Die Lösung: XDR erkennt Angriffe und mindert Folgeschäden

Für den Schutz von Endpoints reicht es nicht aus, einen Anti-Malware-Schutz und eine Firewall einzusetzen. Die Endgeräte müssen aktiv nach Anzeichen für mögliche Angriffe durchsucht werden. Lösungen aus dem Bereich EDR (Endpoint Detection and Response) bieten die dafür notwendigen Funktionen.

Um aber nicht erst die Angriffe aufdecken zu können, wenn sie bereits die Endpoints erreicht haben, ist es wichtig, bereits in den Netzwerken und Clouds nach Spuren der Angreifer zu suchen. Detection and Response bekommt die notwendige Erweiterung in Lösungen, die man XDR (Extended Detection and Response) nennt.

Damit die Anzeichen für Attacken (IoC) so schnell wie möglich entdeckt und ausgewertet werden können, empfehlen sich Funktionen zur Automatisierung bei der Erkennung. Auch die Abwehrmaßnahmen sollten entsprechend durch Automatisierung unterstützt werden, damit keine wertvolle Zeit verloren geht und die Folgeschäden möglichst klein bleiben. Lösungen, die Maschinelles Lernen einsetzen, können hierbei die knappen Security-Ressourcen im Unternehmen unterstützen und entlasten.

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Über den Autor

Dipl.-Phys. Oliver Schonschek

Dipl.-Phys. Oliver Schonschek

IT-Fachjournalist, News Analyst und Commentator bei Insider Research