Künstliche Intelligenz im Einsatz für IT-Abteilungen KI-basierte Optimierung von Netzwerk- und IT-Sicherheitsprozessen

Von Markus Nispel 5 min Lesedauer

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Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz beim Management von Netzwerk- und Sicherheitsprozessen lässt Unternehmen nicht nur massiv Arbeitszeit einsparen, sondern verbessert auch das Kundenerlebnis und die Servicequalität, beschleunigt das Troubleshooting und ist ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel.

Markus Nispel, CTO EMEA bei Extreme Networks, beschreibt die Auswirkungen von KI auf das IT-Management – und sagt, auf was es bei einer Einführung von KI im IT-Umfeld wirklich ankommt.(Bild:  Extreme Networks)
Markus Nispel, CTO EMEA bei Extreme Networks, beschreibt die Auswirkungen von KI auf das IT-Management – und sagt, auf was es bei einer Einführung von KI im IT-Umfeld wirklich ankommt.
(Bild: Extreme Networks)

In den meisten Unternehmen gibt es bis zu mehrere tausend Seiten IT-Dokumentationen, die auf den Servern des Unternehmens gespeichert sind. Dies betrifft insbesondere ERP- und CRM-Anwendungen, Branchenanwendungen sowie Netzwerk- und IT-Sicherheitsprozesse. Muss dann auf bestimmte Bereiche dieser Daten zugegriffen werden, beginnt die mühsame Suche der Systemadministratoren und anderer Verantwortlichen.

Ob beim Troubleshooting, der Aktualisierung von Netzwerkkonfigurationen und -dokumentation, beim Netzwerkausbau zur Anbindung neuer Standorte oder zu Wartungszwecken: Egal, wie ausgereift die Suchfunktionen der Dokumentenserver sind, in der Regel gestaltet es sich sehr langwierig und umständlich, Antworten über die Datensuche zu erhalten. Hier lassen sich die Vorteile von Künstlicher Intelligenz ausschöpfen. Lösungen mit GenAI können diese Aufgabe erheblich vereinfachen, indem sie auf komplexe Fragen antworten, Informationen zusammenfassen, Empfehlungen aussprechen und dabei technische Dokumentationen einbeziehen. Dadurch sind IT-Teams in der Lage, sich detailliert zu informieren und ihre Ressourcen gezielter einzusetzen. Und auf Anwenderseite zeigt sich außerdem, dass hier ein enormes Potenzial zur Einsparung von Zeit und Aufwand besteht.

Die Mitarbeitenden verfügen nicht immer ad hoc über Informationen, wie beispielsweise ein sicheres Wi-Fi-Netzwerk konfiguriert werden muss. Hinzu kommt, dass neue Teammitglieder oftmals noch keine oder wenig Erfahrung mit der eingesetzten Technologie und der Bereitstellung haben. Eine KI-Lösung wie bspw. Extreme AI Expert – momentan in einer Technology-Preview-Phase – beschleunigt diese Vorgehensweise und liefert die richtigen Informationen zur richtigen Zeit, hyper-personalisiert nach den Anforderungen der Nutzer.

Anstatt tausende Daten und Dokumente nach Lösungen auf ihre Fragen zu durchsuchen, können sie diese dann einfach in den KI-Dialog eingeben und erhalten sofort eine Antwort. Dabei erhält der User durch die KI nicht nur die Lösung, sondern auch Informationen über die zur Generierung verwendeten Quellen. Wichtig ist jedoch, dass sich Administratoren, User und Helpdesk-Mitarbeitenden auf die Antworten verlassen können. Dieses Vertrauen ist – wie bei jeder KI-Anwendung – entscheidend. Denn ohne Vertrauen gibt es keinen Nutzen für die Anwender. Deshalb sollte eine KI so entwickelt sein, dass sie nicht nur Antworten liefert, sondern auch die zugehörigen Informationsquellen nennt. In der KI von Extreme Networks wird dazu die gesamte technische Dokumentation integriert und mit Daten aus der spezifischen Umgebung kombiniert, in der AI Expert eingesetzt wird. Der so mögliche, schnellere Zugriff auf die richtige Dokumentation trägt dann auch zu einer Verbesserung des Services und der Benutzererfahrung bei, da die Reaktions- und Lösungszeiten erheblich verkürzt werden.

Künstliche Intelligenz für eine neue Anwendererfahrung

KI-basierte Anwendungen verändern auch die Art und Weise, wie Unternehmen die Bereitstellung von Kundenerlebnissen und Services über das Netz verwalten. Traditionell war das Netzwerkmonitoring reaktiv – Administratoren erkannten und untersuchten Probleme erst, nachdem sie aufgetreten waren. KI-basierte Tools unterstützen heute ein proaktives Monitoring. Das heißt Probleme werden erkannt und behoben, bevor sie Auswirkungen auf Prozesse haben können. Sie liefern Real-time Insights, automatische Alerts und Empfehlungen, wie Probleme behoben und der Betrieb optimiert werden kann.

