Cisco-Studie alarmiert die deutsche Wirtschaft Wenige Firmen sind auf Cyberattacken vorbereitet

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Der Cisco Cybersecurity Index 2024 zeigt, dass in diesem Jahr nur 2 Prozent aller deutschen Unternehmen optimal auf Cyberangriffe vorbereitet ist. Das stellt eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr dar. Der Beitrag zeigt, die Zahlen und deren Folgen genauer.

Cisco sieht in seinem Cybersecurity Index 2024 Probleme bei der Absicherung von Unternehmen gegen Cyberangriffe.(Bild:  jamdesign - stock.adobe.com)
Cisco sieht in seinem Cybersecurity Index 2024 Probleme bei der Absicherung von Unternehmen gegen Cyberangriffe.
(Bild: jamdesign - stock.adobe.com)

Im Jahr 2023 zeigte der Cisco Cybersecurity Readiness Index, dass zehn Prozent der deutschen Unternehmen als optimal vorbereitet auf moderne Cyberbedrohungen galten.

Ein Jahr später offenbart der Index für 2024 eine deutliche Verschlechterung: Nur noch weniger als zwei Prozent der Firmen in Deutschland erreichen diesen Grad der Vorbereitung. Trotz dieses Rückgangs positioniert sich Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin stark, indem es hinter Großbritannien den zweiten Platz belegt. Dies verdeutlicht einen erheblichen Abstand zu den führenden USA, aber auch eine relative Stärke innerhalb Europas. Deutsche Unternehmen demonstrieren eine besondere Kompetenz in der Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) für Cyberabwehr, während in den Bereichen Identity und Cloud noch Optimierungsbedarf besteht.

Landschaft der Cyberbedrohungen wandelt sich

Die Landschaft der Cyberbedrohungen hat sich insbesondere durch den Einsatz von KI in den Angriffs- und Verteidigungsstrategien rasant weiterentwickelt. In diesem sich schnell ändernden Umfeld scheinen deutsche Unternehmen Mühe zu haben, Schritt zu halten. Der Cisco Cybersecurity Readiness Index 2024 zeigt, dass lediglich 1,65 Prozent der deutschen Unternehmen im höchsten Reifegrad, "Mature", eingestuft werden können, was im europäischen Kontext den vierten Platz bedeutet. Die aggregierte Betrachtung der höchsten beiden Reifegrade, "Mature" und "Progressive", offenbart, dass etwa ein Viertel der deutschen Unternehmen einen adäquaten Schutz gegen Cyberangriffe aufweist, ein Wert, der dennoch weit hinter den Vereinigten Staaten zurückbleibt.

Die Umfrage unter 8.000 IT-Entscheidungsträgern, darunter 303 aus Deutschland, offenbart auch eine hohe Inzidenz von Cybervorfällen in deutschen Unternehmen innerhalb des letzten Jahres, mit 55 Prozent der Befragten, die von mindestens einem Vorfall berichten. Besorgniserregend ist, dass die finanziellen Schäden durch diese Vorfälle zunehmen, wobei immer mehr Schäden über 100.000 US-Dollar verzeichnet werden.

KI findet auch in der Abwehr von Cyberangriffen Anwendung

Die Nutzung von KI in der Cyberabwehr ist ein positives Zeichen, wobei über 40 Prozent der deutschen Firmen KI-basierte Systeme mit hohem Reifegrad einsetzen. Es besteht jedoch ein dringender Handlungsbedarf in den Bereichen Identity und Cloud. Die Studie zeigt, dass nur eine Minderheit der deutschen Unternehmen in diesen Bereichen über ein angemessenes Schutzniveau verfügt. Dies ist teilweise auf die unterdurchschnittliche Implementierung wesentlicher Schutzmaßnahmen zurückzuführen, wie beispielsweise die Nutzung spezifischer Formen der Identitätssicherung oder die konsistente Anwendung von Sicherheitsrichtlinien über mehrere Clouds hinweg.

Neben der Herausforderung, sich gegen Cyberangriffe zu schützen, stehen deutsche Unternehmen auch vor dem Problem eines Mangels an Cybersecurity-Fachkräften, wobei bei 71 Prozent der Unternehmen mehr als fünf Stellen unbesetzt bleiben. Trotz dieses Mangels planen 81 Prozent der Security-Entscheider in Deutschland, ihr Budget für Cybersicherheit in den nächsten zwölf Monaten um mehr als zehn Prozent zu erhöhen, ein Zeichen für das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung von Cyberabwehr.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Cisco-Studie ein detailliertes Bild der Cybersecurity-Landschaft in deutschen Unternehmen zeichnet. Es offenbart sowohl die Herausforderungen als auch die Bereiche, in denen Fortschritte erzielt wurden. Die zunehmende Komplexität und Dynamik der Bedrohungen erfordern eine kontinuierliche Anpassung und Verbesserung der Cyberabwehrstrategien, um den Schutz von Unternehmen in einem immer anspruchsvolleren Umfeld zu gewährleisten.

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