Welche Informationen über uns gesammelt werden – Teil 2

Spionage und Sabotage als Service

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Die Intelligenz der Systeme steigt

Bei solchen Datenmengen gibt es schnell Dopplungen: Ist der Autor einer Mail identisch mit der Person, die an einer Überwachungskamera vorbeigelaufen ist, oder tragen die beiden unterschiedlichen Personen nur zufällig beide den Namen „Müller-Lüdenscheid“? Solche Unklarheiten lassen sich mit Hilfe von „Identity Resolution Software“ aufklären. IBM hat dazu bereits vor Jahren den Spezialisten „SRD“ von In-Q-Tel übernommen.

Seinen bunten Technikstrauß hat IBM in Hardware gegossen. Das Ergebnis heißt „Watson“; wie mächtig die Kiste ist, demonstrierte der Konzern 2011 in der Quizsendung Jeopardy: Bereits damals war das System in der US-Amerikanischen Version von „Wer wird Millionär“ in der Lage, die Fragen des Moderators – in natürlicher Sprache! – schneller zu beantworten als seine menschlichen Wettbewerber – immerhin beide „Champions“ dieses Wettbewerbs.

Damals wurde spekuliert, ob Watson „unser Computer-Oberherr“ würde. Jetzt jedenfalls will der Konzern Kapital aus Watson schlagen – Ärzte sollen ihe Diagnosen mit der neuen Watson-Technologie „diskutieren“ können; Architekten können Statik- und Designvorschläge erhalten; der Chefsyndikus von ‚Big Blue’ stellt den Anwälten einen „digitalen Assistenten“ mit einer „gewaltigen, eigenständigen Datenbank“ in Aussicht, „die alle interne und externe Informationen enthält, die für die täglichen Aufgaben nötig sind.“

Informationen aus dem Inneren

Die Liste lässt sich fortsetzen, während der Daten-Heuhaufen merklich anschwillt, unter anderem um biotechnische Informationen. Dutzende In-Q-Tel-Engagements beschäftigen sich mit der Aufbereitung, dem Erhalt und der Aufklärung dieser Spuren. Biomatrica entwickelt eine kostengünstige Technik, mit deren Hilfe die Geheimdienste biologische Proben bei Raumtemperaturen lagern können, T2 Biosystems will die medizinische, Arcxis die molekularbiologische Diagnostik voranbringen. Die febit group und Boreal Genomics rücken den Geheimnissen des Genoms zu Leibe.

Und die Dienste wollen auch an unser Oberstübchen – der Bestsellerautor und Geheimdienst-Experte James Bamford berichtete bereits 2009: Die NSA entwickle mit AQUAINT „ein Werkzeug, das George Orwells Gedankenpolizei nützlich gefunden hätte: Ein künstlich-intelligentes System, um Zugang zum Denken der Menschen zu erhalten.“ Dafür könnten die genannten und weitere Datenquellen hilfreich sein.

Zahlreiche Unternehmer in den Bereichen Elektrizität, Elektronik, Video, Datenzentren und Sicherheitstests erfreuen sich der geheimdienstlichen Unterstützung durch IQT: Interessante Daten könnten beispielsweise die Autokennzeichenerkennung von PlateScan oder die IQT-Investitionen Paratek, Streambase und Thingmagic im RFID-Umfeld liefern. Ob diese Unternehmen und ihre Produkte von der CIA und anderen Geheimdiensten als Vehikel genutzt werden, um deren Kunden auszuspähen, ist nicht bekannt.

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