Sammelupdate schließt 17 Schwachstellen in Apache OFBiz Kritische OFBiz-Lücken erlauben Codeausführung ohne Anmeldung

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Apache OFBiz 24.09.06 behebt 17 Schwachstellen im Open-Source-ERP-System, darunter zwei kritische Lücken mit CVSS-Score 9.1 und eine mit 9.8, die nicht authentifizierte Codeausführung ermöglichen. Betroffen sind alle Versionen vor 24.09.06. Betreiber sollten schnellstmöglich aktualisieren.

Apache OFBiz 24.09.06 behebt 17 Schwachstellen, darunter kritische Lücken mit CVSS 9.8 und 9.1 die nicht authentifizierte Codeausführung ermöglichen.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Apache OFBiz 24.09.06 behebt 17 Schwachstellen, darunter kritische Lücken mit CVSS 9.8 und 9.1 die nicht authentifizierte Codeausführung ermöglichen.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

Die OFBiz-Entwickler haben am 19.05.2026 ein Bündel von Sicherheitsmeldungen veröffentlicht. Betroffen sind sämtliche Versionen vor 24.09.06 des Java-basierten ERP-Systems. Die Fehler verteilen sich auf Codeausführung, Schwächen bei Authentifizierung und Autorisierung, serverseitige Anfragefälschung und Skript-Einschleusung.

Remote Code Execution durch Code- und Template-Injection

Den schwersten Block bilden mehrere Pfade zur Codeausführung. CVE-2026-31986 mit einem CVSS-Score von 9.1 beruht auf einem fest eingebauten kryptografischen Schlüssel. Über den voreingestellten JWT-Signaturschlüssel in Kombination mit einer Injection in Widget-Templates führt ein nicht authentifizierter Angreifer eigenen Code aus. CVE-2026-31378 (CVSS-Score 6.5) umgeht per JSON-Attribut-Override und einer Lücke in der URL-Allowlist die Eingabeprüfung und mündet ebenfalls in Remote Code Execution. Authentifizierte Konten greifen über CVE-2026-46586 mit einem CVSS-Score von 8.8 auf den traverseContent-Service zu und schleusen Groovy-Code ein. CVE-2026-35086 (CVSS-Score 6.5) nutzt eine unsichere Template-Expansion in den E-Mail-Services. An der Template-Engine setzen CVE-2026-29207 (CVSS-Score 6.5) als Server-Side Template Injection im Content-Component mit niedrigen Rechten und CVE-2026-31380 (CVSS-Score 6.5) als FreeMarker-Injection über eine Umgehung der Parameter-Bereinigung bei doppelten Parametern an.

Schwächen bei Authentifizierung und Autorisierung

Eine zweite Gruppe betrifft Anmeldung und Berechtigungen. CVE-2026-45434 mit einem kritischen CVSS-Score von 9.8 umgeht die erzwungene Passwortänderung. Die Methode LoginWorker.checkLogin behandelt das gesetzte Flag requirePasswordChange als erfolgreiche Anmeldung und ermöglicht so den Zugang bis hin zur Codeausführung. CVE-2026-41919 mit einem ebenfalls kritischen CVSS-Score von 9.1 gestattet einen Authentifizierungs-Bypass durch unzureichende Maskierung von LDAP-Sonderzeichen in der DN-Konstruktion. CVE-2026-31387 (CVSS-Score 5.3) erlaubt über manipulierte Cookies das Fälschen von JWT und die Übernahme fremder Konten. CVE-2026-45187 (CVSS-Score 6.5) lässt niedrigprivilegierte Nutzer in den Webtools Systemjobs einplanen. CVE-2026-31388 (CVSS-Score 5.3) legt in Mandanten­um­ge­bung­en Daten über die Programm-Export-Funktion mandantenübergreifend offen.

SSRF und unbefugter Dateizugriff

Mehrere Meldungen betreffen serverseitige Anfragen und Dateizugriffe. CVE-2026-29226 mit einem CVSS-Score von 7.3 ermöglicht im Content-Component eine Server-Side Request Forgery. CVE-2026-31910 hat einen CVSS-Score von 7.5 und führt über eine mangelhafte Eingabeprüfung in den UI-Factory-Klassen zu SSRF und blindem Dateizugriff. CVE-2026-29220 (CVSS-Score 6.5) gestattet mit geringen Rechten das Einbinden lokaler Dateien (Local File Inclusion) im Content-Component. CVE-2026-31909 mit einem CVSS-Score von 7.5 gibt Versand-Label-Images ohne Authentifizierung preis.

Cross-Site Scripting und Datei-Uploads

Zwei weitere Lücken mit jeweils einem CVSS-Score von 6.1 betreffen Skript-Einschleusung und Datei-Uploads. CVE-2026-31906 resultiert in reflektiertem Cross-Site Scripting durch fehlerhafte Maskierung von HTML-Attributen in den Parametern eines Modal-Dialogs. CVE-2026-31379 verbindet Path Traversal mit einer Umgehung der Upload-Prüfung im Catalog Manager. Die Lücke ermöglicht willkürlichen Dateischreibzugriff, persistentes XSS und Codeausführung.

Fazit

Alle genannten Schwachstellen betreffen sämtliche Releases vor 24.09.06 und sind in dieser Version behoben. Die Bandbreite reicht von reflektiertem Cross-Site Scripting bis zur nicht authentifizierten Remote Code Execution, was den Aktualisierungsdruck für betriebene OFBiz-Installationen erhöht.

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