Sichere netzübergreifende Sprachkommunikation

Verschlüsselung mit dem SNS-BlackBerry

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Wie die Verschlüsselung bei SNS funktioniert

Wollen zwei SNS-Telefone miteinander kommunizieren, so senden sie sich vor dem Aufbau des Gesprächs die jeweils unterstützten Verfahren zu, wählen eines davon aus, einigen sich mittels Diffie-Hellman auf einen gemeinsamen Schlüssel und bauen mit diesem den verschlüsselten Kanal auf. Über diesen werden dann Gespräche und SMS geleitet.

SNS basiert auf einer Zusatzhardware, der BOS-Sicherheitskarte. Diese wird auch im digitalen Behördenfunk eingesetzt, beispielsweise bei der Polizei. Auf dieser Karte sind Schlüssel und Zertifikate abgelegt, mit denen die verschlüsselten Verbindungen aufgebaut werden.

SNS funktioniert nicht nur über GSM und anderen Mobilfunkstandards, sondern auch über IP-Netzwerke. Diese sichere Version von VoIP führt die Vorbereitung von Gesprächen mittels des ProtokollsSIP over TLS durch, um anschließend mittels des Real-Time Transport Protocols (RTP) zu kommunizieren. Man hat sich hier also an etablierte Standards gehalten.

Features des SNS-BlackBerry

Die Implementierung von SNS auf einem BlackBerry ist ein Novum. Bisher gab es Lösungen für Festnetz-Telefonie und Nokia-Telefone mit Symbian. Das ist der Grund, warum Spitzenpolitiker wie Angela Merkel zurzeit noch mit einem sichtbar in die Jahre gekommenen Nokia-Handy telefonieren müssen.

Mit dem SNS-BlackBerry soll etwas mehr Smartphone-Spaß in den Top-Etagen von Politik, Militär und Industrie verbreitet werden. Dabei setzt die Lösung von Secusmart komplett auf VoIP. „Normale“ Telefonate sind nicht mehr möglich.

Das ist aber kein Nachteil, da mit UMTS und besonders LTE sehr schnelle IP-Verbindungen möglich sind, bei denen VoIP-Übertragungen eine gute Sprachqualität haben. Schlecht kann es allerdings in der mobiltelefonischen Provinz wie in der Eifel oder abgelegenen Dörfern Bayerns aussehen, wo bestenfalls GSM-Empfang möglich ist. Hier dürfte die Sprachqualität merklich leiden.

Der Zugriff auf dienstliche Daten wie Mails oder Kalender wurde bei dem Gerät zusätzlich abgesichert. Über ein VPN werden alle Daten zunächst an eine, mit dem BlackBerry-Server BES 10 gekoppelte Kryptobox geleitet und dort entschlüsselt. Dann geht es weiter zu internen Systemen wie einem Exchange-Server, wobei die jeweilige Firma oder Behörde für die Sicherheit dieser Datenübertragung selbst sorgen muss.

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