Die beste Lösung am Markt ist nicht immer die richtige

Schlechte Software-Evaluation bringt Projekte zu Fall

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Stephan Augsten

Wer nicht unnötig Geld im Abfluss versenken möchte, sollte den kompletten Software-Markt im Blick behalten.
Wer nicht unnötig Geld im Abfluss versenken möchte, sollte den kompletten Software-Markt im Blick behalten.

Immer wieder stellen Unternehmen die Frage, welches die beste Software für einen bestimmten Anwendungsbereich sei. Die richtige Antwort lautet: Es gibt nicht die beste Software sondern nur jene, die am besten zu den Anforderungen passt. Gleichzeitig taugt die geeignetste Lösung nichts, wenn sie falsch implementiert wird.

Martin Kuppinger: „Bei der Software-Auswahl wird oft nur eine kleine Liste von Herstellern betrachtet.“
Martin Kuppinger: „Bei der Software-Auswahl wird oft nur eine kleine Liste von Herstellern betrachtet.“

Bei der Software-Evaluierung schauen Unternehmen oft auf die „Bestenlisten“, also beispielsweise vergleichende Bewertungen von Analysten. Es werden Hersteller-Entscheidungen getroffen, weil der Anbieter eine wichtige Stellung im Unternehmen hat. Es werden Systemintegratoren gefragt, die nur ganz wenige der Produkte im Markt wirklich kennen und vor allem nur ganz wenige davon implementieren.

In der Konsequenz wird oft nur eine kleine Liste von Herstellern betrachtet, ohne den Schritt von der „long list“ zur „short list“ strukturiert und valide durchgeführt zu haben. Und gar zu häufig wird überhaupt kein richtiger Auswahlprozess durchgeführt, dem auch eine Analyse der Anforderungen vorausgehen muss Das Ergebnis sind dann leider allzu oft Projekte, die nicht so verlaufen, wie man sich das vorgestellt hat.

Manche Projekte scheitern ganz, andere verfehlen die Erwartungen. Gerne wird die Vorgehensweise damit begründet, dass die Zeit nicht ausreicht oder man zu bestimmten Herstellern oder Systemintegratoren ein besonderes Vertrauensverhältnis hat. Dieses ist oft auch berechtigt – nur: Wer eine perfekte Lösung für einen Bereich liefert, muss das noch längst nicht für andere Bereiche machen.

Alle Lösungen mit einbeziehen

Der Blick auf vergleichende Bewertungen ist dabei sicher sinnvoll. Allerdings sollte man diese auch richtig interpretieren und wissen, wie sie entstehen. Solche Bewertungen sind schon durch ihr Konzept sehr allgemein. Der beste Hersteller muss dabei nicht derjenige sein, der am besten zu den Anforderungen passt – es gibt durchaus Gründe, warum es einen Wettbewerb gibt.

Einer davon ist, dass es verschiedene Lösungsansätze geben kann, die zu durchaus unterschiedlichen Produkten in einem Marktsegment führen. Nebenbei bemerkt: Auch die Frage danach, ob das betrachtete Marktsegment wirklich das ist, dessen Produkte die eigenen Anforderungen lösen, sollte gestellt werden.

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