Globale Krisen, Sanktionen und eine wachsende Nachfrage belasten Lieferketten und Produktion. Insbesondere die Sicherheitsbranche steht deswegen unter enormem Druck, denn ihnen fehlen wichtige Bauteile. Die Branche muss kreativ werden, um geschäftsfähig zu bleiben.
Die Chipkrise geht auch an der Security-Branche nicht spurlos vorbei, denn Mikrochips und Halbleiter bilden das Rückgrat von Sicherheitshardware wie Kartenlesegeräten.
(Bild: Andrii Chagovets - stock.adobe.com)
Lieferketten sind fragile Gebilde. Sie bestehen aus vielen kleinen Zahnrädchen, die ineinandergreifen und sehr anfällig für Störungen sind. Kommt Sand ins Getriebe – wie etwa in den vergangenen beiden Jahren in Form der Pandemie – stockt der reibungslose Ablauf. Das große Problem sind die starken Abhängigkeiten der einzelnen Kettenglieder. Gibt es an einer Stelle Probleme, ist die gesamte Kette betroffen. Kein Wunder also, dass Unternehmen an beiden Enden und in der Mitte einer Lieferkette beim Gedanken an die Supply Chain regelmäßig Kopfschmerzen bekommen.
Für die Sicherheitsbranche haben Probleme in der Lieferkette weitreichende Konsequenzen, die sich nicht nur auf Umsätze auswirken, sondern auch auf die Sicherheit von Menschen, Daten oder Gebäuden. Der Grund dafür ist, dass Anbieter Sicherheitssysteme ihre Produkte nicht mehr herstellen oder warten können, wenn Halbleiter fehlen, die in praktisch allen Lesegeräten, Bedienfeldern, Sensoren und Detektoren verbaut sind.
Der Mangel an Nachschub von Computer-Chips und Halbleitern hat mehrere Ursprünge. Da diese Industrie vorrangig in China ansässig ist, leidet dieses Glied der Lieferkette zunächst einmal unter den direkten Folgen der Pandemie wie Mitarbeiterausfälle und Lockdowns. Eine indirekte Folge ist eine erhöhte Nachfrage nach Unterhaltungselektronik auf den Weltmärkten und damit ein noch größerer Chipmangel. Auch Sanktionen erschweren die Produktion, genau wie eine ständige Knappheit an Rohmaterialien. Überdies hat die sich bereits vor der Pandemie beschlossene Einführung des 5G-Standards in der mobilen Kommunikation zu einem höheren Chip-Bedarf geführt, der Lieferengpässe hervorruft.
Jedoch ist die Halbleiterindustrie nur ein Glied in der langen Lieferkette für Sicherheitstechnik: es fehlen zunehmend auch andere elektronische Bauteile. All das zusammengenommen sorgt für steigende Preise, die die Fertigung und Wartung von Sicherheitshardware weiter erschweren. Um dieses umfangreiche Paket an Problemen zumindest ansatzweise auszugleichen, ist die Sicherheitsbranche gezwungen, Maßnahmen zu ergreifen.
Kreativität ist das A und O
Besonders wichtig für Sicherheitsexperten ist es, kreativ zu werden und herkömmliche Strategien mit Weitblick auszubauen. Eine gute Idee ist es etwa, auf lokale Zulieferer zu setzen. Sie haben in der Regel eine sehr viel größere Nähe zum Markt als die Firmen der Sicherheitsbranche selbst. Gepaart mit ihrer größeren Reichweite und einem klugen Risikomanagement kann ihr spezifisches und regionales Wissen daher sehr hilfreich sein. Natürlich können sie eine globale Krise nicht komplett ausgleichen, aber die Auswirkungen auf die Lieferkette kurzfristig etwas abmildern. Manchmal genügt das schon, um große Engpässe zu überwinden.
Unternehmen der Sicherheitsbranche sollten auch alternative Technologien in Betracht ziehen, wenn Bauteile für herkömmliche Geräte nicht verfügbar sind und voraussichtlich auch dauerhaft knapp bleiben. Solche Überlegungen können im Zweifel sogar geschäftsfördernd sein und innovativere Lösungen befeuern. Auch in diesem Fall ist die Zusammenarbeit mit einer größeren Anzahl von Zulieferern förderlich, deren Expertenwissen vielleicht einige unbekannte oder neue Alternativen zu den herkömmlichen Bauteilen umfasst. Besonders von Vorteil ist es, wenn Produkte auf offenen Architekturen basieren, die sich einfach in bestehende Geräte und Sicherheitslösungen integrieren lassen.
Datenanalyse fördert Voraussicht
Priorisierung und vorausschauende Planungen runden den Maßnahmenkatalog schließlich ab, der der Sicherheitsbranche gegen Lieferengpässe zur Verfügung steht. Um richtig zu priorisieren und zu planen, benötigen Unternehmen das wertvollste Gut unserer Zeit: Daten. Sicherheitsfirmen, die antizipieren können, welche ihrer Produkte in der Zukunft besonders gefragt sein werden, können frühzeitig ihre Kaufmuster an die Nachfrage anpassen. Richtige Priorisierung ist ebenfalls wichtig: Manche Projekte dulden keinen Aufschub und sind vielleicht sogar für die öffentliche Sicherheit von Bedeutung. Damit müssen Security-Experten rechnen und sich gezielt darauf vorbereiten.
Jedes Projekt ist für die Reputation und die Wirtschaftsfähigkeit eines Unternehmens von Belang. Dennoch ist es in Zeiten von Lieferengpässen und prekären Zuliefererkapazitäten wichtig, die eigenen und gegebenenfalls neue Initiativen in einem vertretbaren und realistischen Rahmen zu halten.
Stand: 08.12.2025
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Probier’s mal mit Gemütlichkeit – und Kommunikation
Mindestens ebenso wichtig, wie das Geschäft am Laufen zu halten, ist bei Problemen in der Supply Chain die nötige Portion Geduld. Kein Glied der Lieferkette freut sich über Schwierigkeiten: Viel zu viel hängt von einem reibungslosen Ablauf ab. Auch wenn die Emotionen zuweilen hochkochen und das Frustrationslevel ins Unermessliche steigt, sollten alle Beteiligten sich immer vor Augen halten, dass sie im gleichen Boot sitzen. Keinem ist geholfen, wenn die Stimmung im Business schlecht ist und der Umgangston leidet.
Um erst gar keinen Grund für schlechtes Klima aufkommen zu lassen, ist Kommunikation ein entscheidender Faktor. Die Sicherheitsbranche sollte zu Zulieferern, Partnern und Kunden immer einen offenen und transparenten Dialog aufrechterhalten. So ist sichergestellt, dass alle Glieder der Lieferkette über die aktuelle Situation Bescheid wissen. Das Sprichwort „Gemeinsam sind wir stark“ gilt nämlich nicht nur im Sport, sondern auch innerhalb der Supply Chain.
Über den Autor: Joshua Freeman ist VP Supply Chain Management bei HID Global.