Infrastrukturausfall durck KI bis 2028 Fehlkonfigurierte KI wird Zer­stö­rungs­kraft gegen G20 richten

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Die Analysten von Gartner gehen davon aus, dass der nächste große IT-Ausfall nicht durch Hacking, sondern durch falsch konfigurierte KI ver­ur­sacht werde. Ohne ausreichende Sicherheitsmaßnahmen könnten die Auswirkungen auf die Öffentlichkeit und die Wirtschaft gigantisch sein.

Gartner warnt, dass bis 2028 eine fehlkonfigurierte KI in cyber-physischen Systemen wie Stromnetzen, Industrieanlagen/ICS oder IIoT-Sensorik durch falsche Entscheidungen Blackouts, Produktionsstopps und physische Schäden verursachen und damit Sicherheit und Wirtschaft stark gefährden kann.(Bild:  Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)
Gartner warnt, dass bis 2028 eine fehlkonfigurierte KI in cyber-physischen Systemen wie Stromnetzen, Industrieanlagen/ICS oder IIoT-Sensorik durch falsche Entscheidungen Blackouts, Produktionsstopps und physische Schäden verursachen und damit Sicherheit und Wirtschaft stark gefährden kann.
(Bild: Dall-E / Vogel IT-Medien GmbH / KI-generiert)

Das US-amerikanische Analystenhaus Gartner prognostiziert, dass bis 2028 fehlkonfigurierte KI in cyber-physischen Systemen (CPS) die kritische Infrastruktur eines G20-Staates lahmlegen wird. Ein sicherer Übersteuerungsmechanismus in KI-Systemen, die nationale kritische Infra­struk­tu­ren unterstützen, sei unerlässlich, um die letztendliche Kontrolle durch den Menschen sicherzustellen.

Gartner definiert cyber-physische Systeme als technische Systeme, die Sensorik, Rech­en­leis­tung, Steuerung, Vernetzung und Analyse miteinander verzahnen, um mit der physischen Welt zu interagieren. Der Begriff CPS diene dabei als Oberkategorie und umfasse unter anderem Be­triebstechnologie (OT), industrielle Steuerungssysteme (ICS), industrielle Automatisierungs- und Steuerungssysteme (IACS), das industrielle Internet der Dinge (IIoT), Robotik, Drohnen so­wie Anwendungen im Kontext von Industrie 4.0.

KI wird den nächsten Ausfall verursachen

„Der nächste große Infrastrukturausfall wird womöglich nicht durch Hackerangriffe oder Na­tur­katastrophen ausgelöst, sondern durch einen Ingenieur, der in besten Absichten handelt, ein fehlerhaftes Update-Skript oder eine falsch gesetzte Dezimalstelle“, sagt Wam Voster, VP Ana­lyst bei Gartner. „Ein sicherer ‚Kill Switch‘ oder ein klar definierter Override-Modus, auf den ausschließlich autorisierte Fachkräfte zugreifen können, ist daher entscheidend, um die na­tio­na­le Infrastruktur vor unbeabsichtigten Ausfällen zu schützen, die durch eine fehlerhafte Kon­figuration von KI-Systemen entstehen.“

Eine fehlkonfigurierte KI könne eigenständig essenzielle Dienste abschalten, Sensordaten falsch interpretieren oder riskante Aktionen auslösen. Die Folgen würden von physischen Schä­den bis hin zu großflächigen Versorgungsunterbrechungen reichen. Damit entstehe nicht nur ein erhebliches Risiko für die öffentliche Sicherheit, sondern auch für die wirtschaftliche Sta­bi­lität. Insbesondere dann, wenn die Kontrolle über zentrale Systeme wie Stromnetze oder Pro­duk­tionsanlagen beeinträchtigt werde. Moderne Stromnetze seien heute auf KI angewiesen, um Erzeugung und Verbrauch in Echtzeit auszubalancieren. Ein falsch konfiguriertes Prog­no­se­modell könne einen regulären Nachfrageschub fälschlicherweise als Instabilität deuten und dadurch unnötige Netztrennungen oder Lastabwürfe auslösen, die ganze Regionen oder im Extremfall sogar ein gesamtes Land betreffen würden.

Weltweite KI-Ausgaben in Millionen US-Dollar 2025 2026 2027
KI-Dienstleistungen 439,438 588,645 761,042
KI-Cybersicherheit 25,920 51,347 85,997
KI-Software 283,136 452,458 636,146
KI-Modelle 14,416 26,380 43,449
KI-Plattformen für Data Science und Maschinelles Lernen 21,868 31,120 44,482
KI-Plattformen zur Anwendungsentwicklung 6,587 8,416 10,922
KI-Daten 827 3,119 6,440
KI-Infrastruktur 964,960 1,366,360 1,748,212
Gesamte KI-Ausgaben 1,757,152 2,527,845 3,336,690

Schutz für cyber-physische Systeme vor KI-Fehlern

„Moderne KI-Modelle sind so komplex, dass sie oft Blackboxes ähneln“, erklärt Voster. „Selbst Entwickler können nicht immer vorhersehen, wie sich kleine Konfigurationsänderungen auf das Verhalten des Modells auswirken. Je undurchsichtiger diese Systeme werden, desto größer ist das Risiko von Fehlkonfigurationen. Daher ist es umso wichtiger, dass Menschen bei Bedarf eingreifen können.“

Um KI-Risiken zu minimieren, empfiehlt Gartner CISOs folgende Maßnahmen:

  • Implementierung sicherer Übersteuerungsmodi: Alle kritischen Infrastruktur-CPS sollten einen sicheren Not-Aus-Schalter oder andere Übersteuerungsmechanismen beinhalten, die nur autorisierten Bedienern zugänglich sind. So behalten Menschen auch im vollautomatischen Betrieb die Kontrolle.
  • Digitale Zwillinge: Es sollte ein vollständiger digitaler Zwilling der Systeme entwickelt wer­den, die die kritische Infrastruktur unterstützen. Dies ermöglicht realistische Tests von Updates und Konfigurationsänderungen vor der Bereitstellung.
  • Echtzeitüberwachung: Die Echtzeitüberwachung mit Rollback-Mechanismen für Änder­ungen an der KI in CPS sollte verpflichtend sein. Gleichzeitig sollten nationale KI-Not­fall­teams eingerichtet werden.

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