Im „Cybersecurity Hiring Trends Report“ schlüsselt der Schulungsanbieter ISC2 auf, welche Vorteile es bringt, (Quer-)Einsteiger in für die Cybersicherheit zu rekrutieren. Aber auch, worauf sich Unternehmen einstellen sollten, wenn sie um Nachwuchs werben.
Wie der jüngste Report von ISC2 zeigt, sind nicht mehr nur technisches Know-how und ein akademischer Abschluss allein die besten Voraussetzungen für eine Stelle in der Cybersicherheit.
(Bild: goodluz - stock.adobe.com)
Mit dem Ziel, eine Anleitung zur Neubewertung von Rekrutierungsstrategien, um Cybersicherheitsnachwuchs zu finden und langfristig zu binden, hat ISC2 insgesamt 929 Personalverantwortliche befragt. Diese stammen aus Unternehmen aller Größen aus Kanada, Deutschland, Indien, Japan, Großbritannien und den USA. Daraus entstanden ist der „2025 Cybersecurity Hiring Trends Report“.
Die größte Erkenntnis der Umfrage des Zertifizierungsanbieters ist, dass Manager im Einstellungsprozess Bewerber bevorzugen, die praktische IT-Erfahrung oder Cybersicherheitszertifizierungen mitbringen. Personen mit einer Ausbildung in der IT, Cybersicherheit oder Informatik ohne Berufserfahrung sind im Vergleich weniger gefragt. So würden 90 Prozent der deutschen Befragten einen Kandidaten in Betracht ziehen, der nur über IT-Berufserfahrung verfügt. Und 88 Prozent würden Kandidaten in Betracht ziehen, die nur über Einstiegszertifizierungen im Bereich Cybersicherheit verfügen.
Cybersicherheit entwickelt sich ständig weiter, da ständig neue Bedrohungen und Technologien entstehen. Berufseinsteiger sind in der Regel lernfähiger und anpassungsfähiger.
Personalmanager für Cybersicherheit in Deutschland
Darüber hinaus haben die Personalverantwortlichen in Deutschland über spezifische Erwartungen bei Aufgaben berichtet, die typischerweise Einsteigern und Nachwuchskräften im Bereich der Cybersicherheit zugewiesen werden. Zu den wichtigsten Aufgaben von Berufseinsteiger gehören:
Reaktion auf Vorfälle (60 Prozent)
Triage-Meldungen (59 Prozent)
Backup, Wiederherstellung und Business Continuity (58 Prozent)
Es gibt viele Positionen im Bereich Cybersicherheit für Berufseinsteiger. Als ehemaliger CTO und aktueller CEO kann ich Ihnen versichern, dass die wichtigsten internen Cybersicherheitsprojekte von Praktikanten oder Praktikanten im ersten Jahr bearbeitet werden.
Aus den Berichten der weltweit Befragten lassen sich eindeutige Vorteile schließen, die das Einstellen von Einsteigern in der Cybersicherheit mit sich bringt:
Zugang zu einem größeren Talentpool: Einige Personalverantwortliche im Bereich Cybersicherheit gaben an, bei der Besetzung von Einstiegs- und Juniorpositionen im Bereich Cybersicherheit nicht nur auf den traditionellen akademischen und beruflichen Hintergrund zu achten. Fast ein Viertel derjenigen, die an Hochschulen und Universitäten rekrutieren, gaben an, Kandidaten mit Studiengängen und Hintergründen gefunden zu haben, die nicht direkt mit Cybersicherheit oder Informatik zu tun haben (27 Prozent aus Bachelor- und 20 Prozent aus Master-Studiengängen). Dieser Trend spiegelte sich auch innerhalb der Organisationen wider. Von den 22 Prozent der Personalverantwortlichen, die Talente im Bereich Cybersicherheit aus anderen Abteilungen ihres Unternehmens suchten, rekrutierten die meisten aus der IT (85 Prozent) und dem technischen Support/Helpdesk (68 Prozent). Sie fanden aber auch Kandidaten aus den Teams für Finanzen (39 Prozent), Personalwesen (38 Prozent), Kommunikation (37 Prozent), Kundenservice (35 Prozent) und Marketing (31 Prozent).
