The Calm Before the Storm? First-Party-Fraud ist weltweit führende Betrugsform

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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LexisNexis Risk Solutions hat untersucht, welche Betrugsmaschen im vergangenen Jahr besonders häufig durchgeführt wurden. Aufgrund ihrer Analysen befürchten die Experten eine Welle von KI-gestützten, weltweiten Angriffen.

Betrüge mit First Party Fraud, die schwer zu erkennen sind, nehmen zu. Darin sehen die Experten von Lexisnexis einen Wendepunkt: Cyberkriminelle werden künftig wohl mehr KI-gestützte Angriffs­technologien einsetzen.(Bild:  Rawpixel.com - stock.adobe.com)
Betrüge mit First Party Fraud, die schwer zu erkennen sind, nehmen zu. Darin sehen die Experten von Lexisnexis einen Wendepunkt: Cyberkriminelle werden künftig wohl mehr KI-gestützte Angriffs­technologien einsetzen.
(Bild: Rawpixel.com - stock.adobe.com)

First Party Fraud übertrifft erstmals Scam als meistgenutzte Betrugsmasche. Dies geht aus dem diesjährigen Report „The Calm Before the Storm?“ von LexisNexis Risk Solutions hervor, für den der Data-Analytics-Spezialist im Jahr 2024 über 104 Milliarden globale Transaktionen auf seiner Digital Identity Platform untersucht hat. Während First Party Fraud im Jahr 2023 15 Prozent der gemeldeten Fälle ausmachte, waren es 2024 mit 36 Prozent mehr als doppelt so viele.

First-Party-Fraud auch wirtschaftlich bedingt

First-Party-Fraud umfasst die vorsätzliche Falschangabe persönlicher oder kontobezogener Informationen bei einem Online-Vorgang. Dabei verfolgen die Akteure das Ziel, sich finanziell zu bereichern, etwa durch die fälschliche Behauptung, eine Kredit- oder Debitkartenzahlung sei betrügerisch erfolgt, um eine Rückerstattung zu erhalten (Friendly-Fraud), oder durch die Behauptung, bestellte Waren seien nicht geliefert worden.

Anbieter von „Buy Now, Pay Later“-Diensten sowie Finanzinstitute haben den Experten von LexisNexis Risk Solutions zufolge vermehrt von einem Anstieg solcher Betrugsfälle berichtet. Dies hänge mit den steigenden Lebensunterhaltungskosten sowie der hohen Inflation zusammen. Auch die zunehmende Haftung von Institutionen für Scams infolge regulatorischer Vorgaben spiele vermutlich eine Rolle.

Weitere Betrugsmaschen

Doch First Party Fraud ist nicht die einzige Möglichkeit, mit der Kriminelle versuchen, an Geld oder Daten zu kommen. Der Lexisnexis-Plattform zufolge waren diese Betrugsmaschen ebenfalls sehr beliebt:

  • Account-Takeover-Betrug (ATO), vor allem Phishing und Smishing: 27 Prozent
  • betrügerische Passwortänderungen über Desktop-Computer: 27 Prozent
  • Scams, einschließlich „Authorised Push Payment“-Betrügereien: elf Prozent
  • betrügerischer Versuch zur Zurücksetzung eines Passworts: elf Prozent

„Diese Erkenntnisse markieren einen bemerkenswerten Wandel in den globalen Betrugsmustern: Verbraucher sind inzwischen die größte Ursache für von Menschen initiiertem Betrug“, kommentiert Stephen Topliss, Vice President of Fraud and Identity bei Lexisnexis Risk Solutions. „Die veränderte Zusammensetzung der Angriffe stellt eine erhebliche Herausforderung für die Betrugsprävention dar, da die Aufdeckung von First Party Fraud einen etwas anderen Ansatz erfordert als die Erkennung von Scams oder Account-Takeovers. Organisationen dürfen dennoch nicht nachlässig werden – allein im vergangenen Jahr wurden mehr als drei Milliarden automatisierte Account-Takeover-Versuche mittels Brute-Force-Angriffen registriert, und Scams bleiben ein globales Problem. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, dass Unternehmen über Modelle verfügen, die auf die Erkennung dieser unterschiedlichen Betrugsformen abgestimmt sind.“

Regionale Unterschiede

Während in Europa, dem Nahen Osten und Afrika mit 0,6 Prozent aller Transaktionen die weltweit niedrigste Angriffsrate zu verzeichnen war, ist die Angriffsrate im asiatisch-pazifischen Raum um 37 Prozent gestiegen. Auf diese Region fielen 1,5 Prozent aller Transaktionen, die Lexisnexis verzeichnet hat. Einen noch höheren Anteil verzeichnen Lateinamerika mit 1,6 Prozent und Nordamerika mit 2,2 Prozent.

Topliss fährt fort: „Wir stehen vor einem möglichen Wendepunkt. Zwar haben viele Organisationen in den vergangenen Jahren ihre Schutz­maßnahmen verbessert, doch zugleich wissen wir, dass Cyberkriminelle zunehmend neue innovative, KI-gestützte Angriffs­technologien einsetzen – diese werden in den kommenden Monaten voraussichtlich umfassend erprobt und angewendet werden. Unsere Analyse der Angriffe über einen längeren, mehrjährigen Zeitraum zeigt, dass schwerwiegende Attacken häufig in Wellen auftreten. Die aktuellen Zahlen könnten daher auf das bevor­stehende Eintreffen einer neuen, KI-gestützten Welle globaler Angriffe hinweisen.“

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