gesponsertThreat Assessment am Wendepunkt Wenn Angriffe die Norm perfekt imitieren

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Der Blick auf technische Auffälligkeiten reicht nicht mehr aus: Sicherheitsteams verlieren ihre Warnsignale, um echte Bedrohungen zu erkennen. ISACA erläutert, was Unternehmen jetzt ändern müssen.

Klassische Erkennungsmethoden stoßen angesichts KI-gestützter Angriffe zunehmend an ihre Grenzen.(Bild:  frei lizenziert)
Klassische Erkennungsmethoden stoßen angesichts KI-gestützter Angriffe zunehmend an ihre Grenzen.
(Bild: frei lizenziert)

Was nicht zur Norm passt, fällt auf – lange war das die Grundannahme im Threat Assessment: die Rechtschreibfehler in einer Phishing-Mail, die erkennbare Signatur in einer Malware-Datei. Genau auf diesem Prinzip beruhen signatur- und anomaliebasierte Erkennung bis heute. KI-gestützte Angriffe sind ein wesentlicher, aber nicht der einzige Grund, warum diese Anhaltspunkte verschwinden. Auch komplexere Lieferketten und automatisierte Angriffe erschweren die zuverlässige Einordnung.

Was bleibt, ist ein Vakuum. Viele Cybersecurity-Teams können nicht einmal feststellen, ob ein Vorfall stattgefunden hat. Das ist keine theoretische Sorge: 35 Prozent der europäischen Unternehmen geben in der aktuellen ISACA AI Pulse Poll (Feldstudie im Februar 2026 unter 681 Fachleuten für digitales Vertrauen in Europa) an, nicht zu wissen, ob sie bereits von einer KI-gestützten Attacke getroffen wurden. Ein Fake-Video kann längst Kunden oder eine Aufsichtsbehörde erreicht haben, bevor es als Fälschung erkannt wird.

Warum die alten Anhaltspunkte verschwinden

Zudem sind 71 Prozent der befragten europäischen Fachleute der Ansicht, dass KI-gestützte Phishing- und Social-Engineering-Angriffe heute schwerer zu erkennen sind. 58 Prozent berichten, KI erschwere die Prüfung von Identität und Echtheit digitaler Kommunikation erheblich. 38 Prozent sagen, ihr Vertrauen in klassische Methoden der Bedrohungserkennung habe dadurch abgenommen. Verschärft wird das Problem durch polymorphe, KI-generierte Malware, die ihre Signatur bei jeder Ausführung neu schreibt und klassische signaturbasierte Erkennung damit gezielt umgeht.

Für ISACA, den internationalen Berufsverband für Digital Trust, Cybersecurity und IT-Governance, verändert das die Grundlage von Threat Assessment erheblich: Wer weiter nach Abweichungen von der Norm sucht, übersieht, dass Angreifer gelernt haben, genau diese Norm zu imitieren. „Bei Malware, die sich alle paar Sekunden neu schreibt, hilft ein bekannter Hash-Wert als Frühwarnsystem nicht mehr – und die wenigsten Unternehmen haben bereits ein neues aufgebaut“, sagt Chris Dimitriadis, Chief Global Strategy Officer bei ISACA.

Nutzen Sie die Kompetenz und das Wissen von ISACA

Drei Ansatzpunkte für Unternehmen

Daraus ergeben sich drei Handlungsfelder:

1. KI-gestützte Cybersicherheit aufbauen

Organisationen müssen beginnen, KI entlang der gesamten Cyberabwehr einzusetzen. Dies reicht von Schwachstellenanalysen über Verhaltensanalysen und Bedrohungserkennung bis hin zu automatisierten Reaktions- und Wiederherstellungsmaßnahmen. Organisationen müssen ihre Verteidigungs- und Reaktionsfähigkeiten mit KI stärken. Herkömmliche Sicherheitskontrollen sind solchen Angriffen oft nicht gewachsen. Gleichzeitig müssen Cybersicherheitsunternehmen einen Technologiesprung vollziehen und noch leistungsfähigere Sicherheitssysteme entwickeln, deren Kern KI bildet.

