Definition Datenschutz

Was ist Datenschutz?

| Autor / Redakteur: Stefan Luber / Peter Schmitz

Durch die fortschreitende Entwicklung der Informationstechnologie und der Digitaltechnik hat sich die Bedeutung des Datenschutzes gewandelt und verstärkt.
Durch die fortschreitende Entwicklung der Informationstechnologie und der Digitaltechnik hat sich die Bedeutung des Datenschutzes gewandelt und verstärkt. (Bild: Pixabay / CC0)

Datenschutz, also der Schutz personenbezogener Daten, sichert das Grundrecht von Personen auf informationelle Selbstbestimmung. Menschen haben dadurch selbst die Freiheit zu bestimmen, wie mit ihren Daten umgegangen wird. Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre sollen gewahrt bleiben.

Durch den Datenschutz werden nicht die Daten selbst geschützt, sondern die Freiheit des Menschen, selbst zu bestimmen, wie mit seinen Daten umgegangen wird und wer welche Informationen erhalten darf. Gesetze zum Datenschutz regeln die Erhebung, Verwendung, Speicherung und die Weitergabe von personenbezogenen Daten. Die Regelungen basieren auf dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.

Das Sammeln von persönlichen Daten durch staatliche Institutionen oder Wirtschaftsunternehmen kann dieses Recht gefährden und Persönlichkeitsrechte verletzen. Je nach Organisation, die Daten sammelt, speichert, verarbeitet oder veröffentlicht, können unterschiedliche Regelungen des Datenschutzes zum Einsatz kommen. So gelten beispielsweise bei Kirchen, Religionsgemeinschaften, Presse oder im Gesundheitswesen eigene oder zusätzliche Vorschriften.

Die Bedeutung des Datenschutzes durch die fortschreitende Entwicklung der IT

Durch die fortschreitende Entwicklung der Informationstechnologie und der Digitaltechnik hat sich die Bedeutung des Datenschutzes gewandelt und verstärkt. Moderne IT ermöglicht es, mehr und mehr Daten immer einfacher zu erheben, zu analysieren und zu speichern. Die Datenerhebung lässt sich automatisieren und auf viele Bereiche des täglichen Lebens ausweiten. So unterstützen und vereinfachen Technologien wie das Internet, mobile Telefonie, Videoüberwachung, bargeldlose Zahlungsverfahren, elektronische Kundenkarten oder elektronische Mautverfahren die Datenerfassung. Auf Basis der gesammelten Daten lassen sich personenbezogene Daten analysieren und Verhaltensweisen ableiten, die für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Während Unternehmen die Daten beispielsweise zu Marketingzwecken, zur Feststellung der Zahlungsfähigkeit oder zur Preisdifferenzierung heranziehen, nutzen staatliche Institutionen die vorhandenen Informationen für das Aufdecken von Steuerdelikten, für die Verbrechensbekämpfung oder für statistische Erhebungen.

Problem des mangelnden Bewusstseins für den Schutz personenbezogener Daten

Durch die massenhafte Nutzung des Internets und die Verbreitung von sozialen Netzwerken existiert trotz zunehmender Datenerhebung im Netz bei vielen Menschen ein mangelndes Bewusstsein für den Schutz der persönlichen Daten. Oft stellen Personen diese sogar freiwillig einer großen Zahl von Usern bereit. Sind Daten im Internet erst einmal veröffentlicht, ist es kaum möglich, diese im Nachhinein wieder dem Netz zu entziehen. Aus diesem Grund beinhalten moderne Datenschutzverordnungen in der Regel ein Recht auf das Vergessenwerden, das vorschreibt, elektronisch gespeicherte Daten mit einem Ablaufs- oder Verfallsdatum versehen oder endgültig löschen zu können.

Gesetzliche Verankerung des Datenschutzes

Je nach Land und Kontinent gelten unterschiedliche Regelungen und Gesetze im Bezug auf den Datenschutz. In Deutschland ist der Datenschutz schon im Grundgesetz verankert und wird durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) durch entsprechende Einzelgesetze genauer definiert. Unter anderem sind die Begriffe "personenbezogene Daten", "Verarbeitung", "Nutzung" und "Erhebung" von Daten gesetzlich beschrieben und geregelt. Innerhalb des BDSG gelten für öffentliche und nicht-öffentliche Stellen zum Teil unterschiedliche gesetzliche Regelungen. In den Bundesländern existieren zusätzliche Landesdatenschutzgesetze und -verordnungen. Um in ganz Europa eine einheitliche Herangehensweise an den Datenschutz und die Datensicherheit zu schaffen, wurde die so genannte Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union verabschiedet. Sie tritt 2018 in Kraft und stellt zum einen den Schutz personenbezogener Daten und zum anderen den freien Datenverkehr innerhalb Europas sicher. Definiert sind die europäischen Vorschriften in der General Data Protection Regulation (GDPR), die im Deutschen EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) genannt wird.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