Schnelle Besetzung freier Stellen: Die Untersuchungen ISC2 zeigten, dass Positionen im Bereich Cybersicherheit für Berufseinsteiger relativ schnell besetzt werden können. 21 Prozent der Personalverantwortlichen gaben an, dass Einstiegspositionen im Bereich Cybersicherheit in der Regel in weniger als einem Monat besetzt werden, weitere 40 Prozent gaben an, dass die Besetzung in der Regel nur ein bis drei Monate dauert. Bei Positionen auf Junior-Ebene gaben acht Prozent an, dass diese in weniger als einem Monat besetzt werden können, und 34 Prozent innerhalb von ein bis drei Monaten. Bei Vakanzen höherer Positionen dauere die Besetzung oft länger.
Schnelle und kostengünstige Einarbeitung: Nach der Einstellung ist die Schulung von Einsteigern meist schnell und kostengünstig. Die meisten Personalmanager gaben an, dass die Schulung von Berufseinsteigern (81 Prozent) und Junior-Profis (79 Prozent) zur selbstständigen Erledigung von Aufgaben weniger als ein Jahr dauert. Der Schulungszeitraum variiert jedoch leicht zwischen diesen Gruppen. So gaben Personalmanager beispielsweise häufiger an, dass Junior-Profis im Bereich Cybersicherheit in der Anfangsphase weniger Zeit benötigen: 17 Prozent gaben an, dass sie in ein bis drei Monaten geschult werden können, verglichen mit acht Prozent bei Berufseinsteigern. Die Mehrheit der befragten Personalmanager (56 Prozent) gab an, dass die Schulung von Cybersicherheits-Einsteigern in der Regel vier bis neun Monate dauert, während 45 Prozent dies für Junior-Profis angaben.
Personalverantwortliche in Deutschland gaben gegenüber ISC2 an, dass die Besetzung von Einstiegspositionen im Bereich Cybersicherheit in der Regel ein bis drei Monate dauert (39 Prozent), während für Positionen der unteren Ebene vier bis sechs Monate benötigt werden (36 Prozent). Mehr als drei Viertel der Personalverantwortlichen in Deutschland geben an, dass sie über ein ausreichendes Budget verfügen, um in die berufliche Entwicklung ihres Cybersicherheitsteams zu investieren (77 Prozent). 77 Prozent geben an, dass sie 2025 mehr Cybersicherheitsexperten einstellen werden als in den Vorjahren.
Viele Unternehmen bieten Angebote für ihre Nachwuchskräfte an. Dabei sind Zertifizierungskurse das am häufigsten genannte Entwicklungsangebot für Einsteiger und Nachwuchskräfte im Bereich Cybersicherheit (65 Prozent). Außerdem wurden interne Schulungen (56 Prozent), externe Schulungen (52 Prozent) und Zertifizierungen (43 Prozent) als die effektivsten Methoden zur Schulung von Cybersecurity-Fachkräften der Einstiegs- und unteren Ebene genannt. Die Ausbildungskosten für Einsteiger in der Cybersicherheit liegt im Schnitt zwischen 5.000 und 9.999 US-Dollar, während sie für Nachwuchskräfte zwischen 1.000 und 4.999 US-Dollar liegen.
„Einsteiger und Junior-Level-Personal sind für die Zukunft des Cybersecurity-Berufs von entscheidender Bedeutung“, sagt Casey Marks, Chief Qualifications Officer des ISC2. „Investitionen in Menschen und berufsbegleitendes Lernen werden immer ein wesentlicher Bestandteil von stabilen Cybersecurity-Teams sein. Der diesjährige Report über Einstellungstrends zeigt, wie wichtig es ist, der nächsten Generation von Cybersicherheitsexperten Chancen zu bieten. Unsere Forschung kann Cyberteam-Leitern dabei helfen, einen Fahrplan für die Einstellung und Entwicklung von Teammitgliedern der Einstiegs- und Junior-Ebene zu erstellen.“
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