Open-Source-Cloud-Infrastrukturen Neue Leitlinien für digitale Autonomie

Von Barbara Gribl 2 min Lesedauer

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Aktuelle Beschlüsse lassen die Wirtschaft und die Tech-Welt die Augen verdrehen. CISPE investiert laut eigenen Angaben eine Million Euro in die Entwicklung von Open-Source-Software. Mit diesem Schritt will man sich einer europäischen Cloud-Souveränität nähern.

CISPE aktualisiert die Grundsätze zur digitalen Souveränität und investiert eine Million Euro in Open Source zur Umsetzung verteilter Cloud-Infrastrukturen. Diese sollen entscheidend sein für die Bereitstellung souveräner Cloud-Dienste in Europa.(Bild:  Mark - stock.adobe.com)
CISPE aktualisiert die Grundsätze zur digitalen Souveränität und investiert eine Million Euro in Open Source zur Umsetzung verteilter Cloud-Infrastrukturen. Diese sollen entscheidend sein für die Bereitstellung souveräner Cloud-Dienste in Europa.
(Bild: Mark - stock.adobe.com)

Die Zolltafel von Donald Trump bringt die Weltwirtschaft in Aufruhr. Für Deutschland gibt es prognostizierte Schäden in Höhe von mehreren Milliarden Euro. Carsten Brzeski, Chefökonom der ING-Bank, spricht von „Europas schlimmstem wirtschaftlichen Albtraum“. Die höheren Zölle, die am 3. April 2025 präsentiert wurden, sollten eigentlich schon ab dem 9. April gelten – sind im Moment aber noch auf „Pause“ gesetzt.

Viele Cloud-Nutzer, darunter auch europäische Behörden, sind anscheinend besorgt über den Einfluss ausländischer Regierungen, die Zugang zu Daten verlangen, Zölle erheben oder Dienste auf Cloud-Infrastrukturen einschränken könnten. Diese Nutzer benötigen souveräne Cloud-Lösungen, die zu 100 Prozent auf europäischer Infrastruktur basieren und vor Zugriffen, Störungen oder Löschungen durch Dritte geschützt sind. Der Schrei nach digitaler Unabhängigkeit in Europa wird lauter. Und auch die Tech-Welt stöhnt nach Trumps aktuellen Beschlüssen.

CISPE (Cloud Infrastructure Service Providers in Europe) reagiert auf mögliche zunehmende instabile Weltbeziehungen und überarbeitet seine Prinzipien der digitalen Souveränität für Cloud-Infrastrukturdienste (erstmals veröffentlicht im Jahr 2022). Ergänzt wurden hauptsächlich drei neue Imperative. CISPE plädiert auf:

  • Investitionen in europäische Cloud- und KI-Infrastrukturen und deren bevorzugte Beschaffung,
  • Sicherstellung der Option souveräner Cloud-Lösungen, die unabhängig von außereuropäischer staatlicher Einflussnahme sind sowie
  • Bereitstellung europäischer Cloud-Ressourcen durch offene Frameworks.

Investition in Open-Source-Cloud-Infrastrukturen

Der von CISPE finanzierte Fulcrum-Code soll als Open Source veröffentlicht werden, sodass sich jeder Cloud-Anbieter, der gemeinsame Ressourcen integrieren oder nutzen möchte, beteiligen können soll. Fulcrum soll zeigen, wie vorhandene europäische Ressourcen schnell und effektiv skaliert werden können, um den Anforderungen an Souveränität und strategische Autonomie im Cloud-Bereich gerecht zu werden – so das Vorhaben von CISPE.

„Die Unterstützung von CISPE war ein echter Gamechanger. Mit der Veröffentlichung unseres Open-Source-Codes wollen wir die Zusammenarbeit in der Branche stärken, europäische Anbieter bei der Skalierung souveräner Cloud-Lösungen unterstützen und die Verbreitung europäischer Software durch ein neues Cloud-Ökosystem beschleunigen“, betont Emile Chalouhi vom Fulcrum-Projekt.

Francisco Mingorance, Generalsekretär von CISPE, sagt: „Kein anderer Kontinent beherbergt mehr Cloud-Infrastruktur-Anbieter als Europa. Gemeinsam können diese Akteure mehr Vielfalt, Reichweite und Skalierbarkeit bieten als jedes einzelne Unternehmen.“

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