KI-Unterhaltungen in Suchmaschinen Claude-Chats tauchen in Google auf

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Hunderte private und berufliche Unterhaltungen mit dem KI-Chatbot Claude waren zeitweise über Suchmaschinen auffindbar. Ursache war offenbar kein Einbruch in Anthropic-Systeme, sondern die Indexierung von Chats, die Nutzer über die Teilen-Funktion freigegeben hatten.

Über die Teilen‑Funktion freigegebene Claude‑Chats waren zeitweise über Suchmaschinen auffindbar. Anthropic zufolge wurden die Links von Nutzern geteilt. Die Indexierung der Gespräche wurde inzwischen gestoppt.(Bild:  KI-generiert)
Über die Teilen‑Funktion freigegebene Claude‑Chats waren zeitweise über Suchmaschinen auffindbar. Anthropic zufolge wurden die Links von Nutzern geteilt. Die Indexierung der Gespräche wurde inzwischen gestoppt.
(Bild: KI-generiert)

Die öffentlich auffindbaren Unterhaltungen wurden über Claude-Links erreichbar, die Nutzer zuvor selbst geteilt hatten. Wer eine solche Unterhaltung freigibt, erhält einen Link, dessen Inhalt laut Plattform von „jedem mit dem Link“ eingesehen werden kann. Diese Links wurden jedoch offenbar von Suchmaschinen wie Google indexiert. Dadurch konnten sie nicht nur an direkte Empfänger weitergegeben werden, sondern über gezielte Suchanfragen auch von anderen Personen gefunden werden. Laut BBC waren mehr als 200 Claude-Chats auf mindestens 25 Suchergebnisseiten sichtbar.

Private und berufliche Inhalte betroffen

Die damit sichtbaren Gespräche enthielten dem Bericht zufolge unter anderem Bewerbungsunterlagen, Namen, Kontaktinformationen und berufliche Erfahrungen. In einzelnen Fällen sollen Nutzer Claude auch für Arbeiten an unveröffentlichten Unternehmensprojekten oder Forschungsinhalten eingesetzt haben, womit die entsprechenden Chats dann ebenfalls öffentlich auffindbar waren. Damit bestand das Risiko, dass vertrauliche Informationen nicht nur mit vorgesehenen Personen, sondern mit einer deutlich größeren Öffentlichkeit geteilt wurden.

Anthropic betonte gegenüber Tech Crunch, dass Nutzer selbst entscheiden könnten, ob und wann sie Gespräche teilen. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin seien die Links nicht erratbar und würden nur dann öffentlich, wenn Nutzer sie aktiv freigäben. Der Vorfall unterscheidet sich damit von einem klassischen Datenleck oder einer kompromittierten Plattform. Die Inhalte wurden nicht durch einen externen Einbruch veröffentlicht, sondern durch die Kombination aus öffentlicher Linkfreigabe und Suchmaschinen-Indexierung auffindbar.

Google verweist auf Website-Betreiber

Die Suchergebnisse mit Claude-Chats waren laut BBC am Wochenende nicht mehr sichtbar. Anthropic dürfte technische Maßnahmen umgesetzt haben, um die betroffenen Seiten für Suchmaschinen zu sperren oder bereits indexierte Inhalte entfernen zu lassen. Eine vollständige Rückholung bereits gespeicherter oder weiterverbreiteter Inhalte ist jedoch schwierig. Sobald öffentliche Links von Dritten archiviert, gecacht oder kopiert wurden, können sie außerhalb der ursprünglichen Plattform weiter verfügbar bleiben.

Google erklärte gegenüber BBC, dass Suchmaschinen nicht selbst entscheiden, welche Seiten öffentlich gemacht werden. Website-Betreiber könnten über technische Vorgaben festlegen, ob Inhalte gecrawlt oder indexiert werden dürfen. Google respektiere diese Einstellungen.

Vergleichbare Vorfälle gab es in der Vergangenheit auch bei anderen KI-Anbietern. So waren öffentlich geteilte ChatGPT-Gespräche zeitweise über Suchmaschinen auffindbar. Auch bei Grok sollen im vergangenen Jahr zahlreiche Chat-Protokolle öffentlich in Suchergebnissen erschienen sein.

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