Viele Remote-Tätigkeiten erfordern privilegierte Zugriffsrechte für sicherheitskritische Systeme. Ein Unternehmen muss dabei verschiedene Remote-Anwendergruppen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen berücksichtigen. Damit das möglich wird muss man die verschiedenen Benutzertypen aber erst einmal kennen.
Unternehmen müssen immer öfter Remote-Arbeiter Systemzugänge ermöglichen. Es ist dehalb wichtig die verschiedenen Arten von Benutzern zu kennen, die sich von außerhalb einloggen.
Der Ort, an dem ein Mitarbeiter seiner Tätigkeit nachgeht, wird im modernen Geschäftsleben immer unwichtiger. Die Remote-Arbeit liegt im Trend. Und sie betrifft keineswegs nur die eigenen Mitarbeiter, sondern in hohem Maße auch den Zugriff externer Dienstleister auf interne Unternehmenssysteme. Sowohl eigene Mitarbeiter als auch externe Personen benötigen dabei oft Zugang zu kritischen Systemen. Die damit verbundenen Sicherheitsrisiken liegen auf der Hand. Im Wesentlichen sind fünf unterschiedliche Benutzertypen zu unterscheiden:
1. Remote IT- oder IT-Security-Mitarbeiter
Es ist von entscheidender Bedeutung, die genauen Zugriffsebenen zu ermitteln, die allgemeine IT- und IT-Security-Mitarbeiter wie Domain- oder Netzwerk-Administratoren bei der Remote-Arbeit benötigen und entsprechende Least-Privilege-Prinzipien zu etablieren. Um den Zugriff zu ermöglichen, setzen viele Unternehmen auf unsichere und ineffiziente Methoden. So werden in der Regel VPNs genutzt. Sie können aber nicht das erforderliche Maß an granularem Zugriff auf Zielsystem- oder Anwendungsebene bieten, um einen Least-Privilege-Ansatz effektiv umzusetzen. Die Zuweisung granularer Zugriffsrechte ist wichtig, um etwa den Zugriff eines Windows-Administrators auf Unix-Root-Accounts zu verhindern.
2. Drittanbieter von Hardware, Software und IT-Services
Drittanbieter von Hard- und Software und IT-Dienstleister bieten häufig Remote-Services beispielsweise für die Fernwartung an, bei denen erhöhte Privilegien benötigt werden. Für die Durchführung von Systemaktualisierungen oder das Security Patch Management etwa sind Admin-Zugriffsrechte auf Windows- und Linux-Server oder Datenbanken notwendig.
Es ist zwingend erforderlich, alle Benutzer mit Domain-Admin-Rechten zu identifizieren – denn letztendlich werden oft mehr Rechte zugewiesen, als für eine konkrete Aufgabenstellung nötig wären – und ihnen lediglich die für ihre Tätigkeiten erforderlichen Zugriffsrechte zuzuweisen. Oft erfolgt diese Erkennung noch manuell und die Einräumung von Fernzugriffsmöglichkeiten von Fall zu Fall. Dieser Prozess ist extrem zeitaufwändig und zudem fehlerbehaftet.
3. Supply-Chain-Beteiligte
Die Sicherung von Systemen und Daten in der Supply Chain zählt zu den größten IT-Herausforderungen. Im Supply-Chain-Umfeld muss berücksichtigt werden, dass eine umfassende Vernetzung verschiedenster Unternehmen vorhanden ist – und dadurch oft auch Externe einen – teilweise indirekten – privilegierten Zugriff auf interne IT-Systeme erhalten, etwa auf sensible Daten im Zusammenhang mit Produktionsprognosen und Qualitätskontrolle oder auf andere kritische Systeme, die in Bezug zu Industrial Control Systems und Operational Technology stehen.
Supply-Chain-Beteiligte wie Lieferanten oder Logistiker werden bei Sicherheitsbetrachtungen oft nicht ausreichend berücksichtigt, da sie über keine Administratorrechte verfügen, aber sie besitzen Zugriffsmöglichkeiten, die von böswilligen Angreifern ausgenutzt werden könnten.
4. Dienstleistungsunternehmen
Dienstleistungsunternehmen, die fachspezifische Aufgaben in Bereichen wie Rechtsabteilung, Marketing oder Gehaltsabrechnung ausführen, benötigen möglicherweise Zugang zu kritischen Geschäftsanwendungen, um effizient arbeiten zu können. Es ist wichtig, jeden einzelnen externen Benutzer zu identifizieren und Least-Privilege-Prinzipien durchzusetzen, um sicherzustellen, dass er keinen Zugriff auf Anwendungen außerhalb seines Zuständigkeitsbereichs erhält oder den Zugriff länger behält, als er ihn benötigt.
Geschäftskritische Applikationen wie Customer Relationship Management (CRM), Enterprise Resource Planning (ERP) oder Cloud-Konsolen sind für die Business Continuity von größter Bedeutung. In den falschen Händen kann mit den Zugangsdaten ein erheblicher Schaden angerichtet werden. Die Identifizierung der Personen, die Zugriff auf diese Anwendungen haben, ist deshalb sehr wichtig. Außerdem sollte die Möglichkeit minimiert werden, von einer Geschäftsanwendung zur nächsten zu wechseln, ohne sich neu zu authentifizieren.
5. Externe Consultants
Auch Unternehmens- und IT-Berater benötigen manchmal einen privilegierten Zugriff auf Systeme, um ihre Leistungen erbringen zu können. Ein solcher Zugang darf aber nur für den Zeitraum ihrer Tätigkeit eingeräumt werden. Vor allem muss definiert werden, welche Art von Zugang die Berater benötigen, zu was er befähigen muss und wie lange er verwendet werden darf. Darüber hinaus sollte der Zugang eines externen Beraters genau überwacht und gesichert werden, solange er aktiv ist. Nach dem Ende einer Tätigkeit wird die Zugriffsmöglichkeit idealerweise automatisch entzogen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.
Da Unternehmen in immer stärkerem Umfang Remote-Mitarbeiter und -Dienstleister im Hinblick auf die IT-Sicherheit berücksichtigen müssen, ist es wichtig, dass sie die verschiedenen Arten von Benutzern kennen, die sich von außerhalb in ihre Systeme einloggen. Und in einem nächsten Schritt ist es erforderlich, diese Zugriffe zu verwalten, zu sichern und zu überwachen.
Dafür ist eine Privileged-Access-Management-Lösung erforderlich, die auch dezidiert die Verwaltung von privilegierten Zugriffen von Remote-Usern oder Externen wie Drittanbietern und Dienstleistern abdeckt. Eine moderne Lösung bietet dabei Zero-Trust-Zugang, biometrische Authentifizierung und Just-in-Time-Provisionierung. Idealerweise werden auch weder VPNs noch Agenten oder Passwörter benötigt, sodass der Administrationsaufwand für Unternehmen sinkt – bei gleichzeitig erhöhter Sicherheit.
Über den Autor: Michael Kleist ist Regional Director DACH bei CyberArk in Düsseldorf.