CompTIA State of Cybersecurity 2025 Cybersicherheit – wenig Fortschritt trotz hoher Priorität?

Ein Gastbeitrag von Arno Laxy 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Eine neue Sicherheitsstudie enthüllt einen weltweiten Widerspruch: Unternehmen setzen Cybersicherheit an die Spitze ihrer Prioritäten, doch der Fortschritt bleibt aus. Der deutsche Regionalbericht zeigt, wie Firmen diese Lücke schließen können.

Auch bei DACH-Unternehmen klafft eine gefährliche Lücke zwischen Ziel und Umsetzung der Cybersicherheit.(Bild:  Creativa Images - stock.adobe.com)
Auch bei DACH-Unternehmen klafft eine gefährliche Lücke zwischen Ziel und Umsetzung der Cybersicherheit.
(Bild: Creativa Images - stock.adobe.com)

Einmal im Jahr veröffentlicht CompTIA, ein globaler Non-Profit Verband und Fürsprecher der IT-Industrie und IT-Fachkräfte einen Bericht zur Cybersicherheit: „State of Cybersecurity 2025“. Angesichts wachsender Cyber-Bedrohungen überrascht es nicht, dass 98 Prozent der Unternehmen Cybersicherheit als oberste und zweitwichtigste Priorität nennen. Dennoch sehen nur 25 Prozent der Befragten deutliche Verbesserungen, und nur 22 Prozent sind mit den Maßnahmen zufrieden. Befragt wurden knapp 1.200 Führungskräfte und IT-Experten aus sieben Regionen weltweit.

Eine gefährliche Lücke klafft zwischen Ziel und Umsetzung. Viele Unternehmen müssen lernen, sich dieser Aufgabe voll und ganz zu widmen. Volle Unterstützung auf allen Ebenen ist entscheidend für eine erfolgreiche Cybersicherheitsstrategie, so die Studienautoren. Sie sehen die Ursache der Diskrepanz in der einzigartigen Rolle der Cybersicherheit als geschäftliche Notwendigkeit auf allen Organisationsebenen. Unternehmen müssen „kontinuierlich über ihre Cybersicherheitstechnologie, Schutzprozesse und eine moderne Organisationsstruktur nachdenken“, bemerkt Seth Robinson, Vice President Industry Research bei CompTIA.

Welche Strategien schließen die Lücke? Die regionale Studie für Deutschland, Österreich und die Schweiz bietet Einblicke auf IT-, Anwendungs- und Datenebene, auch in die wachsende Rolle der KI.

IT-Architektur: Budgets und Maßnahmen abstimmen

Die drei wichtigsten Prioritäten im Unternehmen sind Cybersicherheit, Mitarbeiterproduktivität und belastbare Infrastrukturen mit 98 Prozent bzw. zweimal 97 Prozent. Die Datenanalyse folgt mit 96 Prozent. Fachkräftemangel, Budgetprobleme und andere Prioritäten behindern die Umsetzung. Nur 50 Prozent der Befragten erhöhen die Budgets für Cybersicherheit. Hier gilt es, Zielvorgaben mit Budgets und Maßnahmen abzustimmen.

Anwendungsarchitektur: Sicherer Betrieb durch KI

In der Anwendungsarchitektur ist ein sicherer Workflow entscheidend. Unternehmen müssen KI in ihre Cybersicherheitsstrategie einbinden, um Abläufe zu verbessern und das Bewusstsein für KI-basierte Bedrohungen zu schärfen. Über die Hälfte der Befragten nennt KI-gestützte Anwendungen wie Netzwerkverkehr-Überwachung und automatisierte Reaktionen auf Sicherheitsvorfälle (52 Prozent). Weitere Anwendungen sind Verhaltensanalyse (39 Prozent), über KI generierte Abwehrmaßnahmen und Infrastrukturautomatisierung (je 38 Prozent) sowie das frühzeitige Erkennen von Schwachstellen (34 Prozent).

Daten-Architektur: Datensicherung für KI und Analyse

Die Bedeutung von Datenanalyse und -sicherung ist gestiegen. 90 Prozent der Befragten halten sie für wichtiger oder etwas wichtiger als vor zwei Jahren. Datenschutz und Transparenz sind entscheidend, ebenso wie die Sicherung von Daten in der Cloud, in Netzwerken und an Endpunkten. Datensicherung ist unerlässlich, damit KI- und Analyse-Anwendungen sicher funktionieren.

Ein Muss: Qualifikationen und Fachkenntnisse in Cybersicherheit

Mitarbeiter benötigen fundiertes Fachwissen, um IT-Sicherheitsprobleme zu lösen. Qualifizierte Mitarbeiter sind entscheidend, und Unternehmen wissen das. Mitarbeiterproduktivität steht denn auch an zweiter Stelle der Prioritäten. Qualifikationen auszubauen, um Expertenwissen zu verbreitern, ist wichtig. Die Studie zeigt hohen Verbesserungsbedarf, besonders in Anwendungssicherheit, Datenanalyse und Endgerätesicherheit. Im Bereich KI fehlt es am meisten an Expertenwissen.

Qualifikationen schaffen: Aufbau solider Fachkenntnisse im Bereich Cybersicherheit.(Bild:  CompTIA)
Qualifikationen schaffen: Aufbau solider Fachkenntnisse im Bereich Cybersicherheit.
(Bild: CompTIA)

Die Vertiefung von Fachwissen ist eine zentrale Aufgabe der IT-Abteilungen. Ziel ist eine unternehmensweite Kultur der Cybersicherheit. Unternehmen sollten Führungskräften klare Informationen liefern, damit sie die Tragweite von IT-Sicherheitsvorfällen verstehen – und das nötige Bewusstsein entwickeln, um IT-Sicherheit selbst als Ziel voranzutreiben. Ein weiterer Schritt ist schließlich, mit organisatorischen Vorgaben, Kennzahlen und Richtlinien das Verhalten der Mitarbeiter im Sinne dieser Kultur zu steuern.

Die CompTIA DACH-Community treffen

Wer mehr über die Studie „State of Cybersecurity 2025“ und weitere aktuelle Tipps zur Cybersicherheit erfahren möchte, sollte sich jetzt für das Treffen der CompTIA DACH-Community anmelden, das am 7. und 8. November in Eppstein bei Wiesbaden stattfindet.


Fachkräftemangel in der IT-Security


Der Fachkräftemangel in Deutschland bedroht die Wirtschaft, besonders in der IT-Sicherheit. Unternehmen suchen dringend qualifizierte Experten, um Cyberrisiken zu bewältigen. Der steigende Bedarf an IT-Sicherheitsfachkräften verschärft das Problem weiter. In dieser Serie sprechen wir mit HR-Expertinnen und Security-Profis aus der Praxis darüber, wie Unternehmen trotz knappem Angebot die perfekt passenden Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter finden und halten können.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zur IT-Sicherheit

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:50209616)