Zwei neue Instanzen als Teil der pCloudBw Google Cloud wird Bestandteil der Bundeswehr-Cloud

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Für ihre private Cloud setzen die Bundeswehr und ihr IT-Systemhaus, die BWI, auf einen amerikanischen Anbieter: Google. Dessen Lösung Cloud Air-Gapped soll Teil der privaten Bundeswehr-Cloud werden. Aber auch offene Daten werden dort künftig verarbeitet.

Unterzeichnung des Rahmenvertrags zwischen Google und BWI (v.l.n.r.): Bernd König, Geschäftsführer, Google Cloud Public Sector – Deutschland, Frank Leidenberger, Chief Executive Officer der BWI, Tara Brady, President Google Cloud für EMEA, und Christian Marwitz, Chief Digital Officer der BWI.(Bild:  BWI GmbH/Ilya Pusenkoff)
Unterzeichnung des Rahmenvertrags zwischen Google und BWI (v.l.n.r.): Bernd König, Geschäftsführer, Google Cloud Public Sector – Deutschland, Frank Leidenberger, Chief Executive Officer der BWI, Tara Brady, President Google Cloud für EMEA, und Christian Marwitz, Chief Digital Officer der BWI.
(Bild: BWI GmbH/Ilya Pusenkoff)

Die deutsche Tochter der Google Cloud für den Public Sector und die BWI, der Digitalisierungs­partner der Bundeswehr, haben einen Rahmenvertrag für die Beschaffung der Lösung „Google Cloud Air-Gapped“ geschlossen. So wird die BWI bis Ende 2027 zwei weitere Cloud-Instanzen in den eigenen Rechenzentren aufbauen und betreiben, sowohl für die Verarbeitung offener wie auch geschützter Daten. Dadurch soll Cloud Air-Gapped Teil der von der BWI entwickelten „privaten Cloud der Bundeswehr“ (pCloudBw) werden.

Entwicklung einer souveränen Cloud mit Google

Doch was heißt das genau? Cloud Air-Gapped ist die nach eigenen Angaben souveräne Lösung von Google, die die BWI dann für die Bundeswehr in ihren eigenen Rechenzentren installieren und betreiben wird – physisch vollständig getrentt von anderen Google-Systemen oder -Netzwerken. So soll die Bundeswehr zu jeder Zeit die Kontrolle über ihre eigenen Daten haben und will gleichzeitig den Anforderungen nach Informations- und Datensicherheit nach­kommen. Die Bundeswehr hat nämlich entschieden, bestimmte geschäftskritische Anwen­dungen auf der Business Technology Platform (BTP) von SAP im eigenen Rechenzentrum abzubilden. In Kooperation mit Google und SAP wolle die Bundeswehr mit dieser Gesamtlösung eine isolierte, sichere Umgebung für die IT-Unterstützung von „logistisch-administrativen“ Prozessen gewährleisten.

„Die Google-Plattform ist Teil unseres Multi-Cloud-Ansatzes“, sagt Frank Leidenberger, Chief Executive Officer der BWI. Mit der Vorgehensweise werde die BWI einseitige Abhängigkeiten verringern und wolle so zur digitalen Souveränität der Bundeswehr beitragen. Gleichzeitig könne so für jede operative Anforderung die wirtschaftlichste Cloud-Lösung genutzt werden. „Mit Google Cloud Air-Gapped als Teil der pCloudBw erhält die Bundeswehr eine Lösung, die sie aktiv steuern kann und damit ihre Handlungsfähigkeit ausbaut.“

Mögliche Kritikpunkte an der Kooperation

Für diese Kooperation zwischen der Bundeswehr und dem Hyperscaler Google könnte es Kritik geben. Obwohl die Zusammenarbeit darauf abzielt, Datenschutz und digitale Souveränität zu gewährleisten, stehen Bedenken im Raum. Schließlich ist Google ein amerikanisches Unternehmen, welches dem US-Recht, einschließlich dem Cloud Act, unterliegt. Dies könnte bedeuten, dass US-Behörden unter bestimmte Umständen Zugriff auf deutsche Daten beanspruchen und erhalten könnten – selbst wenn diese in Deutschland gespeichert sind. Hier soll zwar mittels Air Gapping ein Zugriff durch Google verhindert werden, in der Theorie könnte der Hersteller jedoch nach wie vor über den Code eine gewisse Kontrolle ausüben. Dazu könnte Vorwürfe mangelnder Transparenz bei der Datenverarbeitung in den USA und durch Google kommen sowie die nach wie vor bestehende Abhängigkeit der Technologie eines US-Anbieters – obwohl es auch in Deutschland und in der EU möglich­erweise geeignete Cloud Provider gibt.

Die Situation erinnert an die jüngste Vereinbarung von Google mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Auch hier hagelte es Kritik für die Ankündigung, gemeinsam sichere Cloud-Lösungen entwickeln zu wollen, um die Datensouveränität im öffentlichen Sektor zu erhöhen.

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