Voice Fraud bei Service Providern

Betrugsbekämpfung bei Sprachdiensten

| Autor / Redakteur: Christian Michaud / Peter Schmitz

Cyberkriminelle werden immer besser darin, globale Kommunikationsnetzwerke für betrügerische Zwecke zu nutzen und damit jedes Jahr Milliardengewinne zu erzielen.
Cyberkriminelle werden immer besser darin, globale Kommunikationsnetzwerke für betrügerische Zwecke zu nutzen und damit jedes Jahr Milliardengewinne zu erzielen. (Bild: Pixabay / CC0)

Unter Voice Fraud versteht man, wenn Sprachdienste von Kriminellen in betrügerischer Absicht dazu benutzt werden, illegal Gelder von einem Dienstanbieter zu erlangen. Weltweit gibt es über 5 Milliarden Mobilfunknutzer und jeder Teilnehmer oder sein Endgerät kann zum Ziel von Voice Fraud werden.

Cyberkriminalität schadet dem gesamten Technologie- und Telekommunikations-Ökosystem. Vom Service Provider bis zum Endnutzer ist kein Teilnehmer wirklich dagegen immun. So werden Anwender und Geräte, die mit dem Internet verbunden sind, zu einem potenziellen Angriffsziel für Cyberkriminelle. Die Zahl der verbundenen Geräte wird bis zum Jahr 2020 auf über 20 Milliarden ansteigen. Damit wird die Bekämpfung der Cyberkriminalität entscheidend für alle, die am wirtschaftlichen Erfolg des Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) interessiert sind.

Sobald Kriminelle globale Kommunikationsnetzwerke für betrügerische Absichten nutzen und Dienstleistungen stehlen oder stören, sind die daraus resultierenden Auswirkungen weitreichend. Sie reichen von finanziellen Einbußen bis zur dauerhaften Beschädigung der Kundenbeziehung. Letztendlich verlieren Endnutzer das Vertrauen in Anwendungen, Geräte und Dienste, während Unternehmen im Carrier-Ökosystem das Vertrauen in ihre Partner einbüßen. Innovationen wie das IoT werden unsere Zukunft prägen, daher müssen wir die Sicherheitsherausforderungen etablierter und ständig genutzter Dienste, wie zum Beispiel bei Voice-Diensten, lösen.

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Basierend auf Daten der GSMA gibt es derzeit weltweit über 5 Milliarden Mobilfunkteilnehmer und genau wie beim Internet der Dinge, kann jeder Teilnehmer oder sein Endgerät zum Ziel von Voice Fraud werden. Man spricht von Voice Fraud, wenn Sprachdienste dazu benutzt werden, illegal Gelder von einem Dienstanbieter durch PBX-Hacking (Manipulation von Telefonanlagen), False Answer Supervision oder anderer betrügerischer Aktivitäten zu erlangen. Laut der Communications Fraud Control Agency (CFCA) verlieren Service Provider jährlich mehr als 38,1 Milliarden US-Dollar (umgerechnet 30,6 Milliarden Euro) durch Voice Fraud. In einem Voice-Markt mit sinkenden Margen ist dieser Betrag deutlich zu hoch. Service Provider sollten daher Maßnahmen ergreifen – oder müssen sich mit hohen Verlusten auseinandersetzen.

Es gibt drei entscheidende Elemente für die Bekämpfung von Voice Fraud:

  • 1. Plattform-basierter Ansatz: Service Provider sollten den Blick auf das Ganze richten und Betrugslösungen in ihre Sprachplattformen integrieren. Die Erkennung und Eindämmung von Sprachmissbrauch sollte keine aufgesetzte Lösung sein, sondern ein voll integrierter Bestandteil jedes Sprachdienstes, den ein Anbieter bereitstellt. Service Provider sollten erkennen, dass die Erkennung und Eindämmung von Voice Fraud heute der Kern jedes erfolgreichen Sprachangebots ist, und sicherstellen, dass ihre Plattform für die Bekämpfung von Voice-Betrug rund um die Uhr zur Verfügung steht.
  • 2. Umsetzung in Echtzeit: Anbieter müssen Voice Fraud in Echtzeit bekämpfen. Die Zeiten des Prüfen von Call Data Records (CDR) und der Kontrolle von Rechnungen Monate nachdem ein Voice Fraud eingetreten ist, sind vorbei. Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen ermöglichen es Service Providern, sofort zu handeln und Voice Fraud zu stoppen sowie historische Daten zu nutzen, um eine optimierte Netzwerkumgebung aufrechtzuerhalten. KI beschleunigt die Entscheidungsfindung, wodurch das Ausmaß der Verluste durch Telefonbetrug verringert wird und sie sich an eine sich verändernde Bedrohung anpassen kann. KI und das maschinelle Lernen bieten eine Grundlage für die Bekämpfung von Voice Fraud und Cyberkriminalität.
  • 3. Zusammenarbeit und Partnerschaften: Voice Fraud hat negative Auswirkungen auf unser gesamtes Ökosystem, und deshalb müssen wir zusammenarbeiten, um es abzuwehren. Von der Zusammenarbeit profitieren alle Beteiligten, denn Service Provider können nicht auf sich gestellt gegen eine sich ständig ändernde Bedrohung vorgehen. Die Anbieter sollten Partner wählen, die das gleiche Engagement bei der Bekämpfung von Voice Fraud aufbringen und in Branchenforen wie dem i3forum aktiv werden. Je mehr Unternehmen über Voice Fraud lernen und an Diskussionen rund um Betrug und Cyberkriminalität teilnehmen, desto besser werden sie damit umgehen.

Voice Fraud wird nie ganz verschwinden, aber wir können seine negativen Auswirkungen auf unsere Unternehmen, Partner, Kunden und Endnutzer begrenzen. Wir können Vertrauen im gesamten Ökosystem aufbauen, indem wir Maßnahmen ergreifen und diese Strategien in die Praxis umsetzen.

Cyberkriminalität ist eine sich ständig weiterentwickelnde Bedrohung, die einen neuen Ansatz erfordert. Kriminelle schaffen ständig neue Verfahren, um weiterhin daraus Profit zu schlagen. Service Provider und Kommunikationsunternehmen müssen daher innovativ sein und über den Status quo hinaus agieren, um ihr Business zu schützen. Die branchenübergreifende Zusammenarbeit in Plattformen wie dem i3forum ist für die Bekämpfung von Betrug ebenso wichtig.

Über den Autor: Christian Michaud ist Senior Vice President, Product & Business Strategy bei Tata Communications.

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