OpenAI droht Klage wegen Datenmissbrauchs Ziff Davis klagt auf Schadensersatz in Millionenhöhe

Von Berk Kutsal 2 min Lesedauer

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Ziff Davis, ein großer US-Medienkonzern, verklagt OpenAI. Der Vorwurf: Der KI-Entwickler soll Inhalte ohne Erlaubnis genutzt und damit Urheberrechte verletzt haben. Der Streit weitet sich auf die gesamte Branche aus.

Ziff Davis verklagt OpenAI. Der Streit könnte klären, wie KI-Modelle künftig trainiert werden dürfen – mit weitreichenden Folgen für die Branche.(Bild:  KI-generiert)
Ziff Davis verklagt OpenAI. Der Streit könnte klären, wie KI-Modelle künftig trainiert werden dürfen – mit weitreichenden Folgen für die Branche.
(Bild: KI-generiert)

Ziff Davis, der Betreiber von Tech-Portalen wie „PCMag“, „Mashable“ und „Lifehacker“, hat OpenAI verklagt. In der 62 Seiten umfassenden Klageschrift wirft der Verlag dem KI-Entwickler vor, „absichtlich und unablässig exakte Kopien und Ableitungen“ der eigenen Inhalte hergestellt zu haben. Nach Angaben von Ziff Davis habe OpenAI urheberrechtlich geschütztes Material genutzt, um Modelle wie ChatGPT zu trainieren und deren Antworten zu generieren.

Die Klage bezieht sich nicht nur auf Urheberrechtsverletzungen, sondern auch auf die Verwässerung eingetragener Marken. Laut Berichten der „New York Times“ fordert Ziff Davis eine Entschädigung in Höhe von mehreren Hundert Millionen US-Dollar.

OpenAI wies die Vorwürfe zurück. Ein Unternehmenssprecher erklärte, die Modelle basierten auf dem Prinzip des „Fair Use“. ChatGPT helfe dabei, menschliche Kreativität zu erweitern, wissenschaftliche Entdeckungen zu beschleunigen und den Alltag von Millionen von Menschen zu verbessern.

Medienbranche reagiert gespalten auf KI-Nutzung

Mit der Klage folgt Ziff Davis einer wachsenden Zahl von Medienunternehmen, die sich gegen die Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Modelle wehren. Die „New York Times“ und mehrere kanadische Verlage haben ähnliche Klagen eingereicht. Andere Verlage wie „News Corp“ und „Associated Press“ haben sich für eine andere Strategie entschieden und Lizenzverträge mit OpenAI abgeschlossen.

Die Medienbranche steht damit an einem Scheideweg. Viele Verlage prüfen derzeit, ob sie rechtlich gegen KI-Unternehmen vorgehen oder sich auf Deals einlassen. Laut Informationen der „New York Times“ habe auch Ziff Davis monatelang intern abgewogen, bevor der Konzern sich zur Klage entschloss – in der Hoffnung, dass weitere Medienhäuser dem Beispiel folgen.

Rechtlicher Ausgang könnte Signalwirkung haben

Sollte das Gericht der Argumentation von Ziff Davis folgen, könnte das weitreichende Folgen für die KI-Branche haben. Unternehmen wie OpenAI müssten dann nicht nur bestehende Geschäftsmodelle hinterfragen, sondern auch ihre Trainingsmethoden radikal anpassen.

Die Auseinandersetzung dreht sich um mehr als Schadensersatz: Sie könnte darüber entscheiden, ob KI-Entwickler künftig freien Zugriff auf bestehende Inhalte haben oder für die Nutzung umfassende Lizenzverträge abschließen müssen. Der Fall könnte damit zu einem Präzedenzfall werden – und den rechtlichen Rahmen für die nächste Phase der KI-Entwicklung setzen.

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