Sicherheit braucht einen strategischen Ansatz Ein Leitfaden für die Planung von Security-Budgets

Von Dipl. Betriebswirt Otto Geißler 4 min Lesedauer

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Ein gut strukturiertes IT-Security-Budget befasst sich nicht nur mit unmittelbaren Bedrohungen. Es legt vielmehr auch eine solide Basis für die Zukunft, um auch gegen erst entstehende oder noch unbekannte Herausforderungen gewappnet zu sein. Über welche Kriterien müssen CISOs dabei nachdenken?

Immer mehr Unternehmen erhöhen kontinuierlich ihre Investitionen in die IT-Security. Wobei die Erstellung eines ausgewogenen Budgets deutlich mehr umfasst, als einfach nur Gelder für verschiedene Technologien und Initiativen zuzuweisen.(Bild:  Puwasit Inyavileart - stock.adobe.com)
Immer mehr Unternehmen erhöhen kontinuierlich ihre Investitionen in die IT-Security. Wobei die Erstellung eines ausgewogenen Budgets deutlich mehr umfasst, als einfach nur Gelder für verschiedene Technologien und Initiativen zuzuweisen.
(Bild: Puwasit Inyavileart - stock.adobe.com)

Auf Grund der zunehmenden Bedrohungen, erhöhen immer mehr Unternehmen kontinuierlich ihre Investitionen in die IT-Security. Wobei die Erstellung eines ausgewogenen Budgets deutlich mehr umfasst, als einfach nur Gelder für verschiedene Technologien und Initiativen zuzuweisen. Dazu ist ein umfassender Ansatz erforderlich, der eine Risikobewertung, Ressourcenbewertung und strategische Ausrichtung auf die allgemeinen Geschäftsziele umfasst. In der Folge werden die wichtigsten Kriterien für eine effektive Budgetplanung erörtert:

Bewertung und Analyse der IT-Security-Landschaft

Umfassende Überprüfung der vorhandenen Tools, Protokolle und Richtlinien: Sind die Systeme auf dem neuesten Stand und robust genug, um aktuelle Bedrohungen zu neutralisieren? Unterschiedliche Bedrohungen bergen unterschiedliche Risiken. Wobei manche nur geringfügige Störungen verursachen, und andere wiederum schwere finanzielle Schäden oder Reputationsverluste nach sich ziehen können. Nur ein genaues Verständnis dieser potenziellen Auswirkungen ermöglicht es, fundierte Budgetentscheidungen zu treffen.

Ziele und KPIs definieren

Die Definition klarer Ziele und Key Performance Indicators (KPIs) ist nicht nur Teil einer strategischen Planung, sondern auch ein grundlegender Schritt bei der Budgetplanung. Idealerweise ist ein Jahresbudget zu erstellen, das regelmäßige Finanzprüfungen beinhaltet, um sicherzustellen, dass die Ausgaben den sich entwickelnden Bedrohungen und den Unternehmenszielen entsprechen. KPIs kommen zum Einsatz, um die Effektivität einer Ressourcenzuweisung zu messen und das Budget nach Bedarf anzupassen.

Ferner sollten die Ziele der IT-Security nicht in den luftleeren Raum platziert werden, sondern untrennbar mit der allgemeinen Geschäftsstrategie verknüpft sein. Ein an den Geschäftszielen ausgerichtetes Budget stellt sicher, dass Investitionen in die IT-Security auch zum Unternehmenswachstum und zur Wettbewerbspositionierung beitragen. Durch die enge Einbindung von Zielen und KPIs in ein Sicherheitsbudget verfügen Unternehmen einen Fahrplan, der sowohl finanziell verantwortungsvoll als auch strategisch sinnvoll ist.

Inventar der IT-Assets erstellen

Eine umfassende Bestandsaufnahme der IT-Ressourcen ist nicht nur eine bewährte Methode der IT-Security, sondern auch ein Eckpfeiler für eine kosteneffiziente Budgetzuweisung. Sie sollte alle Ressourcen umfassen, das heißt Software, Hardware, Netzwerke und Daten. Im Anschluss dazu sollten die Assets nach ihrer Kritikalität und Sensibilität kategorisiert werden.