Teamwork von Software-Entwicklung und Security

Neues eBook „DevSecOps im Mittelstand“

Teamwork von Software-Entwicklung und Security

Wenn Software-Entwicklung, -Betrieb und Security Hand in Hand arbeiten, können schneller Resultate erzielt werden, die Qualität wird besser und die Sicherheit steigt. Aus diesem Grund lohnt es sich, DevSecOps genauer zu betrachten. Gerade der Mittelstand kann hier profitieren, wie das neue eBook „DevSecOps im Mittelstand“ zeigt. Dabei geht es weniger um Technik, als vielmehr um neue Arbeitsformen. lesen

Worauf man bei der Zertifizierung von IoT-Produkten achten muss

IoT-Sicherheitszertifizierungen

Worauf man bei der Zertifizierung von IoT-Produkten achten muss

Gerade im Bereich Sicherheit fehlen Anwendern viele Informationen bei Lösungen im Internet of Things. Doch es gibt bereits eine Reihe von Standards und Zertifizierungen für das IoT, weitere werden hinzukommen. Wir geben einen Überblick und sagen, worauf es ankommt. lesen

Standardvertragsklauseln vor dem Aus - gibt es Alternativen?

EuGH muss klären: Sind die USA ein Rechtsstaat?

Standardvertragsklauseln vor dem Aus - gibt es Alternativen?

Wieder einmal ist der Datentransfer zwischen der EU und dem Rest der Welt, insbesondere den USA, Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung – wie so oft in den vergangenen Jahren. Diesmal liegt es am obersten rechtsprechenden Organ der EU, dem Europäische Gerichtshof (EuGH) mit Sitz in Luxemburg, ob das „Privacy Shield“-Verfahren und die viel genutzten Standardvertragsklauseln weiterhin gültig sind – oder durch ein neues Verfahren ersetzt werden müssen. lesen

Wie das IoT dem Datenschutz helfen kann

Datenschutz im Internet der Dinge, Teil 3

Wie das IoT dem Datenschutz helfen kann

Sicherheit und Datenschutz im Internet of Things (IoT) sind nicht nur wichtig, sondern auch lohnend, denn das IoT hat nicht nur Risiken, sondern auch Vorteile für den Datenschutz. lesen

Wie geht es mit der DSGVO weiter?

Bestandsaufnahme Datenschutz

Wie geht es mit der DSGVO weiter?

Seit über 430 Tagen ist die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft. Jedoch sind Unternehmen bei der Umsetzung nach wie vor zu wenig engagiert, wie eine Bilanz nach 14 Monaten zeigt. Am deutlichsten zeigt sich seitdem die Gesetzesänderung an den vielen Informations-Pop-ups, die seit diesem Zeitpunkt das Internet in Europa prägen. lesen

Der erste Tag als CISO

Tipps für den Start als CISO

Der erste Tag als CISO

Es kann schneller gehen, als man denkt: Die Geschäftsführung hat Sie als CISO auserkoren. Selbst wenn Sie sich schon lange mit Cyber Security befassen, kommen nun ganz neue Aufgaben auf Sie zu. Da ist es wichtig, gleich am ersten Tag die Weichen richtig zu stellen. Wir haben wichtige Tipps für Sie zusammengestellt, wie Sie sich für den neuen Alltag als CISO rüsten. lesen

Es wird Zeit für „Europe first“ beim Datenschutz

Kommentar: Bodycam-Daten

Es wird Zeit für „Europe first“ beim Datenschutz

Die Bundespolizei hat Datenschutzbedenken systematisch ignoriert und sensible Bodycam-Daten bei einem US-Anbieter gespeichert. Ein Vorgehen, das auch der Bundesdatenschutzbeauftragte zuletzt scharf kritisierte. Der jüngste Vorfall demonstriert wieder einmal, welche Sorglosigkeit in Bezug auf dieses Thema vorherrscht. Dabei sind gerade in Zeiten eines wiederauflebenden Protektionismus unter dem Deckmantel der „nationalen Sicherheit“ Anstrengungen nötig, die über die bloße Einhaltung der DSGVO hinausgehen. Eine Einschätzung von Holger Dyroff. lesen

Die DSGVO ist keine Aufgabe zum „einfach abhaken“

Kommentar zur DSGVO und deren Durchsetzung

Die DSGVO ist keine Aufgabe zum „einfach abhaken“

Die Geldbuße von 183 Millionen Pfund für British Airways bestätigt, dass die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein sehr ernstzunehmender Rechtsakt ist und nicht so zahnlos wie dies anfangs befürchtet wurde. Die DSGVO stellt die Herausforderungen und die Planungen im Bereich der Cybersicherheit in einen völlig neuen Kontext. lesen

Wieder Attacken auf Krankenhäuser

Ransomware

Wieder Attacken auf Krankenhäuser

Erneut wurden deutsche Krankenhäuser per Erpressungstrojaner lahmgelegt. Was Datenschutz und Security-Anbieter dazu sagen – und was Kliniken im Notfall tun können. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44657250 / Definitionen)