Cyberangriff auf Consulting-Umgebung Red Hat meldet Data Breach in GitLab-Umgebung

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Cyberkriminelle geben auf Telegram an, 570 GB Daten aus über 28.000 Repositories von Red Hat abgegriffen zu haben. Unter den betroffenen Organisationen befinden sich NSA, NIST, IBM und Siemens.

Angreifer veröffentlichten eine Dateiübersicht, die die vom Datenleck bei Red Hat betroffenen Repositories zeigt, darunter Customer Engagement Reports und interne Projektdaten.(Bild:  Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)
Angreifer veröffentlichten eine Dateiübersicht, die die vom Datenleck bei Red Hat betroffenen Repositories zeigt, darunter Customer Engagement Reports und interne Projektdaten.
(Bild: Midjourney / Paula Breukel / KI-generiert)

Red Hat bestätigt, dass eine GitLab-Instanz, die vom Consulting-Team des Software-Anbieters für Kundenprojekte genutzt wird, kompromittiert wurde. Die Ransomware-Gruppe „Crimson Collective“ behauptete auf Telegram am 24. September, 570,2 GB aus über 28.000 Red Hat Repositories entwendet zu haben. Red Hat zufolge betreffen die Daten rund 800 Unternehmen und Organisationen.

Umfang der kompromittierten Daten

Zu den veröffentlichten Informationen zählen Customer Engagement Reports (CERs), interne Projektspezifikationen, Code-Snippets und Kommunikationsprotokolle zu Beratungsangeboten. Nach Angaben von Red Hat sind weder die Software Supply Chain noch Produkte des Unternehmens von dem Vorfall betroffen.

Betroffene Organisationen

Der International Cyber Digest listet unter anderem die folgenden Organisationen als Opfer auf:

  • die National Security Agency (NSA)
  • das National Institute of Standards and Technology (NIST)
  • IBM
  • Citi
  • Verizon
  • Siemens
  • Bosch
  • JPMC
  • HSBC
  • Telefonica

Red Hat beschreibt den Vorfall als auf eine einzelne GitLab-Umgebung beschränkt. Die Zugriffe wurden blockiert, die Instanz isoliert und die zuständigen Behörden informiert. Laut Red Hat enthält die kompromittierte Umgebung keine sensiblen personenbezogenen Daten. Die Untersuchung ist weiterhin im Gange.

Hackergruppen kooperieren für Erpressung

Wie Bleepingcomputer berichtet, hätten die Akteure von Crimson Collective versucht, Red Hat zur Zahlung eines Lösegelds für die gestohlenen Daten zu erpressen, hätten jedoch keine Antwort erhalten. Kurz nach Bekanntwerden des Datenlecks hätten zudem Bedrohungsakteure, die zur Gruppierung „Scattered Lapsus$ Hunters“ gehören, versucht, Kontakt mit Crimson Collective aufzunehmen. Daraufhin gaben die beiden Hackergruppen bekannt, eine Partnerschaft einzugehen, um die neu gestartete Datenleck-Website „ShinyHunters“ für weitere Erpressungsversuche gegen Red Hat zu nutzen. Die Cyberkriminellen drohten in ihrer Ankündigung über Telegram, die gestohlenen Daten am 10. Oktober öffentlich zugänglich zu machen, wenn kein Lösegeld ausgehandelt würde.

Sicherheitslage und Bewertung

Forschende weisen darauf hin, dass entwendete CERs und Konfigurationsdateien Angreifern helfen können, interne Infrastrukturen zu analysieren und potenzielle Angriffsvektoren zu identifizieren. Red Hat betont, dass andere Dienste, Produkte und die Software Supply Chain nicht betroffen sind. Ein Zusammenhang mit kürzlich bekannt gewordenen Schwachstellen in Red Hat OpenShift AI besteht nicht.

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