Soziale Medien – Twitter läuft Nachrichtensendern den Rang ab

Die meisten Twitter-Nachrichten haben mit Banalitäten zu tun. Manchmal aber verändern sie auch die Welt, wie sich am 15. Januar 2009 zeigte. Wenige Tage vor der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama musste ein Airbus A320 der Fluggesellschaft US Airways im Hudson River notwassern.
Glücklicherweise führte Flugkapitän Chesley Sullenberger das Manöver so präzise aus, dass das Flugzeug beim Aufschlag auf das Wasser nicht auseinanderbrach. Zudem war das Wasser des Hudson River an diesem Wintertag recht ruhig, so dass das gewasserte Flugzeug nicht umkippte.
Daher konnten alle Insassen des Fluges gerettet werden. Die New Yorker, die an diesem Tag unterwegs waren, verbreiteten die Nachricht über die Twitter-Clients ihrer Smartphones, so dass die Twitter-User über die Sensation bereits informiert waren, bevor die Nachrichtensender darüber berichten konnten.
Da sich Twitter-Nachrichten über einen Schneeballeffekt fortpflanzen – ein User schreibt die Nachricht, die seine Follower (also Mitleser) dann wiederum als Retweet an ihre Mitleser weiterreichen können und so weiter – kann so eine Meldung innerhalb kürzester Zeit Millionen von Menschen erreichen. Dieser Mechanismus trägt dazu bei, dass in sozialen Medien Nachrichten ein großes Publikum ansprechen – und zwar ganz ohne Mithilfe der großen Nachrichtenmedien. Ein Nachteil ist jedoch, dass sich über Twitter oder Facebook auch ungeprüfte Gerüchte sehr schnell verbreiten können und wichtige Details einer Meldung sehr oft auf der Strecke bleiben.
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