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Schutz vor Erhebung von Standort-Daten Trotz Apple-Update auf iOS 4.3.3 muss der User Hand ans iPhone legen

| Redakteur: Stephan Augsten

Mit dem kürzlich veröffentlichten iOS-Update 4.3.3 reagiert Apple auf die öffentliche Kritik zur Speicherung von Ortungsdaten. Doch ist das Thema Geolokation damit wirklich endgültig aus der Welt? Dieser Beitrag befasst sich mit dem aktualisierten iPhone-Betriebssystem und der Frage, wie man die Speicherung von Standort-Daten wirklich verhindert.

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Nur das Deaktivieren der Standort-Erfassung verhindert ein Speichern von Ortungsdaten durch das iPhone.
Nur das Deaktivieren der Standort-Erfassung verhindert ein Speichern von Ortungsdaten durch das iPhone.
( Archiv: Vogel Business Media )

Mit dem Update auf Version 4.3.3 speichert das iPhone-Betriebssystem iOS alle Standortdaten, die mit Hilfe von WLAN und Mobilfunkzellen bestimmt wurden, in einer neuen Datenbankdatei namens cache.db. Diese Datei wurde aus der Datensicherung ausgenommen und wird von iTunes nun nicht mehr an den Computer übertragen.

Somit gibt es auch keine Möglichkeit mehr, die Daten aus einem iTunes-Backup zu extrahieren und Bewegungsprofile zu erstellen. Auf den Apple-Geräten speichert das Betriebssystem allerdings weiterhin Ortungsdaten. Diese hat Apple lediglich von der öffentlich bekannt gewordenen „crowed-sourced“ Datenbank consolidated.db in die neue Datenbank cache.db ausgelagert.

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Ein Blick in die neue Datenbank-Datei cache.db zeigt, dass diese nahezu dieselbe Struktur wie ihr Vorgänger consolidated.db aufweist. Besonders interessant zur Erstellung von Bewegungsprofilen sind in der neuen Datenbank vor allem die beiden Tabellen CellLocation und WifiLocation.

Während in CellLocation sämtliche Informationen über Mobilfunkzellen gespeichert werden, beherbergt WifiLocation die WLAN-Netze und zugehörige Standortdaten. Abbildung 1 der Bildergalerie zeigt den Inhalt der Tabelle CellLocation der Datenbank cache.db eines iPhone 4.

Innerhalb der Tabelle CellLocation speichert das Betriebssystem Informationen über das Mobilfunknetz inklusive Längen- und Breitengrade sowie weitere Daten zur Positionsbestimmung. Im Detail werden folgende Informationen gespeichert:

  • Mobile Country Code (MMC) – Identifiziert das Land (262 = Deutschland)
  • Mobile Network Code (MNC) – Identifiziert den Provider (1 = T-Mobile)
  • Location Area Code (LAC) – Kennzeichnet das Gebiet, in dem sich das Gerät befindet
  • Cell Identity (CI) – Eindeutige Kennung der Mobilfunkzelle
  • Timestamp – UNIX-Zeitstempel, wann die Informationen gespeichert wurden
  • Latitude – zugehöriger Breitengrad
  • Longitude – zugehöriger Längengrad

Darüber hinaus werden diverse weitere Informationen gespeichert, die das Betriebssystem zur Positionsbestimmung heranzieht. Ähnlich aufgebaut ist die Tabelle WifiLocation. Diese speichert die BSSID von WLAN-Netzen, einen zugehörigen Zeitstempel, jeweils Längen- und Breitengrade sowie weitere Informationen zur Bestimmung des aktuellen Standorts.

Inhalt

  • Seite 1: Was ändert sich mit iOS 4.3.3
  • Seite 2: Standortdaten weiterhin lesbar
  • Seite 3: Geolocation-Gegenmaßnahmen

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