Achte Richtlinie sorgt für wenig Harmonie bei multinationalen Unternehmen Kritiker fürchten Compliance-Wirrwarr durch Euro-SOX

Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Stephan Augsten

Bis zum 29. Juni soll die als Euro-SOX bekannte EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt sein. Die „8. Richtlinie“ ist an das US-Gesetz Sarbanes Oxley Act (SOX) angelehnt und soll eine unabhängige Rechnungs- und Abschlussprüfung in Unternehmen bestimmter Rechtsfomen sorgen. Kritiker befürchten schon jetzt Verwirrung bei multinationalen Firmen.

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Euro-SOX soll die Jahresabschlussprüfung bei Unternehmen transparenter gestalten. Hierzu sind zusätzliche Kontrollen über Firmen und Wirtschaftprüfer vorgesehen. Davon sind auch IT-Verantwortliche indirekt betroffen, da von ihnen eine umfassende Dokumentation erwartet werden wird.

Die am 29. Juni 2006 in Kraft getretene EU-Richtlinie soll bis zum Ende Juni in nationales Recht umgesetzt werden. Ziel der „8. Richtlinie“ ist es, das Vorgehen in den EU-Staaten zu vereinheitlichen. Kritiker bezweifeln jedoch, dass dies gelingt.

Reinhard Bertram, Leiter des Center of Competence Security bei Siemens IT Solutions and Services und Miglied des Verbandes Information Security Forum, erklärt: „Euro-SOX soll die bereits existierenden Gesetze harmonisieren. Allerdings geht die Eindeutigkeit durch 25 übersetzte Versionen und verschiedene Auslegungsmöglichkeiten der Gesetze zum Rechnungswesen verloren.“ Das könne vor allem bei international aufgestellten Unternehmen für Verwirrung sorgen.

Wie der deutsche Gesetzgeber Euro-SOX umsetzt ist bislang noch offen. Branchenkenner sind sich aber bereit jetzt sicher, dass die unternehmensinterne Umsetzung der legislativen Vorgaben einige Zeit kosten wird.

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