Definition CERG | Critical Entities Resilience Group Was ist die Critical Entities Resilience Group (CERG)?

Von Dipl.-Ing. (FH) Stefan Luber 3 min Lesedauer

Die Critical Entities Resilience Group ist eine im Rahmen der Critical Entities Resilience Directive eingerichtete europäische Institution. Sie soll die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch der EU-Mitgliedstaaten im Bereich der Widerstandsfähigkeit kritischer Einrichtungen verbessern.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

CERG ist das Kürzel für Critical Entities Resilience Group. Bei der Critical Entities Resilience Group handelt es sich um eine im Rahmen der Critical Entities Resilience Directive (CER) eingerichtete Institution. Die Gruppe übernimmt in der Europäischen Union eine wichtige Rolle in der Implementierung der CER-Richtlinie. Sie soll die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission verbessern und einen Beitrag zu einer widerstandsfähigeren EU-Infrastruktur leisten. Die Gruppe erleichtert den Austausch von Informationen und Best Practices in Bezug auf die Stärkung der Resilienz von kritischen Einrichtungen und kritischen Infrastrukturen. Die CERG setzt sich aus Vertretern und Experten der einzelnen EU-Mitgliedstaaten und der Kommission zusammen. Den Vorsitz führt die Kommission. In der Gruppe werden unter anderem gemeinsame Pläne besprochen und ausgearbeitet und Abhängigkeiten in der Infrastruktur analysiert.

Das erste Treffen der Critical Entities Resilience Group fand bereits am 25. Januar 2023 statt. Mehrere weitere Treffen folgten noch im selben Jahr. Es ist geplant, dass sich die CERG auch zukünftig regelmäßig und mindestens einmal jährlich trifft.

Grundlegende Informationen zur Critical Entities Resilience Directive (CER)

Nähere Details zur Critical Entities Resilience Group, ihrer Rolle und ihren Aufgaben sind im Artikel 19 der Critical Entities Resilience Directive zu finden. Die Abkürzung der Critical Entities Resilience Directive lautet CER. Manchmal wird auch der Begriff REC-Direktive (Directive on the Resilience of Critical Entities) verwendet. Die deutsche Bezeichnung ist „Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (EU 2022/2557)“. Bei der Direktive handelt es sich um eine Richtlinie der Europäischen Union zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit kritischer Einrichtungen. Die Richtlinie wurde bereits im Jahr 2022 verabschiedet. Sie muss bis Oktober 2024 in den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. In Deutschland regelt das sogenannte KRITIS-Dachgesetz, abgekürzt KRITIS-DachG, die praktische Umsetzung der Critical Entities Resilience Directive. Es ist Anfang November 2024 ins Parlamentarische Genehmigungsverfahren gegangen.

Die Directive beschäftigt sich mit der Stärkung der Widerstandsfähigkeit kritischer Einrichtungen gegenüber physischen Bedrohungen wie Naturkatastrophen, Terrorangriffe oder Sabotage. Kritische Einrichtungen sind Einrichtungen, die wesentliche Leistungen zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger gesellschaftlicher Funktionen, der öffentlichen Sicherheit, der öffentlichen Gesundheit, der Umwelt und der wirtschaftlichen Abläufe erbringen. Die Direktive benennt insgesamt elf Sektoren, in denen als kritisch eingestufte Einrichtungen die Anforderungen der Direktive, zum Beispiel das Erstellen von Resilienzplänen, zu erfüllen haben. Diese elf Sektoren sind Energieversorgung, Transport und Verkehr, Banken, Finanzmarktinfrastrukturen, Gesundheitswesen, Trinkwasser, Abwasser, Ernährung, digitale Infrastruktur, Raumfahrt und öffentliche Verwaltung. Identifizierung und Registrierung der kritischen Einrichtungen durch die einzelnen Mitgliedsstaaten müssen voraussichtlich bis zum 17. Juli 2026 erfolgt sein. Anschließend müssen die als kritisch eingestuften Einrichtungen die geforderten Maßnahmen innerhalb einer Übergangsfrist umsetzen. Bei Nichteinhaltung drohen entsprechende Strafen wie Bußgelder.

Die Zusammensetzung der Critical Entities Resilience Group

Die Critical Entities Resilience Group setzt sich folgendermaßen zusammen: Sie besteht aus Repräsentanten und Experten der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten und der Kommission. Für die Arbeit der Gruppe relevante weitere Akteure können von der Critical Entities Resilience Group dazu eingeladen werden, sich an ihrer Arbeit zu beteiligen. Falls vom Europaparlament gewünscht, kann die Kommission Experten des Europaparlaments dazu einladen, an den Treffen der Critical Entities Resilience Group teilzunehmen. Den Vorsitz in der Resilienzgruppe kritischer Einrichtungen führt die Kommission.

Die Aufgaben und Tätigkeiten der Critical Entities Resilience Group

Die CERG unterstützt bei der Umsetzung und Implementierung der CER-Richtlinie in der Europäischen Union. In Artikel 19 der CER-Richtlinie sind zahlreiche Aufgaben der Gruppe aufgeführt. Zu diesen Aufgaben zählen unter anderem:

  • Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Stärkung ihrer Fähigkeit zur Gewährleistung der Resilienz kritischer Einrichtungen gemäß CER-Richtlinie
  • Verbesserung der Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs nationaler Behörden
  • Unterstützung bei der Identifizierung kritischer Einheiten durch die Mitgliedstaaten
  • Informationsaustausch zu Best Practices zur Stärkung der Resilienz kritischer Einrichtungen und Infrastrukturen.
  • Teilen von Informationen zu Bedrohungen und Sicherheitslücken kritischer Einrichtungen
  • Analyse von Strategien
  • Unterstützung der Kommission beim Erstellen von Regeln und Richtlinien
  • Unterstützung der Kommission bei der Beratung der Mitgliedstaaten
  • Prüfung und Analyse von Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Mitgliedstaaten
  • Erörterung zusammenfassender Berichte der Beratungsmissionen und der gewonnenen Erkenntnisse

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