Laut Bitkom-Studie wächst der deutsche Markt für biometrische Lösungen Biometrie-Trend geht zu Gesichtsfeld-Erkennung und Fingerabdruck-Scan

Redakteur: Stephan Augsten

Biometrie bleibt auch in den kommenden Jahren ein Erfolgssektor in der IT-Security, folgert die Bitkom aus einer Studie von Roland Berger Strategy Consultants: Bis zum Jahr 2010 werde sich der deutsche Markt für biometrische Authentifizierung mehr als verdoppeln. Davon könnten auch deutsche Biometrie-Unternehmen profitieren.

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Knapp einhundert deutsche Unternehmen mit mehreren tausend Beschäftigten stellen biometrische Produkte her oder befassen sich mit der Systemintegration. „Die deutsche Biometriebranche genießt international einen guten Ruf und ist bei der Gesichtserkennung führend“, meint Professor Dieter Kempf, Mitglied des Bitkom-Präsidiums.

Dies könnte in den kommenden Jahren ein Vorteil sein: Zwar bleibe die Erkennung von Fingerabdrücken die wichtigste Technik. Allerdings wird der Anteil der Gesichtserkennung am Marktumsatz bis 2010 von derzeit gut einem Fünftel auf etwa 20 Prozent steigen, schätzen die Analysten von Roland Berger Strategy Consultants.

Damit hätten deutsche Unternehmen einen ordentlichen Anteil am gesamten inländischen Biometrie-Markt. „Von rund 120 Millionen Euro im Jahr 2006 wächst der Umsatz auf voraussichtlich rund 300 Millionen Euro“, sagt Kempf. Weltweit wird der Umsatz der Biometrie-Industrie in diesem Zeitraum um drei auf 4,8 Milliarden Euro steigen, meint die International Biometric Group.

Trotzdem haben deutsche Unternehmen einen entscheidenden Nachteil beim Kampf um die Marktanteile: Da die hiesige Biometriebranche im weltweiten Vergleich eher mittelständig geprägt ist, mangelt es laut der Bitkom häufig an Geldern für Forschung, Entwicklung und die internationale Vermarktung.

Aufträge aus öffentlicher Hand sichern das Biometrie-Geschäft

Ein starker Erfolgsfaktor für den Biometrie-Markt sind politische Entscheidungen. Soreon Research schätzt den staatlichen Anteil bei der Nachfrage am deutschen Gesamtmarkt für 2009 auf 45 Prozent.

Die USA haben in dieser Hinsicht einen klaren volkswirtschaftlichen Vorteil: Dort liegt der Anteil der öffentlichen Nachfrage am Branchenumsatz bei 0,005 Prozent des Bruttoinlandsproduktes – das ist beinahe dreimal so hoch wie in Europa.

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