Definition Datenschutz

Was ist Datenschutz?

| Autor / Redakteur: tutanch / Peter Schmitz

Durch die fortschreitende Entwicklung der Informationstechnologie und der Digitaltechnik hat sich die Bedeutung des Datenschutzes gewandelt und verstärkt.
Durch die fortschreitende Entwicklung der Informationstechnologie und der Digitaltechnik hat sich die Bedeutung des Datenschutzes gewandelt und verstärkt. (Bild: Pixabay / CC0)

Datenschutz, also der Schutz personenbezogener Daten, sichert das Grundrecht von Personen auf informationelle Selbstbestimmung. Menschen haben dadurch selbst die Freiheit zu bestimmen, wie mit ihren Daten umgegangen wird. Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre sollen gewahrt bleiben.

Durch den Datenschutz werden nicht die Daten selbst geschützt, sondern die Freiheit des Menschen, selbst zu bestimmen, wie mit seinen Daten umgegangen wird und wer welche Informationen erhalten darf. Gesetze zum Datenschutz regeln die Erhebung, Verwendung, Speicherung und die Weitergabe von personenbezogenen Daten. Die Regelungen basieren auf dem Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.

Das Sammeln von persönlichen Daten durch staatliche Institutionen oder Wirtschaftsunternehmen kann dieses Recht gefährden und Persönlichkeitsrechte verletzen. Je nach Organisation, die Daten sammelt, speichert, verarbeitet oder veröffentlicht, können unterschiedliche Regelungen des Datenschutzes zum Einsatz kommen. So gelten beispielsweise bei Kirchen, Religionsgemeinschaften, Presse oder im Gesundheitswesen eigene oder zusätzliche Vorschriften.

Die Bedeutung des Datenschutzes durch die fortschreitende Entwicklung der IT

Durch die fortschreitende Entwicklung der Informationstechnologie und der Digitaltechnik hat sich die Bedeutung des Datenschutzes gewandelt und verstärkt. Moderne IT ermöglicht es, mehr und mehr Daten immer einfacher zu erheben, zu analysieren und zu speichern. Die Datenerhebung lässt sich automatisieren und auf viele Bereiche des täglichen Lebens ausweiten. So unterstützen und vereinfachen Technologien wie das Internet, mobile Telefonie, Videoüberwachung, bargeldlose Zahlungsverfahren, elektronische Kundenkarten oder elektronische Mautverfahren die Datenerfassung. Auf Basis der gesammelten Daten lassen sich personenbezogene Daten analysieren und Verhaltensweisen ableiten, die für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Während Unternehmen die Daten beispielsweise zu Marketingzwecken, zur Feststellung der Zahlungsfähigkeit oder zur Preisdifferenzierung heranziehen, nutzen staatliche Institutionen die vorhandenen Informationen für das Aufdecken von Steuerdelikten, für die Verbrechensbekämpfung oder für statistische Erhebungen.

Problem des mangelnden Bewusstseins für den Schutz personenbezogener Daten

Durch die massenhafte Nutzung des Internets und die Verbreitung von sozialen Netzwerken existiert trotz zunehmender Datenerhebung im Netz bei vielen Menschen ein mangelndes Bewusstsein für den Schutz der persönlichen Daten. Oft stellen Personen diese sogar freiwillig einer großen Zahl von Usern bereit. Sind Daten im Internet erst einmal veröffentlicht, ist es kaum möglich, diese im Nachhinein wieder dem Netz zu entziehen. Aus diesem Grund beinhalten moderne Datenschutzverordnungen in der Regel ein Recht auf das Vergessenwerden, das vorschreibt, elektronisch gespeicherte Daten mit einem Ablaufs- oder Verfallsdatum versehen oder endgültig löschen zu können.

Gesetzliche Verankerung des Datenschutzes

Je nach Land und Kontinent gelten unterschiedliche Regelungen und Gesetze im Bezug auf den Datenschutz. In Deutschland ist der Datenschutz schon im Grundgesetz verankert und wird durch das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) durch entsprechende Einzelgesetze genauer definiert. Unter anderem sind die Begriffe "personenbezogene Daten", "Verarbeitung", "Nutzung" und "Erhebung" von Daten gesetzlich beschrieben und geregelt. Innerhalb des BDSG gelten für öffentliche und nicht-öffentliche Stellen zum Teil unterschiedliche gesetzliche Regelungen. In den Bundesländern existieren zusätzliche Landesdatenschutzgesetze und -verordnungen. Um in ganz Europa eine einheitliche Herangehensweise an den Datenschutz und die Datensicherheit zu schaffen, wurde die so genannte Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union verabschiedet. Sie tritt 2018 in Kraft und stellt zum einen den Schutz personenbezogener Daten und zum anderen den freien Datenverkehr innerhalb Europas sicher. Definiert sind die europäischen Vorschriften in der General Data Protection Regulation (GDPR), die im Deutschen EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) genannt wird.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Aktuelle Beiträge zu diesem Thema