2. Die Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor stärken

Wirtschaft und Regierungen müssen enger zusammenarbeiten, um dieser Bedrohung wirksam zu begegnen. Dazu gehören ein kontrollierter Zugang zu den leistungsfähigsten KI-Modellen ebenso wie Reaktionspläne unter Einbindung von Cybercrime-Einheiten und Strafverfolgungsbehörden. KI-gestützte Angriffe können die Weltwirtschaft erheblich beeinträchtigen, Menschenleben gefährden und ganze Gesellschaften treffen, insbesondere bei kritischen Infrastrukturen. Wir befinden uns an einem Wendepunkt der Geschichte und die Art und Weise, wie wir heute mit KI umgehen, wird unser Leben von morgen prägen.

3. Die Qualifizierung der Belegschaft vorantreiben

Voraussetzung für die Punkte 1 und 2 ist eine ganzheitlich qualifizierte Belegschaft. Sie muss in der Lage sein, KI-gestützte Cyberabwehr zu konzipieren und Cybersicherheitspraktiken für dieses neue Zeitalter zu gestalten. Wer KI nicht versteht, kann die damit verbundenen Risiken weder angemessen bewerten, prüfen noch steuern. Ebenso wenig lassen sich Architekturen entwickeln, die KI effizient und effektiv gegen moderne Bedrohungen einsetzen. Deshalb müssen wir jetzt handeln und die Fähigkeiten unserer Community gezielt ausbauen. Denn alles beginnt mit den Menschen.

Warum Europas Fristen den Druck erhöhen

In Europa läuft die Uhr oft schon, während ein Team noch prüft, ob es sich überhaupt um einen echten Zwischenfall handelt. Finanzunternehmen müssen unter DORA einen schwerwiegenden IKT-Vorfall binnen vier Stunden nach seiner Einstufung melden – spätestens 24 Stunden nach Kenntnisnahme. Für Einrichtungen aus den 18 NIS2-Sektoren gilt eine Frühwarnung binnen 24 Stunden ab Kenntnisnahme. In beiden Fällen beginnt die Frist, lange bevor die Analyse abgeschlossen ist.

„Vier Stunden vergehen schnell, wenn die vorhandenen Cybersicherheitsfähigkeiten KI-gestützten Angriffen nicht gewachsen sind“, sagt Dimitriadis. „Wir leben in einer Zeit, in der Angriffe mit der Geschwindigkeit einer Absichtserklärung erfolgen können. Herkömmliche Patch-Prozesse sind zu langsam, um KI-orchestrierten Angriffen mit Exploits für Zero-Day-Schwachstellen zu begegnen. Gleichzeitig hat Social Engineering ein bislang beispielloses Maß an Wirksamkeit erreicht. Wir brauchen KI heute mehr denn je. Um sie jedoch angemessen, kosteneffizient und im richtigen Umfang einzusetzen, benötigen wir ein Rahmenwerk, das uns Orientierung bietet. Ein solcher Nachweisrahmen steht nun zur Verfügung: Mit CMMI AIM hat das CMMI Institute, ein Unternehmen von ISACA, in diesem Jahr ein Reifegradmodell eingeführt, das Organisationen dabei unterstützt, ihre KI-Governance zu bewerten und ihren Reifegrad gegenüber Kunden, Partnern und Aufsichtsbehörden nachzuweisen.“

Wie sich KI-Risiken unter NIS2 einordnen lassen, wer bei Vorfällen mit generativer KI die Verantwortung trägt und wie funktionsübergreifende Incident Response praktisch funktioniert, diskutieren Cybersecurity-, Risk- und Governance-Fachleute vom 7. bis 9. Oktober auf der ISACA Europe Conference 2026 in München.

ISACA Europe Conference 2026 – jetzt anmelden

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