Die Psychologie zielgerichteter E-Mail-Attacken

Warum Spear Phishing hohe Klickraten erzeugt

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Proofpoints Untersuchungen zum „Faktor Mensch“ zeigten erst kürzlich, dass die höchsten Klickraten in solchen E-Mails durch die Themen Social Networking (ausgerichtet auf die Suche nach sozialer Interaktion und Zugehörigkeit), Finanzkonten-Benachrichtigungen und Auftragsbestätigungen (ausgerichtet auf den Wunsch nach dem Überblick über die eigene finanzielle Lage) sowie Eilmeldungen (ausgerichtet auf die menschliche Neugierde und das Mitgefühl) erzielt werden.

Gefälschte LinkedIn-Einladungen bergen bei Weitem die größte Gefahr. Sie erreichen im Schnitt eine Erfolgsrate, die vier Mal höher ist, als jede andere Art von E-Mail-Attacken. Das bedeutet für Kriminelle ein sicheres Geschäft. Longlining-Angreifer nutzen clevere Datenbank-Techniken aus dem Marketing, um gezielt E-Mails an Tausende von Mitarbeiter von hunderten Unternehmen innerhalb weniger Stunden zu versenden.

Die E-Mails enthalten Nachrichten, welche für die Empfänger auf den ersten Blick persönlich relevant sind. Das führt dazu, dass eine von zehn Personen auf den Link in der E-Mail klickt und auf eine schädliche Website weitergeleitet wird. Natürlich sieht diese harmlos aus, ermöglicht es den Angreifern jedoch, innerhalb von nur fünf Sekunden die vollständige Kontrolle über den betroffenen Rechner zu erlangen. Die Sicherheits-Software des Unternehmens bekommt von all dem nichts mit.

Dies ist ein echtes Problem. So wurde beispielsweise durch einen Longlining-Angriff ein Rechner der Firma Fazio Mechanical Services infiziert. Diese lieferte zu diesem Zeitpunkt Heizungs- und Lüftungsanlagen an einen Multi-Milliarden Konzern mit dem Namen Target. Die Cyberkriminellen attackierten nun über das Netzwerk von Fazio die Firma Target.

Knapp 110 Millionen persönliche Datensätze wurden entwendet, darunter auch 40 Millionen Kreditkarten-Daten, die das Unternehmen gespeichert hatte. In den darauffolgenden Monaten verzeichneten der CEO und der CIO von Target einen Gewinneinbruch von 46 Prozent und einen Schaden von mehreren Milliarden Euro, welches ihrer Marktkapitalisierung einen erheblichen Schaden zufügte.

Über die Autorin

Monika Schaufler ist Regional Director für den Bereich DACH bei Proofpoint.

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