Definition Berechtigungen bei Betriebssystemen

Was sind Berechtigungen?

| Autor / Redakteur: Tutanch / Peter Schmitz

Der Zugriff auf Rechnerressourcen und Dateien wird bei modernen Betriebssystemen durch verschiedene Benutzer-Berechtigungen gesteuert.
Der Zugriff auf Rechnerressourcen und Dateien wird bei modernen Betriebssystemen durch verschiedene Benutzer-Berechtigungen gesteuert. (Bild: Pixabay / CC0)

Mit Hilfe von Berechtigungen eines Betriebssystems können User auf die verschiedenen Ressourcen eine Rechners zugreifen. Diese Ressourcen sind beispielsweise Dateien, Anwendungen, Peripheriegeräte, Schnittstellen oder die Rechenleistung und andere Objekte.

In modernen Mehrbenutzer-Betriebssystemen ist eine Rechteverwaltung für die verschiedenen Anwender integriert, mit der sich Berechtigungen für den Zugriff auf verschiedene Ressourcen des Rechners erteilen lassen. Die Berechtigungen entscheiden, ob und in welchem Umfang ein User auf Objekte wie Anwendungen, Dateien, Speicherkapazitäten, Prozessorleistung und weitere zugreifen darf. Auch die Verwendung von Schnittstellen oder Peripheriegeräten wie Drucker kann über die Berechtigungen im Betriebssystem gesteuert sein.

Eine elementare Rolle nehmen die Dateisystemberechtigungen ein, die festlegen, welche Benutzer welche Dateien oder Verzeichnisse lesen, schreiben, verändern, ausführen oder löschen dürfen. Die Berechtigungen können an einzelne Benutzer aber auch an Gruppen bestehend aus mehreren Usern gebunden sein. Ziel der Zugriffsberechtigungen ist es, Informationen und Daten vor ungewollter oder unerlaubter Einsichtnahme und Manipulation oder vor versehentlichem Löschen zu schützen. Oft sind die Userrechte über die verschiedenen Ressourcen eine Netzwerks hinweg gültig.

In älteren Betriebssystemen wie DOS oder bestimmten Windows-Versionen waren keine unterschiedlichen Betriebssystemberechtigungen vorgesehen, da die Systeme keine verschiedenen User kannten. Heutige Windows- oder Unix- und macOS-Systeme sehen die Verwendung durch verschiedene Benutzer vor und haben leistungsfähige Berechtigungsverwaltungen integriert. Jedem Benutzer kann über die Rechtevergabe eine eigene, individuelle Arbeitsoberfläche zur Verfügung gestellt werden. Die Rechtevergabe führen Administratoren auf Basis der Anmeldedaten der User durch.

Methoden für die Erteilung von Berechtigungen

Die eigentliche Ermittlung der Berechtigungen erfolgt durch das Betriebssystem mit Hilfe der verschiedenen zuvor hinterlegten Benutzerprofilen. Die Benutzerprofile beinhalten die Informationen, auf welche Ressourcen ein User mit welchen Rechten zugreifen darf. Für jedes der zu schützenden Objekt müssen in den Profilen entsprechende Informationen vorliegen. Häufig kommen so genannte Zugriffskontrolllisten für die Objekte zum Einsatz, die verschiedene Benutzerrollen mit unterschiedlichen Zugriffsrechten beinhalten. Die Identifikation des jeweiligen Benutzers erfolgt in der Regel anhand seines Benutzernamens und eines geheimen Passworts. Alternativen hierzu sind Chipkarten oder Fingerabdrucksensoren und Irisscanner. Es existieren darüber hinaus Konzepte, bei denen die Berechtigungen unabhängig vom User sind. In diesen Fällen legen die Laufzeitumgebungen und Sicherheitskonzepte beispielsweise von .NET oder Java Benutzerunabhängige Zugriffsrechte auf Basis der Vertrauenswürdigkeit von bestimmten Programmbibliotheken fest.

Die verschiedenen Objekte der Berechtigungen

Die Berechtigungen bei Betriebssystem kontrollieren den Zugriff auf die unterschiedlichsten Ressourcen und Objekte. Zu diesen zählen zum Beispiel:

  • Prozessorleistung
  • Prozesse starten und beenden
  • Speicherplatz
  • Daten
  • Schnittstellen
  • Peripheriegeräte
  • Netzwerkspeicher
  • Netzwerkressourcen
  • Anwendungen
  • Software
  • Powermanagement (starten und herunterfahren von Rechnern)

User mit so genannten Meta-Rechten dürfen die Rechte an den Objekten für andere Benutzer erteilen, verändern oder entziehen.

Dateiberechtigungen von Betriebssystemen

Die Dateiberechtigungen nehmen eine wesentliche Rolle im Berechtigungssystem eines Betriebssystems ein. Sie regeln den Zugriff von einzelnen Benutzern oder Benutzergruppen auf Dateien und Verzeichnisse. In netzwerkbasierten Client-Server-Umgebungen gelten diese Rechte nicht nur für lokal abgelegte Dateien, sondern auch für die auf Netzwerkservern gespeicherten Daten. Einzelne Benutzer können gleichzeitig verschiedenen Gruppen zugeordnet sein. Die klassischen Zugriffsrechte auf Dateien sind:

  • Lesen
  • Schreiben
  • Ausführen
  • Verändern
  • Löschen
  • Wiederherstellen

Hat ein User Vollzugriff auf eine Datei, beinhaltet dies sämtliche Berechtigungen.

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