Der britische Automobilhersteller Jaguar Land Rover muss wegen einer Cyberattacke nach wie vor schwere Störungen bei Produktion und Verkauf hinnehmen. Nun greift die britische Regierung dem Autobauer mit einer Milliardenbürgschaft unter die Arme.
Wie in Deutschland und weltweit, werden auch Unternehmen in Großbritannien von Cyberkriminellen angegriffen. Nun hat es den britischen Autohersteller Jaguar Land Rover getroffen.
Ein Cyberangriff auf den den Automobilhersteller Jaguar Land Rover (JLR), der zum indischen Konzern Tata Motors gehört, sorgt derzeit für Schlagzeilen. Wie das britische Unternehmen jüngst mitteilte, wurden am 2. September 2025 die Systeme heruntergefahren, um den Schaden zu begrenzen. „Wir arbeiten jetzt rasch daran, um unsere weltweit genutzten IT-Systeme auf kontrollierte Art wieder zu starten“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Wie die „Börsen-Zeitung“ mitteilt, habe der Cyberangriff weitreichende Folgen: Rund 6.000 Beschäftigte aus den Werken der Zulieferer Evtec, Opmobility, Surtec und WHS Plastics seien vorübergehend nach Hause geschickt worden.
Die britische Regierung hilft dem durch einen Cyberangriff angeschlagenen Autobauer nun mit der Garantie für einen Milliardenkredit aus. Mit bis zu 1,5 Milliarden Pfund (umgerechnet 1,7 Mrd. Euro) solle die Lieferkette des Unternehmens abgesichert werden, teilte Wirtschaftsminister Peter Kyle mit. Der Kredit kommt von einer Geschäftsbank.
„Dieser Cyberangriff war nicht nur ein Angriff auf eine ikonische britische Marke, sondern auch auf unseren weltweit führenden Automobilsektor und auf die Frauen und Männer, deren Lebensunterhalt davon abhängt“, sagte Kyle. Wer hinter der Cyberattacke steckt, ist weiterhin unklar. Der in Großbritannien ansässige Autobauer, der zum indischen Tata-Konzern gehört, hatte mitgeteilt, es seien „einige Daten“ gestohlen worden, nannte aber keine Details.
Produktionsstopp verlängert
Statement zum Cyberangriff auf der Webseite von Jaguar Land Rover
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
Am 23. September hatte JLR angekündigt, den Produktionsstopp bis zum 1. Oktober zu verlängern. „Wir haben heute Kollegen, Lieferanten und Partner darüber informiert, dass wir die aktuelle Produktionspause nach dem Cyber-Vorfall bis Mittwoch, den 1. Oktober 2025, verlängert haben. Diese Entscheidung soll Klarheit für die kommende Woche schaffen, während wir den Zeitplan für die schrittweise Wiederaufnahme unseres Betriebs erstellen und unsere Ermittlungen fortsetzen. Unsere Teams arbeiten weiterhin rund um die Uhr mit Cybersicherheitsspezialisten, dem NCSC [Anm. d. Red.: National Cyber Security Centre] und den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um einen sicheren Neustart zu gewährleisten. Unser Fokus liegt weiterhin auf der Unterstützung unserer Kunden, Lieferanten, Kollegen und unserer Einzelhändler, die weiterhin geöffnet haben. Wir sind uns bewusst, dass dies eine schwierige Zeit für alle mit JLR verbundenen Unternehmen ist, und danken allen für ihre anhaltende Unterstützung und Geduld“, hieß es auf der Website.
Statement von JLR am 29. September 2025
(Bild: Vogel IT-Medien GmbH)
Einige Tage später teilte der Hersteller mit, dass Teile der digitalen Infrastruktur wieder betriebsbereit sind: „Im Rahmen der kontrollierten, schrittweisen Wiederaufnahme unseres Betriebs haben wir heute Kollegen, Lieferanten und Handelspartner darüber informiert, dass Teile unserer digitalen Infrastruktur nun betriebsbereit sind. Die grundlegenden Arbeiten unseres Wiederherstellungsprogramms sind in vollem Gange.“
Während JLR in einem Statement direkt infolge des Bekanntwerdens des Cyberangriffs erläuterte, dass es keine Hinweise auf Diebstahl von Kundendaten gegeben habe, gehe man nun doch davon aus, dass Daten gestohlen wurden. Wie die DPA schrieb, habe das Unternehmen mitgeteilt, dass man nach laufenden Untersuchungen davon ausgehe, dass „einige Daten“ betroffen seien. „Unsere forensischen Ermittlungen werden zügig fortgesetzt, und wir werden betroffene Personen kontaktieren, wenn wir feststellen, dass ihre Daten betroffen sind“, heißt es in dem Statement der zum indischen Konzern Tata Motors gehörenden Firma. Vor wenigen Tagen gab es demnach noch keine Beweise, dass Kundendaten gestohlen wurden.
Britischen Medienberichten zufolge stecke hinter dem Angriff eine Gruppe von Teenagern, die als „Scattered Lapsus$ Hunters“ agiere. Die Gruppe sei aus den bereits bekannten Akteuren hinter „Scattered Spider“, „Lapsus$“ und „ShinyHunters“ hervorgegangen. Die Ermittlungen nach den Tätern laufen, sogar die National Crime Agency und das MI6 seien eingeschaltet worden.
Stand: 08.12.2025
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