Disput im Vorfeld der Black Hat-Konferenz Kopieren von RFID-Karten verboten

Autor / Redakteur: Detlef Borchers / Stephan Augsten

Weil RFID-Hersteller HID Global mit einem Rechtsstreit droht, hat Ioactive den Auftritt auf der Sicherheitskonferenz Black Hat abgesagt. Auf der RSA Conference hatte das Unternehmen gezeigt, wie Zutrittskarten unbemerkt ausgelesen und kopiert werden können – dazu hat Ioactive laut HID ein patentiertes Verfahren genutzt.

Mit einem RFID-Chip versehene Firmenausweise, die kurz vor ein Lesegerät gehalten werden müssen, gehören mittlerweile in vielen Firmen zum Alltag. Bislang galt die Technik als sehr sicher. Aber weit gefehlt, eine kurze Präsentation des Sicherheitsspezialisten Chris Paget hat diese Annahme nachhaltig erschüttert.

Im Rahmen der RSA-Konferenz demonstrierte Paget, wie leicht sich ein von Ioactive entwickeltes Lesegerät gegenüber einem RFID-Zugangsausweis als offizieller Leser ausgeben kann. Anschließend käme ein potenzieller Angreifer an alle Legitimationsdaten heran, um sie von dort auf einen Ausweisrohling kopieren zu können.

Unsichere Technik ist rechtlich geschützt

Nun blockiert mit der HID Global Corporation ein wichtiger Hersteller solcher Zugangslösungen diese Demonstrationen unter Berufung auf das Patentrecht. Indem Ioactive die Karten auslese, bediene sich die Sicherheitsfirma eines geschützten Verfahrens, für das sie keine Lizenz erworben habe.

Auf die Vermutung, dass RFID-Karten möglicherweise eine Sicherheitsbedrohung darstellen, geht HID in dem Drohbrief nicht ein. Mangels ausreichender juristischer Vorbereitung hat Ioactive eine erneute Vorführung abgesagt.

Die Washingtoner Veranstaltung ist ein Ableger der großen Black-Hat-Konferenz in Las Vegas und richtet sich vorwiegend an Regierungsmitarbeiter. Da könnte Ioactive das Geschäft schlichtweg stören, weil sich RFID-Zugangsausweise vor allem in Behörden großer Beliebtheit erfreuen.

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