In Sachen Digitalisierung hinkt Deutschland meist nur hinterher. Die neue Digitalstrategie der Bundesregierung will den Rückstand nun endlich aufholen. Doch was denken die Bürger über den neuesten Anlauf des Bundes? Eine aktuelle Studie von Cisco hat nachgehakt.
Behördengeschäfte sollen sich mit Hilfe staatlicher digitaler IDs in Zukunft auch ortsunabhängig und effizient elektronisch erledigen lassen.
(Bild: Suelzengenappel - stock.adobe.com)
Die Ampel-Koalition hat ihren Entwurf zur Digitalstrategie überarbeitet. Das Papier umfasst zum letzten aktuellen Stand vom 18. August 2022 rund 50 Seiten und trägt den Titel „Gemeinsam digitale Werte schöpfen“.
Die vorliegende Strategie führt die politischen Schwerpunkte der Bundesregierung beim Querschnittthema Digitalisierung unter einem Dach zusammen und bildet den übergeordneten Rahmen für die Digitalpolitik bis 2025. Inhaltlich ist das erarbeitete Papier in die drei Handlungsfelder „Vernetzte und digital souveräne Gesellschaft“, „Innovative Wirtschaft, Arbeitswelt, Wissenschaft und Forschung“ und „Lernender, digitaler Staat“ untergliedert.
Was will die Digitalstrategie?
Als wichtige Etappenziele deklariert werden der flächendeckende Ausbau von Glasfaser - und Mobilfunknetzen, ein chancengleicher und barrierefreier Zugang zu digitaler Bildung sowie eine verbesserte Nutzung von Daten durch vernetzte Datenräume in Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Ebenso gelistet wird die umfassende Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, die Nutzung der elektronischen Patientenaktie und die Stärkung der Fachkräftebasis für die Digitalisierung plus mehr Diversität innerhalb der Digitalbranche. Zudem soll für eine globale digitale Ordnung auf Basis der Menschenrechte und Grundfreiheiten, der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit sowie des Schutzes der Privatsphäre auf digitalem Boden, ein transparenter und demokratischer Multistakeholder-Ansatz in der europäischen und internationalen Zusammenarbeit mit passenden Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Mehr Tempo
Federführend verantwortlich für die strategische Ausrichtung des Entwurfs ist Digitalminister Volker Wissing aus den Reihen der FDP. Am 31. August wird der Entwurf dem Bundeskabinett vorgelegt. Für einen Großteil der Deutschen arbeitet die Ampel Regierung jedoch schlicht nicht schnell genug. Dies ergab eine Studie von Civey im Auftrag von Cisco. In dieser gaben 72 Prozent der Befragten an, dass Sie sich mehr Fortschritte in den ersten 9 Monaten der Ampel-Regierung gewünscht hätten.
Ein zentrales Thema, das den Menschen in Deutschland unter den Nägeln brennt, ist die Frage nach digitaler Souveränität. Im politischen Diskurs versteht man darunter die selbstbestimmte Nutzung und Gestaltung von Informationstechnik durch Gesellschaften, Staaten, Unternehmen und Individuen. 65 Prozent der Befragten finden es essenziell, dass Deutschland in Bezug auf die Digitalisierung maximale Handlungsfreiheit hat. Unwichtig finden das Thema lediglich 10 Prozent. Mit Blick auf aktuelle geopolitischen Spannungen und Krisenherde der Gegenwartsgesellschaft ist diese große Übereinstimmung unter den Befragten wohl auch wenig überraschend.
Bei der Frage nach der richtigen Vorgehensweise driften die Meinungen jedoch auseinander. So sind 29 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Ausbildung von IT-Kräften der Schlüssel zur digitalen Souveränität darstelle. 22 Prozent fordern dagegen, eigene Software-Lösungen zu entwickeln. Auf eigene Hardware setzen dagegen 10 Prozent der Befragten. 9 Prozent fordern, dass die Bundesregierung bei der Nutzung von IT-Lösungen auf verlässliche Partner beziehungsweise Staaten gesetzt. Auch interessant: Auf frei verfügbare Open-Source-Lösungen würden lediglich 6 Prozent der Befragten setzen.
Auch Jonas Rahe, Director Public Sector bei Cisco Deutschland, weist auf den Stellenwert der digitalen Souveränität in der Gegenwartsgesellschaft hin. „Wenn digitale Lösungen zuverlässig laufen, gibt das dem Staat Handlungsfreiheit in unsicheren Zeiten.“ Der zuverlässigen Einsatz digitaler Technologien sei dabei laut Rabe primär an ein wachsendes IT-Know-how in der Politik sowie dem Eingehen von Partnerschaften mit vertrauenswürdigen Technologieanbietern gekoppelt. Gleichermaßen merkt er an: „Alle IT-Lösungen selbst in Deutschland entwickeln zu wollen, ist illusorisch."
IT-Sicherheit
Ein zentrale Rolle spielt auch die IT-Sicherheit von deutschen Behörden. Unter den Befragen herrscht dabei jedoch nur wenig Vertrauen in die bestehende Infrastruktur. So sind 88 Prozent der Ansicht, dass diese nicht ausreichend gegen Cyber-Angriffe gerüstet seien. Lediglich 4 Prozent vertrauen auf die installierten Sicherheitsmaßnahmen.
Rabe sieht angesichts ständig einer ständig wachsenden Bedrohungslage zwar ebenfalls Handlungsbedarf, ordnet die Lage jedoch etwas nüchterner ein. Viele öffentliche Einrichtungen hätten bereits intensiv an einer Verbesserung ihrer IT-Sicherheit gearbeitet. „Die Skepsis ist aufgrund von Medienberichten über gehackte Kommunen verständlich, aber ganz so schlimm ist es in der Praxis nicht."
Videotelefonate
Bei Videokonferenzen scheinen die Deutschen dagegen eher praktisch veranlagt zu sein. 37 Prozent gaben als wichtigsten Aspekt eine stabile Ton- und Videoübertragung an. Danach folgten die Sicherheitsaspekte. 20 Prozent sehen es als Priorität, dass keine Weitergabe ihrer persönlichen Daten stattfindet. Für 18 Prozent ist eine verschlüsselte Verbindung wichtigster Faktor.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Ein weiterer Punkt der auffällt ist die Frage, wo die gespeicherten Daten denn lagern sollen. Sie ist für den Löwenanteil der Befragten zweitrangig. So ist es lediglich für 2 Prozent der Teilnehmer ein zentrales Anliegen, dass ihre Daten von Videokonferenzen innerhalb der EU gespeichert werden.
Über die Studie
Das Markt- und Meinungsforschungsunternehmen Civey hat im Auftrag von Cisco insgesamt 2.500 Bundesbürger zum aktuellen Stand der Digitalisierung in Deutschland befragt. Die Befragung fand im Zeitraum vom 19. Juli bis zum 1. August 2022 statt.