Aber das Potenzial von KI geht weit über die reine Automatisierung hinaus. Es ist ein Fehler, wenn sich Unternehmen bei der Nutzung von KI ausschließlich auf die Automatisierung des Tagesgeschäfts konzentrieren, was gemeinhin als AIOps definiert wird. Künstliche Intelligenz kann und sollte auf die gesamte User Journey ausgerichtet sein – auf jeden Abschnitt: vom Wissensmanagement, über Kaufentscheidungen, bis zum Enablement, der Planung, dem Betrieb und so weiter.

Transparenz und Sicherheit durch KI

Unternehmen haben keine andere Wahl, als KI einzusetzen, um die zunehmende Komplexität der Infrastruktur in Verbindung mit dem Mangel an Fachkräften auf dem Markt zu bewältigen. Auch die Zahl der Endgeräte nimmt in allen Netzwerkumgebungen stetig zu. KI ermöglicht es, die Implementierung, das Management und die Sicherheit von Unternehmensnetzwerken trotz dieser zunehmenden Komplexität zu optimieren.

Fachkräftemangel und KI

Der Fachkräftemangel spielt eine entscheidende Rolle bei der Forcierung des Einsatzes von KI. Es wird zunehmend schwieriger, Netzwerkexperten zu finden. Unternehmen stehen in einem harten Wettbewerb um diese knappen Ressourcen. Und diejenigen, die frisch von der Universität kommen, widmen sich heute eher anderen Bereichen der IT als Networking und Sicherheit.

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Der Fachkräftemangel dürfte diese Herausforderung in den kommenden Jahren branchenübergreifend noch verschärfen. Low-Code und No-Code waren sozusagen die ersten „Boten“ der Reaktion auf diese Trends, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist eine weitere Antwort auf die fehlende Skalierbarkeit von Talenten. Die zunehmende Automatisierung ist notwendig, damit die Mitarbeitenden den wachsenden Anforderungen in ihren Organisationen gerecht werden können.

Fazit

KI-gestützte Netzwerk- und Sicherheitsoperationen werden in den allermeisten Unternehmen schon bald eher Pflicht als Kür sein. Die Komplexität, mit der sich IT-Teams derzeit konfrontiert sehen, wird in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Um die Vorteile von KI voll auszuschöpfen, ist es für Unternehmen entscheidend, den richtigen Technologiepartner zu wählen und auf Innovatoren auf Augenhöhe zu blicken. Im Idealfall finden Organisationen einen Partner, der eine Netzwerk- und eine Sicherheitsplattform anbietet. Denn die Integration von Netzwerksicherheit und KI ist der Schlüssel, um ein nahtloses Nutzererlebnis und betriebliche Effizienz zu gewährleisten. Eine robuste Infrastruktur muss alle kritischen Aspekte – Netzwerküberwachung, Sicherheit, Datenmanagement und Automatisierung – in einem einzigen System integrieren. Durch diesen Plattformansatz wird sichergestellt, dass alle Netzwerkkomponenten – von den Geräten bis hin zu den Anwendungen – einheitlich verwaltet werden, wodurch die Produktivität aufrechterhalten und potenzielle Probleme proaktiv angegangen werden können.

So können Administratoren die KI-Aktivitäten im Hintergrund überwachen und sich auf strategische, wertschöpfende Aufgaben konzentrieren. KI übernimmt Routinearbeiten und sich wiederholende Prozesse wie Network Monitoring, Troubleshooting, Anomaly Detection und die Optimierung der Performance. Die richtige Plattform und Infrastruktur optimiert nicht nur den Betrieb, sondern sorgt auch für Agilität und Zukunftssicherheit, sodass Unternehmen skalieren und ihr Netzwerk an die sich ändernden Anforderungen anpassen können.

Die Vision von Extreme Networks für den gewinnbringenden Einsatz von KI ist gleichzeitig ein Ratschlag, den ich Ihnen zum Abschluss mit auf den Weg geben möchte: Beginnen Sie mit qualitativ hochwertigen Use Cases und bestimmen Sie von Anfang an, ob Sie einzelne Schritte einer User Journey oder die gesamte Journey beschleunigen, ersetzen oder ein völlig neues Erlebnis schaffen möchten.

Über den Autor

Markus Nispel ist CTO EMEA bei Extreme Networks.

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