DSGVO setzt unter Handlungsdruck

Stichtag 25. Mai 2018

DSGVO setzt unter Handlungsdruck

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) setzt viele Unternehmen unter Zugzwang. Bis zu ihrem Gültigkeitsdatum am 25. Mai 2018 müssen Unternehmen einen Weg finden, die neuen Anforderungen an den Datenschutz zu erfüllen. lesen

Was KMU jetzt für die DSGVO unbedingt noch tun müssen

Datenschutz-Grundverordnung im Mittelstand

Was KMU jetzt für die DSGVO unbedingt noch tun müssen

Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten mit der Umsetzung der DSGVO, das gilt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ganz besonders. Weil aber bei KMU meist besondere Herausforderungen in Form von knappem Budget und wenig Personal zusammen kommen, sind jetzt Prioritäten gefragt, was in den nächsten Monaten zuerst angegangen werden muss. lesen

Mehr Cybersicherheit in Europa

Die Cybersecurity-Strategie der EU

Mehr Cybersicherheit in Europa

2017 veröffentlichte die Europäische Kommission ihre Cybersicherheits-Strategie und viele Sicherheitsexperten unterstützten nachdrücklich jede Anstrengung, deren Ziel es ist, die Abwehr von Cyberattacken zu stärken. Durch den täglichen Umgang und die Erfahrung mit IT-Sicherheit, hat auch IBM eine klare Vorstellung davon, wie allgemein verbindliche Richtlinien aussehen sollten, um tatsächlich wirksam zu sein. lesen

LogRhythm bringt DSGVO-Compliance-Modul

Datenschutz-Grundverordnung

LogRhythm bringt DSGVO-Compliance-Modul

LogRhythm hat ein neues EU-DSGVO-Compliance-Moduls vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine vollständig integrierte Sicherheitslösung, mit der Anwender Compliance zur Datenschutz-Grundverordnung der EU erzielen und nachweisen können. lesen

EU-DSGVO trifft Marketing unvorbereitet

Studie zur EU-Datenschutz-Grundverordnung

EU-DSGVO trifft Marketing unvorbereitet

Die aktuelle Studie „Die EU-DSGVO kommt – Sind Unternehmen vorbereitet?“ zeigt, dass es – nur wenige Monate vor dem Stichtag – bei Marketern und Führungskräften zum Teil noch große Wissenslücken gibt und große Planlosigkeit hinsichtlich der 2018 in Kraft tretenden EU-Datenschutz-Grundverordnung herrscht. lesen

Defizite bei Cloud-Sicherheit und -Compliance

Studie zur Cloud Security

Defizite bei Cloud-Sicherheit und -Compliance

Die Cloud hat für Unternehmen vieles komplexer gemacht, insbesondere die Kontrolle über die Datensicherheit und Compliance sowie die Verwaltung der IT-Infrastruktur und die Verwaltung der Cloud. Darüber hinaus benötigen die meisten Studienteilnehmer noch bessere IT-Tools und Strategien, um ihre Daten gemäß der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) ausreichend vor Missbrauch zu schützen. lesen

Datensicherheit und Datenschutz in der Cloud

Cloud Computing und Datenschutz

Datensicherheit und Datenschutz in der Cloud

Auch wenn sich die öffentliche Diskussion rund um Security, Compliance und Datenschutz in der Cloud inzwischen etwas gelegt hat, ist das Thema in deutschen Unternehmen immer noch ein Dauerbrenner. Die Gründe hierfür liegen nicht selten sowohl in einer generellen Unsicherheit bezüglich der Rechtslage als auch in dem fast schon „traditionellen“ Bedürfnis vieler deutscher Unternehmen nach einer lokalen Daten- und Informationsvorhaltung. lesen

IoT-Systeme von Anfang an gegen Angriffe absichern

Security by Design für das Internet der Dinge

IoT-Systeme von Anfang an gegen Angriffe absichern

Heizungen, Türschlösser, Alarmanlagen, Fernseher, Rasenmäher oder Autos: Immer mehr Geräte und Anlagen sind mit dem Internet verbunden. Unternehmen, die Security-Anforderungen von IoT-Geräten bereits bei der Konzeption berücksichtigen, sparen teure Nachrüstungen und vermeiden Haftungsprobleme. lesen

9 DSGVO-Mythen enttarnt!

Klarheit bei der Datenschutz-Grundverordnung

9 DSGVO-Mythen enttarnt!

Die Vorbereitungen auf die DSGVO / GDPR kommen bei vielen Unternehmen nicht schnell genug voran. Umso wichtiger ist deshalb die Aufklärung, was wirklich hinter der Datenschutz-Grundverordnung steckt. Aktuell kursieren viele Mythen und falsche Informationen zur DSGVO im Netz. Wir klären auf. lesen

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44657250 / Definitionen)