Datenschutz in der Cloud

Cloud Security – ohne DRM- und IRM-Standard ein reines Luftschloss?

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Was Information Rights Management leistet

Der Vorteil von IRM im Vergleich zu klassischer Verschlüsselung ist, dass man bei IRM auch nachträglich den Zugriff auf Dokumente freigeben kann, ohne das Dokument selbst anzufassen. Bei reiner Verschlüsselung müsste man z.B. den Schlüssel oder das Passwort für die Daten preisgeben.

IRM hat eine Reihe von Vorteilen: man kann die Sichtbarkeit von Informationen einschränken, beispielsweise zeitlich oder sogar geografisch unter Verwendung der modernen Ortungssysteme. Man kann – je nach Unterstützung durch die Anwendungen – Dokumente auch teilweise editierbar machen, manche Passagen wären dann nicht veränderbar.

Durch die Entkopplung der Rechteverwaltung – die in der Regel an ein Identitätsmanagement-System angelehnt ist – vom Enforcement durch Verschlüsselung bestimmter Abschnitte im Dokument ist die Umsetzung sehr flexibler Policies möglich. Diese wiederum können selbst als Cloud Service bereit gestellt werden.

Ein Beispiel für eine zukunftsorientierte Cloud-Architektur, die IRM-Elemente verwendet ist zum Beispiel die Gesundheitstelematik-Infrastruktur, die mit der den neuen elektronischen Gesundheitskarte entwickelt wurde. Dort werden medizinische Daten der Patienten mit IRM-Technologie geschützt. Der Patient hat volle Kontrolle darüber, wer auf die Daten zugreifen darf.

Jeder kocht sein eigenes Süppchen

Ein Nachteil der bestehenden IRM-Technologielandschaft ist jedoch die Vielfalt der existierenden Standards, wenn man diese überhaupt so bezeichnen darf. Denn im Grunde genommen existiert kein Standard. Nahezu alle Anbieter – allen voran Microsoft, Adobe und Apple – verwenden eigene Techniken für IRM bzw. DRM als Lock-In. Sie zwingen Kunden also dazu, bei ihnen zu bleiben, da ein Austausch des DRM-Schutzes nicht ohne weiteres möglich ist.

Eine industrieweite Standardisierung ist sicherlich ein langfristig notwendiger Schritt, doch bis dahin wird noch viel Zeit vergehen. Entsprechend wäre es eine richtig gute Idee, wenn man eine Art von „IRM Intermediate“ entwickeln würde, der die Dokumente zwischen zwei verschiedenen Formaten austauschen kann. Solch eine Form von „IRM Middleware“ wäre ein wesentlicher Baustein für die Anwendung von IRM für Firmeninformationen und damit für Sicherheit in der Cloud.

Nun gibt es eine Reihe spezialisierter Hersteller, die IRM anbieten; zum Teil auf der Basis der Formate der Marktführer, zum Teil aber auch auf Basis einer proprietären Technologie. Die Lösungen dieser Hersteller überzeugen in der Regel durch die Möglichkeit, sehr komplexe und differenzierte Policies einzusetzen. Das ist technologisch sehr überzeugend und auch für den Sicherheitsverantwortlichen ein gutes Argument. Doch in der Praxis spielen Lösungen mit einfachen Policies eine sehr wichtige Rolle, da sie äußerst skalierbar und sehr effektiv zu verwalten sind.

Inhalt

  • Seite 1: Cloud Security – wo bleibt der Lichtblick?
  • Seite 2: Was Information Rights Management leistet
  • Seite 3: IRM/DRM-Ansätze und Standardisierung

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