Ältester Darknet-Drogenmarktplatz BKA und Europol schalten Archetyp Market ab

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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In sechs Ländern wurde erfolgreich nach dem Betreiber des illegalen Drogen-Marktplatzes Archetyp Market gefahndet. Die Ermittler schalteten die Infrastruktur ab und stellten Vermögenswerte von insgesamt rund 7,8 Millionen Euro sicher.

Gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, Rumänien, Spanien, Schweden und den USA waren Eurojust, Europol, das Bundeskriminalamt sowie das Zentrum für Cyberkriminalität in der Lage, die Infrastruktur hinter Archetyp Market abzuschalten.(Bild:  BKA)
Gemeinsam mit Strafverfolgungsbehörden aus den Niederlanden, Rumänien, Spanien, Schweden und den USA waren Eurojust, Europol, das Bundeskriminalamt sowie das Zentrum für Cyberkriminalität in der Lage, die Infrastruktur hinter Archetyp Market abzuschalten.
(Bild: BKA)

Am 11. Juni 2025 wurde ein 30-jähriger deutscher Staatsangehöriger durch eine Spezialeinheit der spanischen Nationalpolizei an seinem Wohnsitz in Barcelona festgenommen. Der Vorwurf gegen den Mann lautet, den illegalen Online-Marktplatz „Archetyp Market“ als Administrator gemeinsam mit anderen Moderatoren betrieben zu haben. Archetyp war nur über das Darknet erreichbar und eine der weltweit größten Plattformen für Drogen wie Amphetamin, Cannabis, Fentanyl, Heroin und Kokain.

Urgestein des Drogenverkaufs

Zuletzt waren auf Archetyp Market rund 17.000 Verkaufsangebote, 612.000 Kundenkonten und circa 3.200 Verkäufer registriert. Der Umsatz der Plattform wird auf 250 Millionen Euro geschätzt. Damit gehörte die illegale Plattform nicht nur zu einer der größten Marktplätze im Darknet, sondern war Europol zufolge auch die am längsten bestehende Handelsplattform dieser Art. Die Bezahlung erfolgte ausschließlich über die Kryptowährung Monero.

Nach der Festnahme des Beschuldigten, wurden sowohl sein Wohnsitz in Barcelona, wie auch Wohnobjekte in Hannover und Bukarest durchsucht. Dabei konnten eine Menge Beweismittel gesichert werden: acht Mobiltelefone, vier Computer, 34 Datenträger sowie Vermögenswerte von insgesamt rund 7,8 Millionen Euro. In einem Rechenzentrum in den Niederlanden schaltete die niederländische Nationalpolizei die Serverinfrastruktur ab, die für den Betrieb der illegalen Plattform genutzt wurde. Rund 300 Beamte waren an der großangelegten Strafverfolgung beteiligt, die vom 11. bis 13. Juni in Deutschland, den Niederlanden, Rumänien, Spanien und Schweden agierten.

Jahrelange Ermittlungsarbeit

Jean-Philippe Lecouffe, stellvertretender Exekutivdirektor für Operationen bei Europol, kommentiert: „Mit dieser Abschaltung haben die Strafverfolgungsbehörden einen der ältesten Drogenmärkte im Darknet lahmgelegt und damit eine wichtige Versorgungslinie für einige der gefährlichsten Substanzen der Welt abgeschnitten. Durch die Zerschlagung der Infrastruktur und die Verhaftung der Hauptakteure senden wir ein klares Zeichen: Es gibt keinen sicheren Hafen für diejenigen, die von Schaden profitieren.“

Der Abschaltung von Archetyp Market vorangegangen waren jahrelange Ermittlungsarbeiten, die von den deutschen Behörden angeführt wurden. In enger Kooperation konnten die internationalen Strafverfolgungsbehörden Finanzströme zurückverfolgen und digitale forensische Beweise analysieren und die Betreiber letztendlich festnehmen.

An der Operation waren folgende Behörden beteiligt:

  • Deutschland: Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentrum für Cyberkriminalität (ZIT), Bundeskriminalamt
  • Niederlande: Niederländische Polizei (Politie)
  • Rumänien: Nationale Polizei (Poliția Română)
  • Spanien: Nationale Polizei (Policía Nacional)
  • Schweden: Schwedische Polizeibehörde (Polismyndigheten)
  • USA: Homeland Security Investigations (HSI), IRS-Criminal Investigation (IRS-CI), US-Justizministerium (USDOJ)
  • Europol
  • Eurojust

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