Fernwartung durch Hackergruppe übernommen? Cyberattacke auf Teamviewer

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Professionelle Hacker haben anscheinend eine Cyberattacke auf Teamviewer durchgeführt. Die Vorfälle wirken sich auch auf das interne Netzwerk des Fernwartungssoftware-Anbieters aus. Laut Angaben von Teamviewer sind keine Kundendaten betroffen.

Gefährdet eine aktuelle Cyberattacke bei Teamviewer auch Kunden?(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Gefährdet eine aktuelle Cyberattacke bei Teamviewer auch Kunden?
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Der aktuelle Sicherheitsvorfall bei Teamviewer betrifft nach Angaben des Unternehmens nur das interne Netzwerk, nicht die Produktionsumgebung der Kunden. Vermutlich geht der Angriff auf die Advanced Persistant Threat-Gruppe (APT) Cozy Bear zurück. Hier gibt es wiederum Vermutung, dass diese mit russischen Geheimdiensten zusammenarbeitet.

Kompromittiertes Benutzerkonto offenbar Quelle des Hackerangriffs

Der jüngste Hackerangriff auf das Unternehmen Teamviewer hat vermutlich sensible Informationen im Unternehmen kompromittiert. Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Angreifer einen kompromittierten Mitarbeiterzugang nutzten, um auf das Mitarbeiterverzeichnis zuzugreifen und Namen, geschäftliche Kontaktdaten sowie verschlüsselte Passwörter der internen Corporate IT-Umgebung zu kopieren.

Teamviewer hat nach eigenen Angaben umgehend alle betroffenen Mitarbeiter und die zuständigen Behörden informiert. Gemeinsam mit Experten von Microsoft, dem Incident Response Partner des Unternehmens, wurden Maßnahmen ergriffen, um das Risiko, das mit dem Verlust der verschlüsselten Passwörter verbunden ist, zu minimieren. Hierzu zählen die signifikante Verstärkung der Authentifizierungsprozesse für Mitarbeiter sowie die Implementierung zusätzlicher starker Schutzvorkehrungen. Zudem hat das Unternehmen mit dem umfassenden Neuaufbau der internen IT-Umgebung begonnen. Die Ermittlungen werden fortgesetzt, und weitere Updates werden im Trust Center des Unternehmens bereitgestellt, sobald neue Informationen vorliegen.

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass der Angriff am Mittwoch, den 26. Juni, mithilfe der Anmeldedaten eines Standard-Mitarbeiterkontos in der IT-Umgebung von Teamviewer durchgeführt wurde. Durch kontinuierliches Sicherheitsmonitoring konnte das Team ein verdächtiges Verhalten des betroffenen Kontos erkennen und umgehend Gegenmaßnahmen einleiten. Der Angriff wird derzeit der als APT29 oder Midnight Blizzard/Cozy Bear bekannten Gruppe zugeschrieben, die auch mit den Hackerangriffen auf die CDU im März und Angriffen auf Teams-Nutzer in 2023 in Verbindung gebracht werden.

Teamviewer setzt auf eine Systemarchitektur, die eine strikte Trennung zwischen der Unternehmens-IT, der Produktumgebung und der Teamviewer-Konnektivitätsplattform vorsieht. Diese Trennung dient als eine von mehreren Schutzebenen im Rahmen des "Defense in-depth"-Ansatzes, um unbefugten Zugriff und Bewegungen zwischen den verschiedenen Umgebungen zu verhindern.

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