„Modernisierung“ der IT Britische Behörde kauft ausgelaufenes Windows 10 für 355 Millionen Euro

Von Melanie Staudacher 2 min Lesedauer

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Trotz Support-Ende investiert das britische Umweltministerium 355 Millionen Euro in über 31.000 neue Windows-10-Laptops. Diese „Moder­nisierung“ soll mehr Effizienz und Sicherheit bringen, zeigt aber vor allem, wie träge Behörden und riskant veraltete Betriebssysteme sein können.

31.500 Laptops, die noch mit Windows 7 liefen, werden vom britischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium nun durch Windows 10 ersetzt. Doch dieses erhält ebenfalls keine Sicherheitsupdates mehr.(Bild:  frei lizenziert Gerd Altmann /  Pixabay)
31.500 Laptops, die noch mit Windows 7 liefen, werden vom britischen Umwelt- und Landwirtschaftsministerium nun durch Windows 10 ersetzt. Doch dieses erhält ebenfalls keine Sicherheitsupdates mehr.
(Bild: frei lizenziert Gerd Altmann / Pixabay)

Während der Rest der Welt seit dem 14. Oktober 2025 auf Windows 11 oder eine Alternative zum Microsoft-Betriebssystem zu setzen scheint, hat das britische Umwelt- und Land­wirt­schafts­ministerium (Defra) jüngst die Anschaffung von über 31.000 Laptops mit Windows 10 be­auf­tragt. Dabei erhält Windows keine Sicherheitsupdates mehr, was ein Sicherheitsrisiko darstellt.

312 Pfund für mehr Effizienz und Sicherheit

Die Anschaffung der Windows-10-Geräte sei Teil einer Modernisierungsmaßnahme der IT des Defras. David Hill, der Interim Permanent Secretary des Ministeriums, hatte in einem Schreiben vom 10. Oktober 2025 mitgeteilt, dass für die Modernisierung der IT insgesamt 312 Millionen Pfund, das sind rund 355 Millionen Euro, eingeplant sind. Damit sollen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Aktualisierung veralteter Geräte und Software, einschließlich der Entfernung von 31.500 Windows 7-Laptops und deren Umstellung auf Windows 10.
  • Behebung von über 49.000 kritischen Sicherheitslücken im IT-Netzwerk.
  • Migration von 137 Legacy-Anwendungen aus veralteter, nicht mehr unterstützter Infrastruktur in moderne, sichere und unterstützte Umgebungen.
  • Schließung eines Legacy-Rechenzentrums. Die Schließung von drei weiteren Rechenzentren ist in Vorbereitung.
  • Aktualisierung des SAM-Dienstes (Software Asset Management) der Animal and Plant Health Agency (als 21. risikoreichstes System der Regierung eingestuft) und Migration in die digitale private Cloud von Defra.
  • Bereitstellung einer umfassenden Sicherheitslösung („Hypercare“) für veraltete Server, um Schwachstellen zu beheben, bis die Aktualisierungen im nächsten Service Release (SR) abgeschlossen werden können.

Diese Maßnahmen sind Hill zufolge die Reaktion auf einen Bericht aus dem Jahr 2023 von Sir Geoffrey Clifton-Brown, Mitglied der Konservativen Partei in Großbritannien, Mitglied des bri­tischen Unterhauses und Vorsitzendem des Ausschusses für öffentliche Finanzen. In diesem Bericht hatte Clifton-Brown Defra dazu aufgefordert, zu begründen, wie Investitionen in die Mo­der­nisierung der Systeme und Prozesse die Effizienz steigern würden. Der Politiker forderte eine Antwort, die entsprechende Maßnahmen enthalten sollte, innerhalb eines Jahres. Die von Hill genannten und teils bereits umgesetzten Maßnahmen würden die Produktivität und Effizienz des Umweltministeriums verbessern. Im Rahmen der digitalen Transformation würden ebenso Papierformulare abgeschafft und in Automatisierung sowie KI investiert, um die Kunden­zu­frie­den­heit zu steigern und Kosten zu senken. Zudem würden die Maßnahmen zur Zuverlässigkeit und Sicherheit der kritischen Systeme beitragen.

Zwar senkt das Upgrade auf Windows 10 das Sicherheitsrisiko des britischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums im Vergleich zu Windows 7, doch „State of the Art“ ist das Be­triebssystem nicht. Zumindest nicht, wenn es ohne Sicherheitsupdates des ESU-Programms von Microsoft oder Micropatches von Drittanbietern läuft. Zudem zeigt die Ankündigung der britischen Behörde auf, wie schwerfällig die öffentliche Beschaffung noch immer ist.

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