Mit der sicheren Erkenntnis des unterschiedlichen Wertes und des unterschiedlichen Risikos der Assets, lassen sich die Investitionen in die IT-Security zuverlässiger priorisieren. Regelmäßige Updates ermöglichen es, die Budgetzuweisung in Echtzeit anzupassen und so auf Änderungen in der IT-Umgebung, der Geschäftsstrategie und neu auftretenden Bedrohungen zu reagieren.

Risiken priorisieren

Eine Priorisierung der jeweiligen detektierten Risiken bestimmt über den zukunftsorientierten Aspekt der Budgetierung. Die Mittelzuweisung erfolgt auf der Grundlage eines detaillierten, risikobasierten Schwachstellen-Managements. Dabei sollten sich die Unternehmen auf die kritischsten Schwachstellen mit den größten potenziellen Auswirkungen konzentrieren.

Budget für Ressourcen zuweisen

Mit einem Budget sollen im Wesentlichen folgende Schlüsselbereiche abgedeckt werden: Infrastruktur, Personal, Schulung, Tools und Services von Drittanbietern. Ein ausgewogenes Budget bewältigt aber nicht nur Risiken, sondern es versetzt das Unternehmen auch in die Lage, proaktiv auf verschiedene Arten von Bedrohungen zu reagieren. Während Investitionen in die Infrastruktur beispielsweise die Netzwerke sichern, fördert die Budgetzuweisung für Schulungen eine Kultur des Sicherheitsbewusstseins.

Mittel für Schulungen bereitstellen

IT-Security geht über Tools und Technologien hinaus. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Mitarbeiter informiert und wachsam sind. Schulungen können von detaillierten Workshops zu bestimmten Bedrohungen bis hin zu Zertifizierungen reichen, die die Kompetenz für IT-Security eines Mitarbeiters bestätigen.

Budget für Technologie und Tools abschätzen

Bei der Budgetierung von IT-Security-Lösungen ist es wichtig, nicht nur die Vorlaufkosten, sondern auch die langfristigen finanziellen Auswirkungen von Tools und Services zu berücksichtigen. Zudem sollten auch laufende Lizenz- und Wartungsgebühren einkalkuliert werden, da diese die Gesamtbetriebskosten erheblich beeinflussen können.

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Notfallfonds einrichten

Innerhalb einer Budgetierung sollten Unternehmen auch über Notfallfonds für unvorhergesehene Sicherheitsvorfälle und neu auftretende Bedrohungen nachdenken. Selbst wenn sie über robuste Fähigkeiten zur Erkennung und Behebung verschiedener Cybersicherheitsbedrohungen verfügen, ist es angezeigt, mit dem Unerwarteten zu rechnen. Ein Notfallfonds ist daher im Umgang mit solchen Ungewissheiten unverzichtbar.

Stakeholder einbeziehen

Entscheidungen zur IT-Security wirken sich auf die gesamte Organisation aus. Aus diesem Grunde ist es angezeigt, Budgetvorschläge mit wichtigen Stakeholdern in verschiedenen Abteilungen zu diskutieren. Diese Stakeholder bringen unterschiedliche Ansichten zu den Prioritäten, Risiken und der finanziellen Lage des Unternehmens mit, sodass ihr Input von unschätzbarem Wert sein kann.

Cloud-Lösungen nutzen

Cloud-Plattformen bieten skalierbare Services, die sich an die Bedürfnisse der Unternehmen anpassen, sodass KMU die Kosten während ihrer digitalen Transformation effektiver verwalten können. Dadurch werden Unternehmen nicht nur für eine unmittelbare Bedrohungsminderung positioniert, sondern auch für eine nachhaltige, langfristige Finanzplanung angesichts der sich entwickelnden Herausforderungen im Bereich der IT-Security.

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