Industrie 4.0

Sichere Datenübertragung ist Voraussetzung für Industrie 4.0

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Das Open Core Engineering von Bosch Rexroth soll das komplette Spektrum SPS-basierter Technologien mit entsprechenden Software-Tools abdecken. Die Schnittstelle Open Core Interface bildet den Brückenschlag von SPS- zu IT-Automation.

Datenaustausch in Echtzeit

Bei Fanuc heißt es Seamless Concept. „Ganz gleich, in welcher Ausprägung Industrie 4.0 Einzug in die Produktionshallen hält, wir müssen den Spagat schaffen zwischen einer standardisierten Plattform auf Steuerungsseite und der kundenspezifischen Anpassung. Fanuc hat mit dem Seamless Concept für alle CNC diese Standardisierung erweitert. Ein Teil dieser Konzeption ist es, Kommunikationsprozesse und den Datenaustausch im Fertigungsablauf möglichst in Echtzeit zu schaffen und dafür getrennte Prozessoren/CPU einzusetzen“, erläutert Fritz.

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Dazu sagt Schönegger: „Wir setzen auf die Open-Source-Lösung Opensafety und Powerlink. Powerlink überträgt zeitkritische Echtzeitdaten zuverlässig und unabhängig von äußeren Einflüssen. Weniger zeitkritische Daten wie Konfigurationsdaten oder Webservices werden in einem komplett davon abgetrennten Channel übertragen. Ebenso verhält es sich mit dem Datenverkehr, der über Opensafety läuft.“

Industrielles Ethernetprotokoll

Bei der Suche nach Standards setzen viele auf OPC UA oder arbeiten wie Bosch Rexroth und B&R daran mit. OPC UA (OPC Unified Architecture) ist ein industrielles Ethernetprotokoll für die Kommunikation zwischen Maschinen. Die derzeitige Version hat die Fähigkeit, Maschinendaten (Prozesswerte, Messwerte, Parameter) nicht nur zu transportieren, sondern auch maschinenlesbar semantisch zu beschreiben.

OPC UA basiert auf einer serviceorientierten Architektur. Eine neue Eigenschaft von OPC UA ist Redundanz. Dazu kommt eine Verbindungsüberwachung in beide Richtungen, damit Server wie Client Unterbrechungen bemerken. Und vor allem gehen bei einer Unterbrechung der Verbindung keine Daten mehr verloren. Die OPC-UA-Technik verwendet bewährte Sicherheitskonzepte, die Schutz vor unerlaubtem Zugriff bieten wie auch Schutz vor Sabotage und vor unachtsamer Bedienung.

Bis das Konzept Industrie 4.0 funktionieren kann, ist noch eine Menge Entwicklungsarbeit zu leisten. Nur, wie nahe man dem Idealzustand kommt, hängt weniger von der technischen Machbarkeit ab, also davon, wie sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis für die teilnehmenden Firmen entwickeln wird und wie groß die Bereitschaft ist, sich an der Entwicklungsarbeit zu beteiligen.

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